RESPEKTLOSE BESUCHER

Im Luftfahrt-Museum häufen sich Schäden

Die Ehrenamtler sind sauer. In letzter Zeit werden häufiger Exponate im Rechliner Museum beschädigt.
Nadine Schuldt Nadine Schuldt
Vereinsmitglied Siegfried Bialek will beim Museumsfest an einem russischen Mi-2-Hubschrauber zeigen, wie aufwendig eine Expona
Vereinsmitglied Siegfried Bialek will beim Museumsfest an einem russischen Mi-2-Hubschrauber zeigen, wie aufwendig eine Exponatssanierung ist. Nadine Schuldt
Ein sogenanntes Staurohr an der frisch sanierten Mig 17 wurde von Besuchern abgebrochen. Inzwischen wurde es wieder angeschwei
Ein sogenanntes Staurohr an der frisch sanierten Mig 17 wurde von Besuchern abgebrochen. Inzwischen wurde es wieder angeschweißt. Nadine Schuldt
Ralf Töpfer baut für das Museumsfest am kommenden Wochenende ein ein mal zwei Meter großes Diorama einer Modellbaugemeinsch
Ralf Töpfer baut für das Museumsfest am kommenden Wochenende ein ein mal zwei Meter großes Diorama einer Modellbaugemeinschaft auf. Nadine Schuldt
Ein neues Positionslicht zu bekommen, ist fast unmöglich. Falls doch, muss dafür ein anderes Detail getauscht werden.
Ein neues Positionslicht zu bekommen, ist fast unmöglich. Falls doch, muss dafür ein anderes Detail getauscht werden. Nadine Schuldt
Die Mig 17 wurde knapp zwei Jahre lang aufwendig von Ehrenamtlern restauriert.
Die Mig 17 wurde knapp zwei Jahre lang aufwendig von Ehrenamtlern restauriert. Nadine Schuldt
Rechlin.

Torsten Heinrichs ist enttäuscht. Die Mig 17 steht nach ihrer aufwendigen, zwei Jahre dauernden Sanierung erst seit vier Wochen wieder auf dem Gelände des Luftfahrttechnischen Museums in Rechlin und wurde schon nach zwei Wochen beschädigt. „Ein Besucher hatte ein Staurohr am rechten Flügel abgebrochen“, sagte der Vorsitzende des Museums-Fördervereins.

Das Staurohr diene der Geschwindigkeitsmessung und sei glücklicherweise schon wieder angeschweißt. Das Flugzeug sei nun auch komplett abgesperrt, damit niemand mehr die Maschine anfassen könne. Doch schon kurz danach sei ein Positionslicht zerstört worden. „Anstatt uns von dem Vorfall zu berichten, legen die Leute die kaputten Teile einfach neben das Exponat“, ärgert er sich. Auch andere Besucher, die die Beschädigungen beobachten konnten, meldeten sich nicht bei ihnen.

Schwierige Ersatzteilsuche

Wenn ihm so etwas in einem anderen Museum auffiele, würde er es sofort den Verantwortlichen melden oder den Verursacher direkt ansprechen, appelliert Heinrichs an die Mitverantwortung der anderen Besucher. Weil das bei ihnen noch nicht der Fall ist, entdeckten sie die Teile erst bei einem Rundgang. Es könne alles ganz leicht mit der privaten Haftpflichtversicherung eines jeden geklärt werden, warb er für mehr Ehrlichkeit. Insgesamt hätten die Beschädigungen im Vergleich zum Vorjahr um 50 Prozent zugenommen.

Ist ein Ausstellungsstück erst einmal kaputt, wird es für die ehrenamtlichen Vereinsmitglieder schwierig, Ersatz zu finden. „Originalteile gibt es im Prinzip nicht mehr“, sagt Vereinsmitglied Siegfried Bialek. Treibe man sie dennoch auf, würden unwahrscheinliche Kosten fällig. So würden für das Positionslicht mitunter 50 Euro fällig. Um alle Schäden zu beheben, mussten sie dieses Jahr bereits 2500 Euro aufbringen, erklärt Heinrichs auch mit Blick auf die Arbeitszeit.

Aufwendige Reparatur

„Häufig wird auch nur getauscht und etwas Gleichwertiges verlangt“, erklärt Bialek, der von 1974 bis 2012 als Offizier der Luftwaffe tätig war und bei vielen Restaurierungen mit dabei ist. Ihn ärgere daran neben dem finanziellen Schaden auch die Respektlosigkeit gegenüber der geleisteten Arbeit, ergänzt Siegfried Bialek. Um den Leuten den Aufwand einer Exponatssanierung zu demonstrieren, werde er beim Museumsfest am kommenden Wochenende an dem russischen Hubschrauber Mi-2 verschiedene Arbeitsschritte darstellen.

Die Besucher, die am 3. und 4. August, in das Museum kommen, können dort aber noch viel mehr erleben. Wie beispielsweise die drei Dioramen, die historische Szenen der Luftfahrt des I.  Weltkrieges in Miniaturformat abbilden. „Es wird die Jagdstaffel 5, die von März 1917 bis März 1918 im französischen Boistranscourt stationiert war, dargestellt“, sagt Ralf Töpfer vom Museumsverein zu den Miniflugzeugen und -menschen. Eine Gemeinschaft aus Hamburger, Lübecker und Oldenburger Modellbauern habe ihnen die Szenerie zur Verfügung gestellt.

Die Besucher können sich übrigens nicht nur auf sehenswerte Exponate und interessante Vorträge freuen, sondern auch auf ein Konzert der Band „Karussell“. Die Kult-Musiker werden am Samstagabend auf dem Museumsgelände für Stimmung sorgen.

 

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