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Kärger: Plätze für Flüchtlinge in Waren reichen nicht aus

Das Band zwischen Warens Bürgermeister Möller und Landrat Kärger ist offenbar nicht zerschnitten.
Das Band zwischen Warens Bürgermeister Möller und Landrat Kärger ist offenbar nicht zerschnitten.
Carina Göls

Sie reden wieder miteinander – Landrat Heiko Kärger und Warens Bürgermeister Norbert Möller. Nachdem Christ- und Sozialdemokrat ihre durchaus unterschiedlichen An- und Einsichten in der Flüchtlingsfrage via Nordkurier übereinander kommuniziert hatten, gab es am Dienstag ein persönliches Telefonat.

„Ich habe Herrn Möller nicht angegriffen. Und wir wissen auch um den hohen Vermietungsstand in Waren. Trotzdem aber reichen die in Waren zur Verfügung gestellten Unterbringungsplätze nicht aus“, sagte Heiko Kärger nach dem Telefonat mit Norbert Möller. Die Stadt Waren habe Wohnungen gemeldet, in denen wir nach unserer Prüfung 88 Flüchtlinge unterbringen können, nannte der Landrat konkrete Zahlen. Dies sei natürlich noch eine große Lücke zu der Zahl von 270 Flüchtlingen, die Waren laut Verteilerschlüssel bis zum Jahresende noch aufnehmen müsse. Doch es sei Bewegung in der Sache, die Stadt Waren bemühe sich.

Zur Erinnerung: Als der Landrat in der vergangenen Woche vom „gesunden Druck“ gesprochen hatte, den der Landkreis auf die Stadt ausübe und ausüben werde, hatte der Warener Bürgermeister verärgert und sauer reagiert. Waren werde seinen Verpflichtungen bei der Unterbringung von Flüchtlingen auch ohne „gesunden Druck“ des Kreises nachkommen, hatte Möller zurück gepoltert.

Kärger betonte am Dienstag, dass es nichts bringen würde, wenn jetzt Kreise und Kommunen aufeinander losgehen würden. „Wir brauchen jetzt Ruhe, um die enorme Herausforderung zu bestehen. Dabei müssen wir uns im Klaren sein, dass es in der Flüchtlingsfrage kein Dogma gibt. Wir haben die Sache aber im Griff“, machte Kärger unmissverständlich deutlich. Um für alle Eventualitäten bereit und gerüstet zu sein, hat der Landrat eine Gesprächsrunde mit Beteiligten aus allen betroffenen Ämtern eingerichtet, die sich regelmäßig im Kreishaus trifft. Eine erste Maßnahme: Der Landkreis wird kurzfristig einen Aufruf starten, um die Bevölkerung zu bitten, Betten und Matratzen zu spenden. Aus gutem Grund: Der Landrat geht davon aus, dass der Flüchtlingsstrom auch in Richtung Seenplatte nicht abreißen werde.