„SONNENHAUS” IN PENZLIN

Ist das die gelbste Villa in der Seenplatte?

Stehen zwei Penzliner vor ihrem Haus, dann geht für sie jeden Tag die Sonne auf. Familie Kissling hat eine alte Villa ganz in quietschgelb saniert
Susann Salzmann Susann Salzmann
Mit ihrer Motivation, Moderne mit stadtprägender Architektur und Baukunst zu vereinen, haben Christina und Hannes Kissling den Sanierungspreis der Stadt Penzlin gewonnen.
Mit ihrer Motivation, Moderne mit stadtprägender Architektur und Baukunst zu vereinen, haben Christina und Hannes Kissling den Sanierungspreis der Stadt Penzlin gewonnen. Susann Salzmann
Das Penzliner "Sonnenhaus" in seiner ganzen Pracht.
Das Penzliner „Sonnenhaus” in seiner ganzen Pracht. Susann Salzmann
August Oldach errichtete 1908 die Villa in der Straße am Wall in Penzlin.
August Oldach errichtete 1908 die Villa in der Straße am Wall in Penzlin. privat
So sah das Haus früher mal aus.
So sah das Haus früher mal aus. Privat
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Penzlin.

Sonnenhell ist die Stimmung von Hannes und Christina Kissling. Nämlich besonders dann, wenn beide auf ihr neues Zuhause blicken: Eine Villa, die architektonisch das Stadtbild Penzlins prägt und im Jahre 1908 errichtet worden ist.

Das Haus in der Straße „Am Wall“ fällt auf. Nicht nur wegen der quietschgelben Außenfassade, sondern auch wegen des „Rapunzel-Turmes“, über den das Gebäude verfügt. Und seit Freitag auch durch eine neue Plakette. Denn die bekamen die Bauherren Kissling zum Neujahrsempfang der Stadt Penzlin feierlich von Bürgermeister Sven Flechner (WPL) in die Hand gedrückt.

Gerechnet hat die Eigentümerfamilie damit aber nicht. Seit Januar 2014 ist das Ehepaar Besitzer des großzügigen Objektes. In Eigenarbeit und mithilfe von Handwerksfirmen haben sie es binnen eines halben Jahres für ihren Einzug zu Pfingsten 2014 auf Vordermann gebracht. Mit ihrem Sanierungsbestreben bewahren sie nun die Architektur aus der Gründerzeit um 1900 und setzen gleichzeitig eigene Akzente.

Kennt jemand die früherer Raumaufteilung?

Der auffälligste Akzent ist die Fassadenfarbe. „Eigentlich ist es mir ein bisschen zu hell, aber es fügt sich gut ins Bild der Straße ein“, deutet der 40-jährige Berufsschullehrer für Bautechnik auf die Gebäude in schwächeren Gelb-Nuancen seiner Straße.

Vor sieben Jahren waren er und seine 38-jährige Frau in eine Wohnung nach Penzlin gezogen. Auf der Suche nach einer passenden Familienunterkunft stießen sie auf das Objekt am Wall 8 – damals noch mit einer tristen, typischen grauen Fassade im DDR-Charme. Aber sie erkannten schnell die Vorteile: Gute Bausubstanz, viel Platz, besondere Fassade mit Zierelementen und einen alten Stall als Klinkerbau, der zurechtgemacht jetzt als „Sommerwohnzimmer“ dient.

Eine Bitte liegt Kisslings aber noch auf den Lippen: „Gibt es jemanden, der weiß, wie die Raumaufteilung war?“, fragt. Bekannt ist, dass die Küche einst dort war, wo sich nun das Badezimmer befindet. Ein Hausbuch gibt lediglich Aufschluss über die Personen, die einst in der Villa lebten. „Das waren Anfang der 1980-er Jahre etwa 16 Leute gleichzeitig“, schlägt Hannes Kissling das historische Büchlein auf, das die Mieter von 1951 bis zum 1. September 1989 dokumentiert.

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