GRAUSIGER FUND AM WANDERWEG

Kätzchen vermutlich zum Sterben in Transportbox ausgesetzt

Hat sich jemand eines ungeliebten Tieres entledigen wollen? Diese Frage stellen sich Mutter und Tochter, die das tote Kätzchen in Röbel gefunden haben.
Die rosa Transportbox an der Groß Keller Drift, in der die elfjährige Röbelerin das tote Kätzchen gefunden hatte.
Die rosa Transportbox an der Groß Keller Drift, in der die elfjährige Röbelerin das tote Kätzchen gefunden hatte.
Ein verstörender Anblick – erst recht für ein Kind.
Ein verstörender Anblick – erst recht für ein Kind. privat
Röbel ·

Für Heike Zoch und ihre elfjährige Tochter war es ein regelrechter Schock: Sie sahen sich bei ihrem Sonntagspaziergang mit einer kleinen toten Katze konfrontiert, die vermutlich zum Sterben an der Groß Keller Drift, einem Wanderwege von Röbel nach Groß Kelle, ausgesetzt worden war.

Ihre Tochter ging abseits des Weges. Plötzlich sei sie in Tränen aufgelöst zu ihr gekommen, habe vor Weinen kaum berichten können, was sie gefunden hatte: Versteckt in einem Gebüsch hatte das Kind die rosafarbene Tiertransportbox entdeckt und neugierig einen Blick hineingeworfen – und war dann mit dem Anblick eines toten Kätzchens konfrontiert worden.

Das Tier hat wohl noch gelebt

Mutter und Tochter eilten nach Hause und riefen Tierschutzorganisationen und die Polizei an. Die Beamten sahen sich die Sache vor Ort an und befragten auch die Tochter zum grausigen Fund. Jetzt wird wegen des Verdachtes des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ermittelt. Hinweise zum Halter des Tieres oder dazu, wer die Box an der Groß Keller Drift abgestellt haben könnte, nimmt die Polizei in Röbel unter Tel. 039931 8480 entgegen.

Margret Kuhlmann, Leiterin des Malchower Tierheimes und stellvertretende Landesvorsitzende des Tierschutzbundes MV, ist entsetzt über diesen Fund. Zwar könne man nicht mit Sicherheit sagen, dass das Tier noch gelebt habe, als es am Röbeler Wanderweg in der Box zurück gelassen wurde, aber „es ist davon auszugehen”, meinte sie. Wer, so fragte sie, würde sich die Mühe machen, ein bereits gestorbenes Tier in eine Transportbox zu legen, an den Wanderweg zu fahren und es im Gebüsch verstecken, dort wo es eigentlich von Passanten nicht hätte entdeckt werden können?

Im Notfall hilt das Tierheim

„In diesem Fall wäre es sogar besser gewesen, das Tier auszusetzen, das muss man so deutlich sagen. So hätte sich vielleicht doch noch eine gute Seele gefunden, die sich des Tieres angenommen hätte”, meinte die Tierschützerin.

Sie weist darauf hin, dass man das Kätzchen auch am Wochenende im Malchower Tierheim hätte abgegeben können – obwohl das Ordnungsamt Röbel keinen Vertrag mit der Einrichtung habe und auf eine Tierauffangstationen bei Röbel zurückgreife. „Wir helfen, wenn es die Not erfordert. Wir hätten uns dann hinsichtlich der Kosten mit dem Röbeler Amt in Verbindung gesetzt”, machte die Tierschützerin deutlich. Aber, sagte sie, in diesem Fall wäre wohl jede Hilfe leider zu spät gekommen.

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