GRUNDWASSER-ABSENKUNG

Grundwasser sinkt in der Müritzregion ab

Die Trockenheit in diesem und im vergangenen Jahr zeigt Wirkung – eine, die sogar exakt messbar ist. Alle vier Messpunkte für das Grundwasser in der Müritzregion zeigen besorgniserregende Werte.
Petra Konermann Petra Konermann
Müritz Grundwasser
Müritz Grundwasser Heiko Wahle
Christoph Linke leitet das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt an der Seenplatte.
Christoph Linke leitet das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt an der Seenplatte. Georg Wagner
Waren.

Die Absenkung des Grundwassers in der Seenplatte ist gut dokumentiert, und auch ein Laie erkennt auf einen Blick, wie dramatisch die Entwicklung derzeit ist. In fast allen Messstationen in der Seenplatte sinkt der Grundwasserspiegel. Der Abwärtstrend ist deutlich. In verschiedenen Grafiken, die das Staatliches Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburgische Seenplatte (StALU) monatlich auf seiner Homepage veröffentlicht, ist das Jahr 2019 mit einer roten Linie eingezeichnet. Und die liegt in verschiedenen Orten, zum Beispiel in Rechlin oder auch in Vipperow, sehr deutlich unter den Werten des Trockenjahres 2003 zum Beispiel und auch unter dem langjährigen Mittel, das sich aus den Werten der Jahre 2006 bis 2015 ergibt. „Es ist eine besorgniserregende Situation“, bestätigte Christoph Linke, Leiter des Staatlichen Amtes für Umwelt und Landwirtschaft, auf Nordkurier-Nachfrage. Waren.

Keine Sorge um das Trinkwasser

Er betonte aber, dass der sinkende Grundwasserspiegel keinerlei Auswirkungen auf das Trinkwasser oder die Trinkwasserversorgung habe. Das Trinkwasser in unserer Region werde meist aus den zweiten und dritten Grundwasserschichten entnommen. Statistisch erfasst und auf der StALU-Homepage dargestellt werden dagegen der erste Grundwasserleiter an verschiedenen Messpunkten. „Von dieser ersten Grundwasserschicht wird oft kein Trinkwasser entnommen, um die Nitratbelastung zu umgehen“, so Linke. Dennoch: Die Absenkung des Grundwasserspiegels habe natürlich Auswirkungen. „Es kann geschehen, dass Senken oder Becken trocken fallen, dass Lebensräume für Tiere und Pflanzen beeinträchtigt werden“, so der Behördenleiter. Vor allem aber hat die derzeit eingetretene Absenkung der ersten Grundwasserschicht ernste Folgen für die Landwirtschaft in der Müritz-Region. Denn die Böden speisen sich nicht nur aus dem Regenwasser, sondern natürlich auch aus den wasserführenden Schichten tiefer in der Erde.

In der Müritzregion gibt es vier verschiedene Messpunkte, an denen das StALU den Grundwasserspiegel erfasst: In Rechlin, in Ecktannen in Waren, in Priborn und Vipperow. In der gesamten Seenplatte sind es zehn Messstellen, die regelmäßig Daten liefern. An acht dieser Messpunkte liegt der Pegel des Jahres 2019 unter dem langjährigen Mittel. Deutlich wird anhand der Tabellen des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt auch, wie groß die Schere geworden ist, zwischen dem Jahr 2019 und dem Jahr 2011, das in den Wetteraufzeichnungen als sogenanntes Nassjahr registriert wurde.

Behördenleiter fordert Gegenmaßnahmen

Begonnen hat die Absenkung des Grundwasserspiegels bereits im vergangenen Jahr, dessen Sommer sehr heiß und sehr trocken war. Regenwasser braucht Monate, sogar bis zu einem Jahr, bis es in die Grundwasserschichten gelangt und dort messbar ist. Und wenn es fehlt, wie im vergangenen Jahr und auch im Jahr 2019, dann ist auch das messbar. Ein Teil des Regenwassers fließt direkt in Seen und Flüsse und von dort weiter ab oder es verdunstet, nur ein Teil sinkt in den Boden.

„Es geht jetzt darum, Maßnahme zu ergreifen, um auf die Entwicklung des Grundwassers zu reagieren. Das fällt ganz klar unter die Kategorie Klimafolgenbewältigung“, meint Christoph Linke. Aufgabe sei es jetzt zu prüfen, wie das Regenwasser mehr und besser in der Fläche gehalten werden kann, zum Beispiel durch bauliche Maßnahmen. „Das ist eine große Herausforderung, vor der wir stehen, auch finanziell“, so der StALU-Leiter.

Das 28. Neubrandenburger Kolloquium, organisiert durch das StALU, widmet sich am 18. September genau diesem Thema. Unter der Überschrift „Grundwasser – Ressourcenschutz als Lebensgrundlage“ treffen sich Fachleute, um darüber zu diskutieren. Im Mittelpunkt stehen dabei sowohl Fragen der Grundwassergüte, aber auch – unter dem Eindruck zunehmender Trockenheiten und Starkniederschläge im Rahmen des Klimawandels – Aspekte der Wasserrückhaltung und Grundwasser-Stabilisierung.

 

 

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