JAGD

Jäger aus Kambs erlegt riesiges Wildschwein im Maisfeld

Jedes Jahr hilft der Waidmann Dieter Fabisch dem einen oder anderen Landwirt bei den Erntearbeiten. Dieses Mal hatte er unerwartetes Jagdglück.
Dieter Fabisch ist stolz aus seinen Schuss: In seiner Kühlzelle hängt das riesige Wildschwein zur Reife ab.
Dieter Fabisch ist stolz aus seinen Schuss: In seiner Kühlzelle hängt das riesige Wildschwein zur Reife ab. Jens Böcker
Solzow.

Mit solch einem Jagderfolg hatte Dieter Fabisch nicht gerechnet. Der erfahrene Jäger aus Kambs war Anfang der Woche mit mehreren Jägern in einem Maisschlag nahe Solzow jagen. Der dortige Landwirt wollte den Mais ernten und hatte deswegen den Jägern Bescheid gesagt. Dieses Vorgehen gibt es seit mehreren Jahren immer zur Erntezeit, da der Landwirt besonders dann häufig viele Schäden durch Wild verzeichnet. Die Jäger helfen ihm, diesem Problem Herr zu werden.

„Erntejagd ist eine spannende, aber auch eine gefährliche Jagd“, betonte Dieter Fabisch. Damit dabei alles rund läuft, gibt es jedes Mal eine Vorbesprechung unter den Jägern. Hierbei werden nicht nur auf Sicherheitsaspekte hingewiesen, sondern auch über den möglichen Ausbruch von und Umgang mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) gesprochen. So gebe es in Brandenburg schon mehrere bestätigte ASP-Fälle. Deshalb sollten bei dem Termin so viele Wildschweine wie möglich fallen. „Mit einem geringeren Wildschweinbestand soll der Gefahr einer schnelleren Übertragung entgegen gewirkt werden“, sagte der 67-Jährige.

„Sicherheit geht vor Schnelligkeit”

Schließlich bezogen die Waidmänner ihre Jägerstände. Dieter Fabisch stellte sich an der Verbindungsstraße zwischen Solzow und Zielow auf. Eines ist für ihn klar: „Sicherheit geht vor Schnelligkeit.“ Während die Jäger aufmerksam das Feld beobachteten, zog der Häcksler seine Bahnen. Immer weniger Mais stand auf dem Feld, damit schwand auch die Deckung für die Schwarzkittel. „Ich habe noch mal die Waffe überprüft, bin ein bis zwei Mal mit der Waffe im Anschlag gegangen, um mich vorbereitet zu fühlen“, erzählt Fabisch. Und plötzlich passierte das Unerwartete: Der Mais vor dem Häckslerfahrer wurde zur Seite gedrückt und ein Ungetüm eines Keilers trat heraus. „Ich habe mit allem gerechnet, aber nicht damit“, kann Fabisch den Anblick des 160 Kilogramm schweren Tieres immer noch nicht so recht fassen. Normalerweise wiegen ausgewachsene Keiler zwischen 75 und 100 Kilogramm. Dieses Exemplar brachte mit seinen acht Jahren also fast das doppelte Gewicht auf die Waage.

Seit 1977 im Jagdverband

In seinem Kopf liefen bei dem Anblick viele Gedanken gleichzeitig ab. „Jetzt müsse alles klappen, dachte ich mit pochendem Herzen“, gibt er seine Empfindungen wieder. Dann trug er den ersten Schuss an. Mit Erfolg. Das Stück hatte gezeichnet – so nennt man im Jägerjargon einen Treffer. Doch der „Brocken“ brach nicht gleich zusammen. „Der Keiler machte noch 30 Schritte zurück ins Maisfeld“, schildert Fabisch. In diesem Moment sei schnelles Handeln gefragt gewesen. Also habe er seinen Stand verlassen und sei zu der Stelle gelaufen, an der der Keiler beschossen wurde. Zu diesem Zeitpunkt habe sich aber auch der Häcksler genähert. Eine gefährliche Situation. „Gott sei Dank schnitt er die umliegende Fläche frei“, sagte Dieter Fabisch. Den sogenannten Fangschuss, mit dem ein verletztes, aber nicht tödlich getroffenes Tier erlegt werden soll, habe er dann aber sicher abgeben können. Denn auch mit jahrelangen Erfahrungen – er ist seit 1977 Mitglied im Jagdverband – dürfe man bei solch einem starken Tier nie den Respekt verlieren und waghalsige Manöver im Eifer des Gefechtes starten, erläuterte Fabisch. Insgesamt wurden an jenem Tag zehn Wildscheine erlegt.

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Kommentare (2)

das ist echt mal ne maschiene...

es PETA zur Weihnachtsfeier spenden.