ANGRIFF

Hat ein Wolf in Alt Gaarz ein Lamm gerissen?

In Alt Gaarz ist ein Lamm getötet worden. Ob es ein Wolf war, soll mit Hilfe eines Rissgutachtens geklärt werden. Ein Stromzaun hat den oder die Angreifer jedenfalls nicht abgehalten.
Das Lamm wurde von einem Wolf oder Hund getötet.
Das Lamm wurde von einem Wolf oder Hund getötet. Kevin Berger
Die Bisswunde ist mittlerweile verschorft. Dadurch ist eine genaue Bestimmung schwieriger geworden.
Die Bisswunde ist mittlerweile verschorft. Dadurch ist eine genaue Bestimmung schwieriger geworden. Kevin Berger
Kevin Berger hockt neben dem Lamm-Kadaver. Er ist besorgt, dass auch mal Kinder betroffen sein könnten.
Kevin Berger hockt neben dem Lamm-Kadaver. Er ist besorgt, dass auch mal Kinder betroffen sein könnten. Nadine Schuldt
In der Pappel-Schonung haben die Kinder das tote Lamm gefunden.
In der Pappel-Schonung haben die Kinder das tote Lamm gefunden. Nadine Schuldt
Alt Garz.

Das war ein schrecklicher Anblick: Der achtjährige Sohn von Kevin Berger und die sechsjährige Tochter von Nadine Eichmann entdeckten am Sonntag auf ihrer Weidekoppel am Alt Gaarzer Dorfeingang die Körperhälfte eines toten Lammes. Familie Eichmann und Familie Berger teilen sich die 4500-Quadratmeter-Koppel. Die beiden Familien hatten sich die Lämmer, ein Mutterschaf und einen Lammbock erst Ende August gekauft und wollten am Sonntag nur mal nach dem Rechten schauen. „Die Kinder konnten noch zwei Tage nach dem Anblick nicht einschlafen, weil sie Angst um Pferd Bina hatten“, sagt Nadine Eichmann.

Wolfsrudel unterwegs

Die befreundeten Familien vermögen nicht zu sagen, ob ein Wolf oder „nur“ ein wilder Hund das Lamm gerissen hat. Die Vorgehensweise des Tieres ist zumindest sehr typisch. „Bereits am Freitag hatte ein wildes Tier das Mutterschaf am Kehlkopf gebissen“, erzählt Berger. Allerdings sei die Aktion für das angreifende Tier erfolglos verlaufen, da es sich wohl von dem Pferd Bina, das ebenfalls auf der Koppel stand, gestört fühlte, so der junge Mann. Doch am Samstag war „Bina“ offenbar nicht in Sichtweite. So konnte sich der Angreifer leichter einem der beiden Lämmer nähern, vermutet Berger. Und das, obwohl die Koppel mit einem Stromzaun umgeben ist. Er gehe davon aus, dass zwei Tiere unterwegs waren, um das Lamm zu reißen.

Für Volker Koch, bis März 2020 Vorsitzender des Jagdverbandes Müritz, hört sich die Schilderung stark nach einem Wolf an. Wie Norman Stier, Koordinator für das Wolfsmonitoring in Mecklenburg-Vorpommern, geht auch er davon aus, dass der Isegrim aus dem Rudel vom Ostrand der Nossentiner Heide stamme. „Sie sind sehr großräumig unterwegs“, sagte Stier. Dieses Rudel ziehe beispielsweise von der Nossentiner Heide weiter in Richtung Schwenzin und nach Sietow, ergänzt Koch. Er habe in seinem Jagdgebiet den Wolf sogar schon mit einer Wildkamera aufgenommen.

Gutachten in Auftrag gegeben

In unserem Bundesland leben mittlerweile elf Rudel, auch im Müritz-Nationalpark ist eines sesshaft. Ihre Anzahl steigt relativ schnell an: In der Saison 2013/2014 war noch nicht ein einziges Rudel fest registriert. Dass in Alt Gaarz nun ein Nutztier gerissen wurde, ist für Volker Koch kaum verwunderlich. „Das Wild in den Wäldern wird weniger und ein Wolf braucht täglich Fleisch“, sagt der Jäger. Werde es weniger, gehe ein Wolf auch an die Nutztiere heran, erklärt Koch.

Ob das Lamm definitiv von einem Wolf gerissen wurde, soll nun ein Gutachten belegen. Der Rissbeauftragte sei am Montag vor Ort gewesen, habe Blut aus der Bisswunde des Lammes entnehmen können, so Kevin Berger. Ihnen sei es wichtig, diesen Vorfall öffentlich zu machen, um auch andere Menschen zu sensibilisieren, ähnliche Vorfälle zu melden. „Hier leben auch kleine Kinder und denen soll nichts passieren“, sagte Nadine Eichmann. Auch Jäger Volker Koch warnte als Verbandsvorsitzender immer wieder vor einer zu massiven Vermehrung des Wolfes. Das könnte nun das Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege mit Bezug auf den Umgang mit dem Wolf (§45a) regeln. Das lässt den Abschuss in einem zeitlichen und räumlichen Rahmen zu.

Weitere Informationen unter: www.wolf-mv.de

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Kommentare (1)

kurzzeitig in einem Bereich zu halten oder von diesem fern zu halten kann man auch zusätzlich Flatterband mit Lappen mit intensiven Gerüchen was sie nicht mögen benützen - siehe Wolfsjagden im Winter -