FEIERN MIT AUFLAGEN

Jugendweihe im Corona-Modus

Feiern mit Einschränkungen. Einen Tag vor den Feierstunden der Warener Jugendweihlinge traf Landrat Heiko Kärger (CDU) die Entscheidung, strengere Corona-Regeln im Kreis anzuordnen. Das warf einige Festplanungen über den Haufen. Wie die jungen Erwachsenen und ihre Angehörigen das sahen, erzählten sie dem Nordkurier.
In Waren fanden am Wochenende insgesamt vier Feierstunden im Bürgersaal des Heilbades statt. Dabei wurden insgesamt 109 J
In Waren fanden am Wochenende insgesamt vier Feierstunden im Bürgersaal des Heilbades statt. Dabei wurden insgesamt 109 Jugendliche in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen. Hier eine der Gruppen. Susann Salzmann
Waren.

So eine Jugendweihe feierte man in MV und an der Müritz noch nie: Die Jugendlichen haben einen Mund-Nasen-Schutz dabei, um auf dem Weg zu ihrem Platz niemanden potenziell mit Corona anzustecken. Auf der Bühne stehen sie im Mindestabstand von 1,5 Metern und blickten von der Bühne in einen Saal, in dem die Elternpaare weit auseinander saßen. An der Müritz wurde so Jugendweihe gefeiert – mit über 100 Jugendweihlingen aus den Warener Schulen.

Verständnis für Verschiebung

Erwachsen sein – das heißt, sich mit aktuellen Problemlagen auseinanderzusetzen und Verantwortungsgefühl zu beweisen. Die Pandemie habe sie gelehrt, noch verantwortungsbewusster und umsichtiger zu handeln, meinte die 15-jährige Amy-Luisa Behrend. Der Samstag war der Tag, an dem die im Mai Corona bedingt verschobene Jugendweihe für die jetzige Neuntklässlerin und weitere 108 Schüler endlich nachgeholt wurde. Für die Situation damals äußerte die junge Frau Verständnis. Auch wenn sich an der Pandemie-Situation innerhalb der zurückliegenden fünf Monate nicht viel verändert hat. Im Gegenteil: Die Situation im Landkreis verschärfte sich in den vergangenen Tagen so sehr, dass Seenplatte-Landrat Heiko Kärger (CDU) nur einen Tag vor der Jugendweihe im Warener Bürgersaal eine Allgemeinverfügung mit strengeren Regeln erließ.

Der Jugendweihetag in Waren war der erste Tag, an dem die Gebote in Kraft traten. Obwohl Familie Behrend von Anfang an im heimischen Gefilde in Waren feiern wollte, mussten die Warener umdisponieren. Denn an der Feier an dem so bedeutsamen Tag für Amy-Luisa sollten ursprünglich 25 Personen teilnehmen. Daraus wurde nichts. Weil die Corona-Infektionen im Kreis den höchsten Inzidenz-Wert in ganz MV hatten (35,5), dürfen vorerst maximal 15 Personen am heimischen Esstisch sitzen.

Zu viel Essen für weniger Gästee

Trotz Verständnisses für die Situation ärgerte sich Nadine Behrend, die Mutter der 15-Jährigen. „Das kam alles sehr kurzfristig und so, dass man sich schlecht noch darauf einstellen konnte“; hatte die Mutter etwa das Festessen im Blick, das auf die Anzahl der Gäste abgestimmt war. Ärgerlich auch die Absagen innerhalb der Familie und Verwandtschaft, um die zugelassene Kapazität nicht zu überschreiten. „Wir sind jetzt 15. Manche haben von sich aus abgesagt, um sich selbst oder andere nicht zu gefährden“, so Vater Nico Behrend.

Lob für die Feierstunde

Die Feierstunde wurde von den Verantwortlichen der Warener Geschäftsstelle des Jugendweihevereins MV aber erstklassig organisiert, lobte die Familie die würdige Gestaltung der Feierstunde, die trotz Corona-Situation nichts vermissen ließ.

„Die Organisatoren haben das Beste draus gemacht“, zeigte sich mit Jana Panschenko auch eine andere Mutter ganz angetan von dem Konzept, das Jugendweihevereinsmitglied Janine Henning plante. Nach der nachmittäglichen Feierstunde ging’s ab in die Gaststätte. Mit insgesamt 25 Leuten sollte gefeiert werden. Das wäre nach den zurzeit geltenden Vorschriften maximal möglich. „Zwölf Leute haben uns aber noch abgesagt“, erzählte Jana Panschenko. Manche begründeten das mit dem Hinweis auf die Corona-Lage im Kreis. Andere stünden unter Verdacht, infiziert zu sein und sagten deshalb ab. „Unser Umfeld nimmt die Pandemie sehr ernst. Wir wollen auch niemanden anstecken und sind sehr vorsichtig“, so die Mutter der 14-jährigen Alina-Julie. Die Wossidlo-Gymnasiastin äußerte ihr Verständnis für die Situation und dafür, dass die Aufnahme-Zeremonie in den Erwachsenenkreis in diesem Jahr ganz anders abgelaufen ist als geplant. Wichtig sei ihr vielmehr, dass de engste Familie am Festtag da ist– und das war sie.

In der kommenden Woche feiern laut Janine Henning insgesamt 42 Malchower in der Werleburg ihre Jugendweihe.

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