MINISTERIUM KONTRA JäGER

Hat ein Wolf dieses Schaf an der Müritz getötet?

Ein totes Schaf mit Kehlbiss, das an der Müritz bei Boek gefunden wurde, lässt die Wellen hochschlagen. Das Ministerium sieht einen Marderhund oder Fuchs als Täter. Diese Darstellung stößt auf große Zweifel.
Susann Salzmann Susann Salzmann
Das tote Schaf: Ein Marderhund oder Fuchs wird vom Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt MV als Täter vermutet. Andere Experten vermuten eher einen Wolf.
Das tote Schaf: Ein Marderhund oder Fuchs wird vom Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt MV als Täter vermutet. Andere Experten vermuten eher einen Wolf. privat
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Boek.

Ein Schaf auf einer Weide an der Müritz bei Boek ist tot. Eines von insgesamt zehn. Durch einen Kehlbiss. Der Verdächtigenkreis hat sich zunächst auf den Wolf fokussiert. Zu Unrecht, wie das Schweriner Landwirtschaftsministerium in dem Fall, der sich am Mittwoch abgespielt haben soll, nun mitteilt.

Ein Rissgutachter habe sich das tote Tier angeschaut und untersucht, um Hinweise auf den Verursacher herauszufinden. Einerseits seien durch den Experten Fraßspuren am Kadaver festgestellt worden, andererseits seien Trittsiegel dokumentiert, sagt Ministeriumssprecherin Martina Plothe auf Nachfrage. Diese Anzeichen ließen auf Marderhund und Fuchs schließen.

Genetische Proben werden noch untersucht

Abgeschlossen seien die Untersuchungen zu dem Fall aber noch nicht. So seien etwa vorsorglich genetische Proben genommen worden, die noch untersucht werden. Das tote Schaf – gefunden nahe der Boeker Teiche – gehörte zu einer Herde, die dort durch die Produktionsschule des Christlichen Jugenddorfes (CJD) betreut werden.

Weder von dort noch vom Müritz-Nationalparkamt dringen zu dem Fall Informationen an die Öffentlichkeit. In Sachen Wolf gibt nur das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Auskunft. Und das möchte wohl eine Wolfshysterie vermeiden. Konkret betont Pressesprecherin Plothe mehrmals: „Nach derzeitigem Kenntnisstand kann jedoch nicht von einem Wolf als Verursacher ausgegangen werden.“

Landwirt hegt Verdacht gegen Ministerium

Eine Nachricht, die bei mehreren lokalen Akteuren starke Skepsis hinterlässt. Kehlbiss? Das ist typisch für einen Wolf, stellt Thomas Diener klar, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes in der Müritzregion. „Das sieht nach einem größeren Tier aus; Fuchs oder Marderhund kommen eher nicht in Frage“, zweifelt Diener an der Darstellung des Ministeriums. Er vermutet, dass das Land keine Stimmung gegen den Wolf aufkommen lassen möchte und deshalb einen Tatzusammenhang zunächst dementiert.

Volker Koch hat mehr als 40 Jahre Erfahrung als Waidmann und ist der Vorsitzende des Jagdverbandes Müritz. Er hält in diesem Fall ebenfalls einen Wolfsbiss für höchstwahrscheinlich. Derselben Meinung ist auch Revierleiter Olaf Schwahn: „Den Tierfilm würde ich gerne sehen, in dem der Marderhund oder Fuchs ein Schaf mit Kehlbiss tötet“, sagt der Mann, der selbst Schafe hält und Wölfe bereits beobachtet hat.

Fuchs frisst lieber Aas

Auch im Müritz-Nationalpark gebe es welche. Natürlich könne nach dem Tod des Tieres ein Marderhund oder ein Fuchs am Schaf „geknabbert“ haben, aber im Fall des Halsbisses gebe es nach Schwahn nur zwei andere mögliche Mittäter – einen wildernden Hund oder einen Wolf, der gestört wurde. Ein Marder sei zu langsam, ein Fuchs fresse lieber Aas, mache sich aber kaum den Stress, ein Schaf zu reißen. Hunde beißen darüber hinaus nicht in der Kehle zu, sondern wahllos in den gesamten Körper des Opfers. Die meisten Wölfe töteten hingegen über den Kehlbiss. Kurzum: Ein derartiges formuliertes Szenario sei untypisch, so Revierleiter Schwahn.

