BIO-LANDPARTIE

In Schloen sprechen die Blumen eine andere Sprache

Von Chemie keine Spur: Im Biobetrieb „Primula veris” in Schloen wird ausschließlich nach der Natur gegärtnert. Wer einen Blick von der Arbeit vor Ort bekommen möchte, hat dazu die Chance am Samstag.
Malte Schindel Malte Schindel
Wegen des nassen Sommers 2017 und der Dürre von 2018 verabschiedet sich die Gärtnerei von Michael Hofmann aus Schloen von einjährigen Pflanzungen wie etwa der Zinnie.  
Wegen des nassen Sommers 2017 und der Dürre von 2018 verabschiedet sich die Gärtnerei von Michael Hofmann aus Schloen von einjährigen Pflanzungen wie etwa der Zinnie. Malte Schindel
Schloen.

Endlich hat es mal geregnet. Wovon Urlauber vielleicht nicht ganz so begeistert sind, Michael Hofmann und seine Frau Angelika Kalix finden das gut. Das Paar betreibt die Bio-Gärtnerei „Primula veris” in Schloen.

So eine extreme Dürreperiode wie in diesem Jahr habe sie noch nicht erlebt, sagt Angelika Kalix und belächelt, was ihr Mann noch im September 2016 gegenüber dem Nordkurier gesagt hatte. Damals meinte er: „Wir bewirtschaften dieses Land seit 2003. So eine Trockenheit wie in diesen Tagen gab es lange nicht.”

Herbstpflanzungen haben mehr Bedeutung

Damals war eben nicht abzusehen, dass das Jahr 2018 noch viel trockener als 2016 werden würde. Vor allem die Kombination mit dem verregneten Sommer 2017 macht dem Paar jetzt zu schaffen.

„Wir pflanzen jetzt anders. Die Herbstpflanzungen haben wieder mehr Bedeutung”, erklärt die Gärtnerin. Michael Hofmann fügt hinzu: „Wir verabschieden uns von den einjährigen Pflanzungen und setzen jetzt fast ausschließlich auf langjährige.”

62 Biobetriebe öffnen sich heute

Diese brauchen etwa weniger Wasser. „Wie sich unsere Produktionsbedingungen an die Klimaveränderungen anpassen, das kann man bei uns am Samstag zum Beispiel erleben”, wirbt Angelika Kalix. Denn am Samstag, dem 22. September (10 bis 17 Uhr), lädt der BUND-Landesverband zur elften Bio-Landpartie ein. 62 Betriebe aus ganz MV beteiligen sich daran – darunter Bäckereien, Käsereien, Mühlen, Mostereien, Fleischereien und Vertreter aus dem ökologischen Landbau. Und zum nun dritten Mal ist eben auch die Gärtnerei aus Schloen dabei.

5000 Quadratmeter werden bewirtschaftet

„Wir gärtnern nach der Natur, gehen mit den Jahreszeiten. Gifte und Kunstdünger kommen bei uns nicht zum Einsatz”, gibt Hofmann einen ersten Einblick über die Arbeit in dem Bio-Betrieb. Intensiv bewirtschaftet werden 5000 Quadratmeter Land, das sich in ein naturbelassenes Areal von insgesamt 3,5 Hektar ehemaliger Ackerfläche eingliedert.

Und dabei möchte das Paar auch zeigen, dass hinter dem Begriff „Bio” viel mehr als nur gesundes Essen steckt. „Der Umgang mit der Natur steht eigentlich dahinter. Es geht darum, wie man mit dem Boden und den Ressourcen umgeht, biologisch arbeitet”, betont Angelika Kalix. Gesunde, schmackhafte Produkte seien nur eine Folge dessen und nicht das Hauptziel von Bio-Arbeit.

Anbieter aus der Müritzregion

Weitere Teilnehmer der Bio-Landpartie aus der Müritz-Region sind die Müritzhof Lamm und Wild GmbH in Stuer, Naturkost & Café in Gessin sowie die Sauenfreilandhaltung in Karbow bei Melz.

Mehr Informationen zu allen Angeboten und Aktionen der einzelnen Bio-Höfe sind im Internet unter www.bund-mv.de zu finden.

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