WARENER TAFEL

Hilfstransport mit Spenden für Ukraine fällt aus

Hohe Kosten und fehlende Planungssicherheit erschweren der Warener Tafel auch die Arbeit in der Müritzregion. Wird die Aktion „Gemeinsam Tafeln“ in diesem Jahr stattfinden?
Spendenessen für Warener Tafel. Bei der letzten „gemeinsamen Tafel“ auf dem Neuen Markt in Waren gab es diese
Spendenessen für Warener Tafel. Bei der letzten „gemeinsamen Tafel“ auf dem Neuen Markt in Waren gab es diesen rekordverdächtigen Erdbeerkuchen. NK-Archiv/Susann Salzmann
Müritzregion ·

18 Jahre lang hat die Warener Tafel zusammen mit dem ehemaligen Leiter des Diakonischen Zentrums in Serrahn Bekleidung, Süßigkeiten und auch Lebensmittel für Kinder und Familien gespendet, die gar nichts haben. Heinz Nitzsche sammelte und sortierte mit seiner Frau Martina in der Freizeit die Spenden, um sie dann ins 2 000 Kilometer entfernte ukrainische Mariupol zu bringen. Dabei konnten sich die beiden Aktiven immer auf die Spendenbereitschaft der Menschen in der Müritzregion verlassen, sodass ein Transporter meist nicht mehr ausreichte, um Hosen, Jacken, Pullover oder Spielzeug ans Ziel zu bringen. „Wir haben in den Jahren zuvor die Sachen in der Tafel gesammelt, und um den Transport hat sich Herr Nitzsche gekümmert. Aufgrund von Corona haben wir das in diesem Jahr gelassen“, sagte Tafel-Leiter André Rath.

Insgesamt sei es auch für die Tafel selbst aktuell schwierig. Zuletzt half eine größere Spende vom Sternekoch Karlheinz Hauser der gemeinnützigen Hilfsorganisation. Das Geld wird für die Instandhaltung der Fahrzeuge und für die Spritkosten eingesetzt. „Wir haben fünf Fahrzeuge, die sind teilweise älter. Da kommen zu den enormen Dieselkosten auch die Reparaturen auf uns zu.“ Außerdem würden die Stromkosten der zwei Kühlzellen und viele weitere Positionen von Spendengeldern gedeckt werden, teilte André Rath mit.

Bei den Lebensmittelspenden sieht es mitunter schwieriger aus als sonst. „Wir haben hier nicht so viel produzierendes Lebensmittelgewerbe, sodass wir auch coronabedingt teilweise weitere Strecken fahren müssen, um die Lebensmittel abzuholen. Aber wir bekommen immer noch so viel zusammen, um die Bedürftigen zu versorgen. Mehr könnte es natürlich immer sein“, sagt Rath. Denn an den neun Ausgabestellen in der gesamten Müritzregion – auch in Nossentin, Rechlin und Hohen Wangelin – werden mehrere Tausend Menschen versorgt.

Wie es mit der Benefizveranstaltung „Gemeinsam tafeln“ in diesem Jahr aussieht, ist auch noch völlig ungewiss. Bereits im letzten Jahr musste die über 100 Meter lange Tafel auf dem Neuen Markt ausfallen. Bei dieser Aktion wird zum einen auf die Situation der Bedürftigen aufmerksam gemacht, zum anderen können alle Menschen miteinander ins Gespräch kommen und dabei schlemmen und jeder gibt für sein Essen, was er kann. „Wir hoffen natürlich, dass im August die Möglichkeit dazu besteht, können aber noch nicht planen“, erklärte der Tafel-Chef auf Nachfrage.

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