Falls es sich also doch um einen Wolfsangriff handeln sollte, wäre es der zweite Vorfall in nur wenigen Wochen: Erst am 7. Oktober hatte ein Wolf am Drewitzer See elf Schafe gerissen. Das bestätigte auch das Schweriner Landwirtschaftsministerium.

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Kommentare (9)

- sind wir hier in der Muppet Show - so grosse Füchse ...

Fuchs du hast die Ganz gestohlen, gib sie wieder her

Also ich habe Anfang Juni 2018 zwei Marderhunde bei Kambs gesehen, wie die zwei einen Fuchs gejagt haben. Die waren sehr groß und konnten sehr schnell Laufen.

Also ich habe Anfang Juni 2018 zwei Marderhunde bei Kambs gesehen, wie die zwei einen Fuchs gejagt haben. Die waren sehr groß und konnten sehr schnell Laufen.

Dann passen sie Mal höllisch auf,dass ihnen der überdimensionierte Marderhund und der Fuchs nicht in den allerwertesten beissen.
Die Politik bestimmt wieder mal , vom Bürostuhl aus .
Wer die Macht hat , nutzt die auch .

Demnächst heißt es, ganze Fuchsrudel haben Rinder und Pferde gerissen! Es mag ja sein, dass Spuren aller möglichen Aasfresser vorhanden sind, aber man sollte doch auf dem Teppich bleiben und sich bewusst sein, dass auch im Falle eines Wolfsrisses die Aasfresser ihre genetischen Fingerabdrücke hinterlassen. Blöd, wenn dann die des eigentlichen Verursachers nicht mehr nachweisbar sind.
Sehr auffällig übrigens, dass in vielen Gegenden, wo es nie Probleme gab mit Fuchs & Co - den Hühnerstall lass ich da mal raus, hier geht es um Weidetiere - ganz plötzlich, aber erst zu Wolfszeiten Fuchs & Co an allem schuld sein sollen. Bei den Spendenbettelvereinen und Wolfspatenschaftsverkäufern erschließt sich das wohl jedem. Aber zum Werkzeug derer darf sich niemand mehr machen lassen. Hier stimmt jedenfalls eine ganze Menge nicht.

Demnächst heißt es, ganze Fuchsrudel haben Rinder und Pferde gerissen! Es mag ja sein, dass Spuren aller möglichen Aasfresser vorhanden sind, aber man sollte doch auf dem Teppich bleiben und sich bewusst sein, dass auch im Falle eines Wolfsrisses die Aasfresser ihre genetischen Fingerabdrücke hinterlassen. Blöd, wenn dann die des eigentlichen Verursachers nicht mehr nachweisbar sind.
Sehr auffällig übrigens, dass in vielen Gegenden, wo es nie Probleme gab mit Fuchs & Co - den Hühnerstall lass ich da mal raus, hier geht es um Weidetiere - ganz plötzlich, aber erst zu Wolfszeiten Fuchs & Co an allem schuld sein sollen. Bei den Spendenbettelvereinen und Wolfspatenschaftsverkäufern erschließt sich das wohl jedem. Aber zum Werkzeug derer darf sich niemand mehr machen lassen. Hier stimmt jedenfalls eine ganze Menge nicht.

Also wenn alles nichts hilft:
Mein Nachbar hätte da noch einen besonders bissigen Hamster als Wolfsersatz anzubieten ...
Was für eine Schmierenkomödie !

Also wenn alles nichts hilft:
Mein Nachbar hätte da noch einen besonders bissigen Hamster als Wolfsersatz anzubieten ...
Was für eine Schmierenkomödie !