MALCHOWER VOR GERICHT

Plädoyers im Prozess um Vergewaltigung von Kleinkindern erwartet

Daniel P. aus Malchow hat über das Internet alleinerziehende Mütter in Sachsen kontaktiert. Eine Dresdnerin unterstützte ihn beim Missbrauch ihrer beiden Töchter. Ob heute auch das Urteil fällt, ist unklar.
Simona Block und Andreas Segeth Simona Block und Andreas Segeth
Heute könnte auch das Urteil gegen Daniel P. fallen.
Heute könnte auch das Urteil gegen Daniel P. fallen. Sven Ellger
Malchow.

Im Prozess wegen Kindesmissbrauchs gegen Daniel P. aus Malchow und seine Ex-Freundin Christin I. aus Dresden werden am Landgericht Dresden am Donnerstag die Plädoyers erwartet. Staatsanwaltschaft und Verteidigung werden aber unter Ausschluss der Öffentlichkeit ihre Forderungen vortragen. Zum Schutz der betroffenen Kinder war zum Teil hinter verschlossenen Türen verhandelt worden.

Zuvor soll am Donnerstag noch ein Gutachter gehört werden. Ob auch das Urteil am selben Tag verkündet wird, ist noch offen. Die Staatsanwaltschaft hatte in der Vergangenheit erwogen, Sicherheitsverwahrung für Daniel P. zu beantragen – dann würde er auch nach Ablauf einer Haftstrafe nicht mehr frei kommen.

Im Oktober 2018 in Malchow festgenommen

Der einschlägig vorbestrafte 34-Jährige aus Malchow ist wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern angeklagt. Er soll die Mädchen sogar vergewaltigt haben. Bei der Dresdnerin geht es um Beihilfe. Beide haben die Vorwürfe vor Gericht zugegeben.

Der Mann soll über eine Dating-Plattform gezielt Kontakt zu alleinerziehenden Müttern in Sachsen aufgenommen haben, um sich an deren Töchtern zu vergehen. Die mitangeklagte Ex-Freundin soll den Mann unterstützt haben. Er soll ihr Heirat und ein neues Leben versprochen haben. Sie soll ihm dann wunschgemäß kinderpornografische Fotos und Videos geschickt und ihre ein und vier Jahre alten Töchter auf den Missbrauch vorbereitet haben.

Der Mann war Ende Oktober 2018 in Malchow gefasst worden. Der Fall hatte für Aufregung gesorgt, weil ihn ein Amtsgericht in Mecklenburg-Vorpommern erst kurz zuvor wegen Kindesmissbrauchs zu einer Haftstrafe verurteilt hatte. Er blieb auf freiem Fuß, weil der Richterspruch noch nicht rechtskräftig war. Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt noch in weiteren Fällen gegen ihn.

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