BÄDERREGELUNG VORERST GEKIPPT

Händler haben Angst um Umsätze am Sonntag

Diese Saison ist noch sicher. Sonntags darf auch an der Müritz verkauft werden. Doch nachdem die Regelung gekippt wurde, sind Händler verunsichert.
Carina Göls Carina Göls
Auch in Waren schlendern Urlauber in der Sommersaison sonntags gern durch die Innenstadt und kaufen etwas. Viele Geschäfte haben diesen Umsatz fest einkalkuliert.
Auch in Waren schlendern Urlauber in der Sommersaison sonntags gern durch die Innenstadt und kaufen etwas. Viele Geschäfte haben diesen Umsatz fest einkalkuliert. Carina Göls
Claudia Bergmann
Claudia Bergmann Petra Konermann/NK-Archiv
Waren.

Die Diskussion ist voll entbrannt: Nachdem das Oberverwaltungsgericht Greifswald nach einer Klage der Gewerkschaft Ver. di am Mittwoch die Bäderverkaufsverordnung für Mecklenburg-Vorpommern und damit auch für die Müritzregion für unwirksam erklärt hat, liegen Freude und Sorgen für die Händler nah beieinander.

Freude, weil die Läden zunächst an Sonntagen geöffnet bleiben dürfen und somit die Saison offenbar nicht in Gefahr ist. Sorgen, weil noch unklar ist, wie es mit der Bäderregelung im nächsten Jahr weiter gehen wird. Das ist auch der Tenor bei Müritzer Sonntagsverkäufern. In der Warener City würde eine veränderte oder gar gestrichene Regelung mehr als für Unmut sorgen, sagt Claudia Bergmann. Die Chefin des Innenstadtvereins weiß um die Bedeutung der Sonderöffnungszeiten an der Müritz: „Für gut 70 Prozent unserer Händler in der Stadt ist die Bäderregelung eine feste Größe, um in der Saison gut über die Runden zu kommen. Allein die vielen Tagesgäste, die in die Stadt kommen und oft auch kaufen, sind wichtig. Wenn es diese Chance nicht mehr gibt, dürfte es schwer werden.“

Andere Bundesländer haben es geregelt

Dass dennoch nicht alle Geschäfte in der Bummelmeile von den erlaubten Sonntagsöffnungszeiten Gebrauch machen, das sei verständlich. Nicht jeder habe – wenn überhaupt – viel Personal. Wichtig sei zunächst, „dass wir die Saison unbeschadet zu Ende führen können“, sagt sie. Das Land sei jetzt gefordert, die beanstandeten Rechtsfehler schnell zu beseitigen und die Hinweise des Gerichtes in ein neues Gesetz zu gießen.

Auch in Malchow beobachten vor allem die Supermärkte die neue Entwicklung zur Bäderreglung. Dort sind Märkte wie Netto, Lidl, Aldi & Co. an Sonntagen im Sommer oft brechend voll. Vor allem für die Urlauber seien das ideal, weiß man in der Touristinformation der Inselstadt. Dass es nun erst mal weitergehen kann wie bisher, sei wichtig.

Das Gericht kippte die Regelung nicht aus den von Ver.di angeführten Gründen, sondern hatte Rechtsfehler in der Verordnung bemängelt. Diese müssten nun geklärt werden. Regionalen Händlern ist die Ursache der gekippten Regelung im Moment einerlei, sofern es das Gesetz möglichst in seiner alten Form wieder gibt: „Mecklenburg-Vorpommern sollte mal in andere Bundesländer schauen, die haben das auch hinbekommen“, rät Claudia Bergmann.

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