UMWELTSKANDAL

Illegaler Privatstrand in Waren entsetzt Naturschützer

Am Tiefwarensee wurden Bäume und Büsche entfernt und Sand aufgeschüttet. Ein Warener kämpft dafür, dass der Verursacher bestraft wird. Doch das ist schwierig.
Ingmar Nehls Ingmar Nehls
Ein Privatstrand am Nordufer des Tiefwarensees in der Nähe der Klinik Amsee? Für den BUND ein handfester Skandal.
Ein Privatstrand am Nordufer des Tiefwarensees in der Nähe der Klinik Amsee? Für den BUND ein handfester Skandal. Ingmar Nehls
Sand wurde verteilt.
Sand wurde verteilt. Ingmar Nehls
Auch Bäume wurden beschnitten.
Auch Bäume wurden beschnitten. Ingmar Nehls
Waren.

Walter Tinnacher ist richtig sauer. Als er am Tiefwarensee unterwegs war, konnte er seinen Augen kaum trauen. Am Ufer der Halbinsel, die im Norden in den See ragt, ganz in der Nähe der Klinik Amsee, hat sich jemand offenbar eine private Badestelle eingerichtet. Dafür wurden Büsche und Bäume entfernt und sogar eine Schicht Sand aufgetragen, erzählte Walter Tinnacher dem Nordkurier ganz aufgeregt am Telefon und schickte auch gleich ein paar Bilder, die den Eingriff dokumentieren. Es handelt sich um das Flurstück 182/2, Flur 1, Gemarkung Neu Falkenhagen, wie der Mann von der Ortsgruppe des BUND in Waren in Erfahrung gebracht hat.

Sofort verständigte er einen Mitarbeiter im Umweltamt der Kreisverwaltung, der für Naturschutz und Landschaftspflege zuständig ist. Dort habe er eine Abfuhr bekommen. „Der Mitarbeiter hat behauptet, dass dies eine privatrechtliche Angelegenheit sei und der Geschädigte müsse sich also mit dem Verursacher zivilgerichtlich auseinandersetzen müsse. Die Untere Naturschutzbehörde sei nicht zuständig. Der BUND könne ja auch bei der Polizei Anzeige erstatten“, erzählte Tinnacher.

Probleme bei der Anzeigenaufnahme

Auf Nordkurieranfrage bestätigte Kreissprecherin Haidrun Pergande die Ausführungen, was die rechtliche Situation angehe. Allerdings prüfe das Umweltamt, ob mit dem Strand ein Verstoß gegen das Naturschutzgesetz vorliegt.

Walter Tinnacher konnte die Füße nicht still halten und ging am Dienstag tatsächlich zur Polizei, um Anzeige wegen des Verstoßes gegen Naturschutzgesetze zu erstatten, wie es ihm der Mitarbeiter von der Unteren Naturschutzbehörde ja nahe gelegt hatte. Von der Polizei sei er wiederum wieder zurück zu dem Mitarbeiter der Kreisverwaltung geschickt worden, weil die Polizei seine Anzeige auch nur aufnehmen und dahin schicken würde.

Verursacher erstattet Selbstanzeige

„Inzwischen hat der Verursacher des Verstoßes Selbstanzeige erstattet und am Donnerstag wird die Angelegenheit zusammen mit dem Umweltamt der Stadt besprochen“, sagte Tinnacher dem Nordkurier. Wer der Verursacher ist und ob der nun mit einer Geldbuße rechnen muss, wurde ihm auf Nachfrage nicht mitgeteilt – mit dem Verweis, dass es sich um ein laufendes Verfahren handle.

„Mir scheint es, als würde es vor allem darum gehen, die Sache ohne öffentliches Aufsehen zu regeln. Das kann doch nicht im Sinne des Naturschutzes sein“, sagte Walter Tinnacher. Die Hemmschwelle, solche Übertretungen zu begehen, sei sehr niedrig. Darum müsse man bei der Bewertung dieses Falls zukünftige Übeltäter abschrecken, meint der Naturschützer vom BUND.

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