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Junge Katzen verschwinden spurlos

Gabriele Hardt kann sich das Verschwinden der Katzen nicht erklären.
Gabriele Hardt kann sich das Verschwinden der Katzen nicht erklären.
Nadine Schuldt

In Nossentiner Hütte sind gleich zwei Katzen von Einwohnerin Gabriele Hardt verschwunden. Ein Tierarzt hat dafür eine einfache Erklärung.

Innerhalb von zwei Jahren sind von Gabriele Hardts Grundstück zwei Katzen verschwunden. Während Tommy schon seit November 2016 fehlt, ist Oskar seit dem 10. August nicht mehr da. „Es sind noch drei weitere Familien betroffen, bei denen jeweils eine Katze fehlt“, sagt sie.

Sie könne sich das Verschwinden bei ihren eigenen Vierbeinern, von denen Oskar kastriert war, nicht erklären. „Sie hatten feste Futterzeiten und sie waren auch nicht auf der Straße, da sie Angst vor Autos hatten.“ Sie waren nur im Hofbereich, der offen ist, unterwegs. Nur zu den Nachbarn seien sie ab und zu mal hinübergelaufen, aber immer wiedergekommen. Im Übrigen hätten sie sich von keinem Menschen – bis auf die Nachbarin – streicheln lassen, so Hardt.

Hardt verdächtigt andere Menschen

Doch die Gewohnheiten nutzten nichts – die Katzen sind weg. „Es ist mir unverständlich, weil ich nicht weiß, wieso sie weg sind“, sagt Hardt. Sie habe im ganzen Ort nach den Katzen gesucht. Zudem hätte sie Aushänge von Oskar bei zwei Tierärzten angebracht. Ihre Anstrengungen blieben aber ohne Erfolg. Ihr komme das Verschwinden merkwürdig vor, weil ihr mittlerweile schon die zweite Katze fehle. Sie denkt, dass das nicht nur etwas mit den Tieren zu tun hat, sondern auch Menschen ihre Hände im Spiel haben könnten.

An diesem Punkt winkt Birgit Kurth, Bürgermeisterin von Nossentiner Hütte, entschieden ab. „Wir haben in Nossentiner Hütte keine Probleme mit Katzen“, sagt Kurth. Es gebe niemanden, der katzenfeindlich ist. Sie könne sich das Verschwinden auch nicht erklären, so Birgit Kurth.

Katzen können in freier Natur überleben

Tierarzt Holger Nietz sieht das Katzen-Verschwinden aus einer anderen Perspektive. „Katzen sind sehr neugierig und wollen ihre Umwelt erobern“, sagt Nietz. Sie seien stets offen für neue Entdeckungen. Die Tiere seien Beutejäger. Wenn sie eine Maus oder einen Vogel oder etwas anderes Interessantes erblicken, gehen sie dem hinterher.

Eine Studie aus England habe herausgefunden, dass ein kastrierter Kater einen Aktionsradius von 100 Kilometern habe, erklärt Nietz. Eine Katze könne alleine in der freien Natur überleben. Sie sei eher als der Hund in der Lage, sich an ein neues Revier zu gewöhnen. Dennoch sei es nicht ausgeschlossen, dass sie wieder zu ihrem alten Revier zurückkehre. „Als ich ein Kind war, ist unser eigener Kater weggelaufen und erst nach zwei Jahren wieder zurückgekehrt“, erzählt Nietz.