CORONA-KRISE

► Hoteliers und Gastronomen demonstrieren in Waren

Die Tourismus-Branche ist bislang in der Region einer der großen Verlierer in der Corona-Krise. Dagegen haben nun die Betroffenen in Waren demonstriert.
Betreiber von Restaurants und Hotels aus Waren und der gesamten Seenplatte haben am Freitagmittag auf ihre prekäre Lage aufmerksam gemacht.
Betreiber von Restaurants und Hotels aus Waren und der gesamten Seenplatte haben am Freitagmittag auf ihre prekäre Lage aufmerksam gemacht. Susann Salzmann
Waren.

Restaurantbetreiber und Hoteliers aus dem Landkreis Mecklenburgischen Seenplatte haben am Freitagmittag in Waren unter dem Motto "Fünf nach Zwölf" für eine Verbesserung ihrer Lage in der Corona-Krise demonstriert. Zu der Demo aufgerufen hatte der Regionalverband des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga).

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49 Mitarbeiter oder Inhaber von Gaststätten oder Hotels und eine etwa gleich große Anzahl von Zaungästen sahen auf dem Neuen Markt viele leere Stühle, die den wegen der Corona-Restriktionen ausbleibenden Publikumsverkehr in Restaurants und Hotels symbolisieren sollten. Auf Transparenten hatten die Touristker „Wir brauchen Gäste! Schnell! Jetzt!”, „Wir wollen arbeiten!” oder „Kurzarbeitergeld auf 80% – Sofort!” geschrieben.

Ein Kredit ist auch keine Lösung

Die meisten Demonstranten kamen dabei wohl aus dem touristischen Herzen der Müritzregion - aus Waren, sagt Sandra Kallisch-Puchelt, die Betriebsleiterin des Gutshauses Woldzegarten. Sie war als Mitglied des Dehoga-Regionalverbandes Seenplatte eine der Mitorganisatorinnen der Demonstration. Bei wohl allen Demo-Teilnehmern stehen durch die langen Corona bedingten Schließungen Existenzen auf dem Spiel.

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So etwa bei Cindy Kreuzberger, die die Sealounge in Waren betreibt. "Uns steht das Wasser bis zum Hals", steht auf dem Plakat, das sie bei der Kundgebung vor sich trägt. Ihr Geschäftsbetrieb ruht seit Mitte März. Immerhin habe sie bereits 9000 Euro Soforthilfe erhalten. "Damit kann ich aber nur maximal zwei Monate überbrücken", gibt die Selbständige einen Einblick in ihre Situation und erklärt, dass die Wintermonate und bereits getätigte Investitionen ihre Rücklagen aufgebraucht haben.

Der Wunsch, der ihr brennend auf der Seele liegt: Sie will Gewissheit, möchte vom Land einen klaren Termin, wann es endlich wieder losgehen kann mit der Gästebewirtung. Die Dutzenden Demonstrationsteilnehmer auf dem Warener Markt pflichten ihr bei. Außerdem müssten Land und/oder Bund über weitere Soforthilfen nachdenken. "Wir brauchen 30 Prozent unseres Jahresumsatzes als Soforthilfe, um Rücklagen zu bilden und uns wieder auf die Saison vorzubereiten", fordert die Unternehmerin, für die auch ein Kredit keine Lösung mehr ist, da sie entstehende Tilgungsraten in keinem Fall mehr bezahlen könne.

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