ÄRZTEMANGEL

Neuer Arzt übernimmt Praxis in Waren

Waren kann sich über einen neuen jungen Allgemeinmediziner freuen. Dennoch fehlen dem Heilbad Mediziner und es wird noch schlimmer, denn mehrere Ärzte gehen in den Ruhestand.
Ingmar Nehls Ingmar Nehls
 Christine Weißkopf hat mit Sebastian Marx einen idealen Nachfolger gefunden.
Christine Weißkopf hat mit Sebastian Marx einen idealen Nachfolger gefunden. Ingmar Nehls
Waren.

Es sind große Fußstapfen, die Christine Weißkopf hinterlässt. Aber ihr Nachfolger ist gut ausgebildet, regional bestens vernetzt und kennt auch einige Patienten schon. Sebastian Marx übernimmt ab dem 1. Oktober die Praxis von Christine Weißkopf. Als die Allgemeinmedizinerin im September 1988 ihre Praxis in Waren eröffnete, war sie die jüngste Ärztin. „Vor etwa zehn Jahren gab es schon mal einen Generationswechsel und jetzt werden sich wieder einige mit mir in den Ruhestand verabschieden“, sagt Christine Weißkopf.

Auch wenn sich Waren jetzt über den jungen Arzt freuen kann, gibt es dennoch einen Ärztemangel. Die Kassenärztliche Vereinigung Mecklenburg Vorpommern weist auf ihrer Internetseite für Waren aktuell sieben freie Hausarztstellen aus, in Demmin sind es zwei, in Neustrelitz dreieinhalb, im Neubrandenburger Umland acht. Im ganzen Land fehlen insgesamt 134 Ärzte.

Engpass war in Penzlin zu spüren

Und es wird noch schlimmer. Eine Prognose der Kassenärztlichen Vereinigung zeigt: In den nächsten 15 Jahren werden mehr als 400 der insgesamt rund 1200 Mediziner in MV, die derzeit als Hausärzte tätig sind, in den Ruhestand gehen. Der ländliche Raum ist vom Ärztemangel wesentlich stärker betroffen als die Städte.

Was ein medizinischer Engpass bedeutet, das hat Penzlin vor zwei Jahren zu spüren bekommen. Von drei praktizierenden Hausärzten musste einer seine Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Als Vertretung sprang ein bereits pensionierter Kollege aus Neubrandenburg ein, der eine Art Notsprechstunde abhielt. Weil die verbliebenen Ärzte kaum noch neue Patienten aufnahmen, mussten die Betroffenen in Praxen nach Waren und Neubrandenburg ausweichen, bis sich eine dauerhafte Lösung fand.

In Waren ist es noch einfacher als auf dem Land

Ob Christine Weißkopf jetzt ganz aufhört, oder vielleicht noch als Vertretung einspringt, weiß sie noch nicht. „Von 110 Prozent auf null Prozent herunter zufahren, ist nicht ganz leicht“, gibt sie zu. Mit Sebastian Marx habe sie aber einen idealen Nachfolger gefunden, was in einer lebenswerten Stadt wie Waren sicherlich einfacher sei als im ländlicheren Raum, sagt Christine Weißkopf.

Das neue Gesicht ist einigen Patienten schon bekannt, denn Sebastian Marx arbeitet bereits seit Januar halbtags in der Praxis von Christine Weißkopf. Zuvor war der 34-Jährige im Rahmen seiner Facharztausbildung auch eineinhalb Jahre in der Warener Allgemeinarztpraxis von Henning Hoffmann tätig.

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