Der Innenstadtverein will sich um die Belebung der Warener Innenstadt kümmern. So leer, wie es während des Lockdowns
Der Innenstadtverein will sich um die Belebung der Warener Innenstadt kümmern. So leer, wie es während des Lockdowns war, wollen die Händler ihre Innenstadt nie wieder sehen. Aber drohen geplante Projekte jetzt zu scheitern?Symbolfoto) ( Ingmar Nehls/Archiv
Stadtentwicklung

Innenstadtverein Waren wartet auf viel Geld aus Schwerin

Die Hoffnung stirbt bekanntermaßen zuletzt. Darum setzten Warens Innenstadtbeauftragter Olaf Gaulke und der Innenstadtverein auf lang erhofftes Geld.
Waren

Wer hat, der kann! Und der Warener Innenstadtverein (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) mit Olaf Gaulke hat nicht – will heißen: Ihnen fehlen 100 000 Euro Förderung aus dem MV-Schutzfonds für Citymanagementmaßnahmen. Die sollten längst auf dem Vereinskonto sein und auch die halbe Stelle des Stadtvertreters Gaulke als Innenstadtbeaufragter („Citymanager“ sei ein zu hochtrabender Begriff, so hatte man sich für deutsches Vokabular entschieden) finanzieren.

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Kinderfest soll damit auch finanziert werden

Im vergangenen Oktober bereits hatte der Verein diesen Fonds per Antrag anzapfen wollen, um – und dafür ist das Steuergeld vom Land auch gedacht – nach Corona wieder auf stabilere Beine zu kommen und Veranstaltungen anbieten zu können. „Doch wenn wir kein Geld bekommen, dann können wir das nicht wie gehofft leisten. Dabei haben wir schon viel Zeit und Energie in Projekte gesteckt“, berichtet Olaf Gaulke. Das Kinderfest für rund 1000 Mädchen und Jungen am 20. September zum Weltkindertag etwa, das soll unter anderem davon gelingen.

„Das ist alles ärgerlich ...”

Dass ohne Moos zumindest weniger als gewünscht los ist, das würde auch die Chefin des Warener Innenstadtvereines, Claudia Bergmann, betrüben. „Wir müssen uns da ganz schön strecken und können auch den Innenstadtbeauftragten nicht bezahlen, bis das Geld da ist. Das ist alles ärgerlich, zumal wir die Dinge im Verein alle ehrenamtlich auf die Beine stellen und ja alle auch noch Jobs und Familie haben. Da wäre es schön, wenn man nicht diese Sorge auch noch hätte, sondern einfach machen könnte.

Nun soll es bald klappen

Das können sie offensichtlich bald. Nach Recherchen des Nordkurier handelt es sich bei der Förderung um Geld aus dem Sofortprogramm „Re-Start Lebendige Innenstädte M-V“, die im Wirtschaftsministerium angesiedelt ist. Demnach habe der Warener Innenstadtverein am 2. August telefonisch im Wirtschaftsministerium nachgefragt, warum noch keine Auszahlung der Fördermittel erfolgte, woraufhin mitgeteilt wurde, dass die Mittelanforderung und der Arbeitsvertrag von der geförderten Person vorliegen müssen. „Diese Unterlagen sind wohl vorgestern per Post eingegangen, sodass die Auszahlung veranlasst werden kann“, wusste man im Sozialministerium nach angestrengten Recherchen.

"Bislang liegen keine Unterlagen vor"

Am Donnerstagabend gab es dann noch eine Info aus dem zuständigen Schweriner Wirtschaftsministerium: „Waren hat eine Zuwendung in Höhe von 125 830 Euro für den Zeitraum vom 1. April 2022 bis 31. März 2024 per Zuwendungsbescheid erhalten“. Mit dem Bescheid seien „Vordrucke zur Mittelanforderung  und Angaben zu weiteren notwendigen Unterlagen übersandt worden“, damit eine Auszahlung erfolgen könne. „Bisher liegen keine Unterlagen vor“, bedauerte Ministeriumssprecherin Wiebke Wolf.
Das irritierte Claudia Bergmann aus dem Innenstadtverein: „Einerseits haben wir alles erledigt, andererseits soll noch so viel fehlen. Wir hoffen einfach nur, dass nun alles noch einmal angeschoben ist und das Geld wirklich endlich bald fließt, denn wir haben unseren Part erledigt und manche Unterlagen gleich mehrfach und immer wieder nach Schwerin geschickt.“ Warum die aus dem Wirtschaftsministerium genannte Summe nun höher ist als 100 000 Euro? „Das sind die Personalkosten für Olaf Gaulke“ klärt sie auf. Zufrieden stimme das nun alles doch wieder nicht mehr.

 

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