STADTVERKEHR

Heftige Kritik an Parkgebühren in Waren

Parkplätze in Nähe der Innenstadt sind in Waren Mangelware. Wer sein Auto gar kostenlos abstellen will, muss Glück haben oder schnell sein.
Ingmar Nehls Ingmar Nehls
Während vor dem Supermarkt meist alle Parkplätze belegt sind, findet man auf dem Parkdeck des Altstadtcenters eher einen Platz. Der kostet allerdings Geld.
Während vor dem Supermarkt meist alle Parkplätze belegt sind, findet man auf dem Parkdeck des Altstadtcenters eher einen Platz. Der kostet allerdings Geld.
Waren.

Schon vor der Touristensaison ist es schwer, einen Parkplatz vor dem Altstadtcenter in Waren zu finden. Egal wann, es ist immer voll. Denn nicht jeder, der seine Parkscheibe dreht und nach spätestens einer Stunde – denn so lange darf man dort stehen – wieder zum Auto kommt, war tatsächlich in einem Geschäft des Altstadtcenters einkaufen. Viele Einheimische und Urlauber nutzen den innenstadtnahen Parkplatz auch für einen Bummel. Das wird zum Osterfest noch mehr zunehmen. Darum weichen einige Autofahrer gleich auf das Parkdeck aus.

Dort muss man am Automaten einen Parkschein ziehen. Wer aber innerhalb von 30 Minuten wieder am Auto zurück ist, zahlt nichts. Die „Brötchentaste“ ist eigentlich dafür gedacht, dass sich Kunden Kleingeld holen können, weil die Automaten nur mit Münzen gefüttert werden können. Für einen schnellen Brötchenkauf reicht die Zeit auch. Wer länger braucht, zahlt für eine Stunde einen Euro.

Unternehmen: Tarifmodell eins zu eins übernommen

Klingt eigentlich fair, was der Anbieter – die fair parken GmbH – sich überlegt hat. Das sehen aber einige Warener nicht so, wie eine Leserin am Telefon erzählte. Sie findet es nicht gerecht, dass sie die kostenlosen 30 Minuten nicht angerechnet bekommt, wenn sie für eine Stunde bezahlt. Wer einen Euro ausgibt, sollte ihrer Meinung nach also eineinhalb Stunden parken dürfen, statt einer Stunde. Sonst wäre es „Betrug“, wie sie sagt. Dass die Einheimischen auf die Bezahlflächen auf dem Parkdeck ausweichen müssen, liege daran, dass der Parkplatz vor dem Supermarkt zu klein sei.

Von der fair parken GmbH, die das Parkdeck und den Parkplatz vor dem Supermarkt seit Februar 2019 bewirtschaftet, heißt es auf Nordkurier-Anfrage, dass das bereits vorher bestehende Tarifmodell eins zu eins übernommen wurde. Im Rahmen einer mehrwöchigen Einführungsphase sei die Bewirtschaftung des Parkraums dialogorientiert erfolgt, um allen Beteiligten die Möglichkeit zu geben, sich an die neue Bewirtschaftung zu gewöhnen und Missverständnisse zu vermeiden.

Parkplätze sollen den Kunden zur Verfügung stehen

So hätten beispielsweise die Mitarbeiter der fair parken GmbH eine Woche lang kostenfreie Hinweiszettel verteilt, um die Parkplatznutzer über die Straf-Regelung in dem Fall, wenn jemand ohne  Parkschein erwischt wird,  zu informieren. „Anschließend wurde eine Woche lang der reduzierte Betrag von 9,90 Euro erhoben und erst nach diesen zwei Wochen wurde der volle Betrag erhoben“, sagte Sprecherin Sabine Klaas.

Das Ziel der beauftragten Firma sei es, dass Kundenparkplätze wieder für Kunden zur Verfügung stehen. Das Feedback sei auch gut. An den Hinweisschildern auf den Parkplätzen steht die Telefonnummer des Service-Teams. „Es gibt viele positive Reaktionen von Kunden, die durch die Parkraumbewirtschaftung von fair parken nunmehr wieder Parkplätze finden und ihnen somit ein bequemes und schnelles Einkaufen ermöglicht wird“, sagte Sabine Klaas.

Mit dem Betreiberwechsel wurde auch die Schranke an der steilen Auffahrtsrampe abgeschafft. Aus Sicht der Firma eine deutliche Verbesserung, die dazu beitragen würde, Rückstaus zu vermeiden. „Auch haben sich die Rangierflächen vergrößert, sodass der Parkplatz mit der aktuellen Lösung deutlich einfacher zu befahren ist.“

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