Hohe Brandgefahr

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Hitze bringt kalte Camping-Grills und volle Notaufnahme

Brunhilde Audehm aus Waren und Schwester Sarah Läser (rechts)sorgen mit Eis für eine Abkühlung im Patientenzimmer.
Brunhilde Audehm aus Waren und Schwester Sarah Läser (rechts)sorgen mit Eis für eine Abkühlung im Patientenzimmer.
Jenny Beckert Müritz Klinikum MediClin

Heißluftsaison an der Müritz. Die verliert fast täglich an Höhe. Und während es in der Notaufnahme rappelt, haben Camper ganz andere Sorgen.

Echt heißt hier! Das merkt auch die gute alte „Miss Müritz“. Ihr Wasser verdunstet und verdunstet. Und so hat sie in rund zehn Wochen fast 40 Zentimeter an Höhe verloren. Der Pegel war am Dienstag auf 1,92 Meter gesunken, so Olaf Schatzki vom Wasser- und Schifffahrtsamt in Waren. Täglich wird hinter seiner Behörde gemessen. Waren es nach den ergiebigen Regengüssen im April/Anfang Mai noch 2,29 Meter Pegelstand, sieht es nun vorerst nach unter zwei Meter über Null aus. Doch: „Kein Drama, es wird kein Boot auflaufen oder ganz versickern“, versichert Schatzki.

Auflaufen lässt man auch die Patienten im Müritz-Klinikum MediClin in Waren nicht. Damit es diesen auch bei höheren Temperaturen in den Zimmern gut geht, wird unter anderem mal ein Eis gereicht, werden die Jalousien frühzeitig auf Dunkel gestellt. „Patienten erhalten mehr Infusionen als sonst, vor allem, wenn sie etwas länger auf eine Operation warten müssen“, weiß Kliniksprecherin Jenny Beckert. Ohne Klima-Anlagen laufe dagegen im OP nichts. Auch Apotheke, Radiologie, Aufwachraum, Labor und empfindliche Bereiche, wo medizinische Geräte zusätzlich Wärme erzeugen oder Medikamente lagern, seien voll klimatisiert.

Höchste Waldbrandwarnstufe

Ebenso sei es in der Notaufnahme kühl. Kommen doch laut Sprecherin in diesen Tagen einige Leute eigens mit Auswirkungen der Hitze in die Notfallabteilung. Bis zu 60 Fälle seien es allein in den vergangenen zehn Tagen gewesen, die damit zusätzlich zu anderen Notfällen versorgt werden mussten.

Der Notfall ist auch auf Campingplätzen eingetreten. Denn wegen der Brandgefahr haben viele das Grillen verboten. In Kamerun etwa, dort wird das von den Platzwarten kontrolliert. In Röbel in der „Pappelbucht“ darf zwar gegrillt, aber kein offenes Feuer wie etwa in einer Feuerschale entfacht werden. Auch in Gotthun am Nitschow prangt ein Verbotsschild am Eingang. Und was sagen die Camper? „Dann nehmen wir eben den Gaskocher und essen Ravioli aus der Dose.“

Das Leitforstamt Mirow hat zudem am Mittwoch die höchste der fünf Waldbrandgefahrenstufen ausgerufen – „sehr hohe Waldbrandgefahr”. Im Zuge dessen gelten Vorsichtsmaßnahmen: Den Wald außerhalb der Wege nicht zu betreten. Rauchen im Wald zu unterlassen – keine Zigarettenreste aus dem Autofenster zu werfen. Kein Feuer, auch kein Grillfeuer im und am Wald zu machen. Zufahrtswege im Wald und an Waldrändern freizuhalten. Das Befahren von nicht öffentlichen Waldwegen mit dem Auto ist verboten, stellt das Leitforstamt klar. Ebenso solle darauf verzichtet werden, Autos auf trockenen Wiesen- und Waldflächen abzustellen. Weiter heißt es, dass es zu örtlichen Sperrungen von Waldflächen kommen könne.