Forstgutachten liegt vor

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Illegale Rodung kostet mehr als 7000 Euro

Schnell gefällt, aber mit einem teuren Nachspiel. Die Bäume an der Warener Strandpromenade wurden illegal gefällt und müssen nun ersetzt werden.
Schnell gefällt, aber mit einem teuren Nachspiel. Die Bäume an der Warener Strandpromenade wurden illegal gefällt und müssen nun ersetzt werden.
Andreas Segeth

Reue allein schützt vor Strafe nicht. Und die wird saftig. Nach dem illegalen Kahlschlag in der Warener Strandstraße müssen die Verursacher nun tief in die Tasche greifen.

Jetzt steht es fest. Denn der Forstgutachter hat seinen Job gemacht. Mehr als 7000 Euro Schaden sind bei der illegalen Fällung an der Warener Strandpromenade unterhalb der Fontanestraße entstanden. Darüber informierte jetzt auf Anfrage eine Sprecherin aus dem Warener Rathaus. 7080 Euro „plus Mehrwehrtsteuer” müssten aufgebracht werden, um quasi den ursprünglichen Zustand auf besagtem Areal wieder herzustellen.

Eigentlich ein Unding. Denn die Bäume sind weg, sodass es ein „wie zuvor“ nicht geben kann. Letztlich wird neu und nachgepflanzt werden müssen. „Großbäume“ sollen es laut Stadtverwaltung sein. Darum müsse zuvor Platz geschaffen und das Areal, auf dem die Säge wild wüteten, beräumt werden. Das braucht Zeit und so geht man in der Verwaltung davon aus, dass erst im Herbst neue Bäume in die Erde kommen werden.

Auf einer Länge von etwa 50 Metern waren rund um den Jahreswechsel entlang der Strandpromenade in Ecktannen viele Bäume gefällt und einfach liegen gelassen worden. Die Verursacher werden die Kosten tragen. Das hatten sie laut Bürgermeister Norbert Möller (SPD) auch selbst schon angekündigt, nachdem sie sich aufgrund der Veröffentlichung im Nordkurier gestellt hatten. Der Warener, ein Anwohner aus der Fontanestraße, sei reumütig gewesen. Er habe ausgesagt, dass er einen anderen mit einem „Sicherheitsschnitt“ in dem Gehölz am Müritzufer beauftragt habe, weil die Bäume eine Gefahr dargestellt hätten. Ihm sei nicht bewusst gewesen, dass es sich um ein schützenswertes Biotop gehandelt habe, so Möller.

Bußgeld bis zu 25.000 Euro

Trotz der Selbstanzeige wird der Bürger, der ja schließlich die Behörde über seine Sorge über die Bäume hätte informieren müssen, nicht um ein Straf- beziehungsweise Ordnungswidrigkeitsverfahren herum kommen. Dieses wird gerade von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises geprüft, wie Kreissprecherin Haidrun Pergande am Mittwoch auf Nachfrage sagte. Der Bußgeldkatalog der Kreisverwaltung sieht zur Ahndung solcher Verstöße mit gleich mehreren illegal gefällten Bäumen eine Spanne von 1500 bis 25.000 Euro vor.

Nächster Fall: Auch auf einem großen Grundstück am Tiefwarensee sollen eigenmächtig etliche Bäume gefällt worden sein. Das Areal an der Einfahrt zum Areal des Müritzsportclubs soll vor Kurzem den Besitzer gewechselt haben. Hier gibt es aber noch keine konkreten Informationen zu Hintergründen und Konsequenzen. Dass es ein teures Vergnügen ist, Bäume nach Lust und Laune einfach zu fällen oder sich privat etwas mehr Sicht oder Baufreiheit zu verschaffen, das hatten jüngst auch zwei gelangweilte Teenager erlebt. Sie hatten nahe Penzlin rund 80 Bäume ab- und einen Hochsitz angesägt und einen Schaden von rund 70.000 Euro angerichtet.

In einer ersten Fassung des Beitrages hieß es noch, dass der Schaden bei 70.000 Euro liegt. Hier lag eine Verwechslung vor. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.