TIERQUÄLEREI

Katze in der Kiste über Tierheim-Zaun geworfen

Ein besondere Fall von Tierquälerei empört die Mitarbeiter des Malchower Tierheimes. Sie suchen nach einem Katzen-Besitzer, der sein Tier loswerden wollte.
Die Katze, die in dieser Holzkiste eingenagelt worden war, leidet unter einer Darmentzündung und muss behandelt werden.
Die Katze, die in dieser Holzkiste eingenagelt worden war, leidet unter einer Darmentzündung und muss behandelt werden. Tierheim
Malchow ·

Das Szenario mutet an wie aus einem schlechten Film: Als Mitarbeiter des Malchower Tierheimes vor Kurzem morgens gegen 6.30 Uhr zur Arbeit kamen, fanden sie auf dem Gelände der Einrichtung eine zugenagelte Holzkiste. Darin saß eine Katze, die in dem dunklen, engen Behälter vermutlich eine ganze Nacht hatte ausharren müssen. Doch damit nicht genug: Weil das Gelände des Tierheimes zu seinen Schließzeiten und daher auch nachts gesichert ist, haben die, die sich der Katze entledigen wollten, die Kiste vermutlich sogar einfach über den Zaun geworfen.

Die Katze muss bei dem Vorfall Qualen erlitten haben

„Wir wissen natürlich nicht, ob es so gewesen ist, aber es ist wahrscheinlich, weil anders die Kiste samt Katze sonst nicht aufs Gelände gelangen konnte“, erklärte Margret Kuhlmann, Leiterin des Tierheimes Malchow. Gewiss sei aber, dass die Katze Qualen erlitten habe, so Margret Kuhlmann weiter. Und zwar schon beim Einnageln. „Es muss für das Tier schrecklich gewesen sein, das laute Hämmern, dann das Gefühl, in einer engen Kiste festzustecken. Dazu kommt, dass wir nicht wissen, wie lange das Tier gefangen war“, sagte die Tierheim-Leiterin dem Nordkurier. Die Kiste war mit vier dicken Nägel verschlossen, die Mitarbeiter hatten Mühe, die Kiste aufzubekommen, berichtete Margret Kuhlmann.

Nachdem die Kiste endlich aufgebrochen war, kam eine Überraschung zu Tage: „Es war kein verwahrlostes Tier, das da in unsere Hände fiel, sondern eine wunderschöne, gut gepflegte und wohlgenährte Katze, die eng mit Menschen gelebt hat, bevor sie in die Kiste eingenagelt wurde“, beschrieb Margret Kuhlmann. Das Tier wurde zunächst in der Quarantäne-Abteilung des Malchower Tierheimes untergebracht und tierärztlich untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass das Tier einen dicken Bauch hatte. „Unsere erste Vermutung war, dass die Katze tragend ist und man sich des Muttertiers und der zu erwartenden Jungen entledigen wollte. Aber die Katze leidet immer noch unter einer Darmentzündung und hatte daher einen aufgeblähten Bauch. Sie wird jetzt behandelt und versorgt“, erklärte die Tierheimleiterin.

Jede ausgesetzte Katze verursacht hohe Kosten

Für sie und ihre Kollegen ist die Sache damit aber noch nicht erledigt. Sie hoffen, dass jemand weiß, wem diese Katze gehört hat. Das Tier hat ein besonderes, auffälliges Fell, bei dem Margret Kuhlmann erkennt, dass es reinrassige Vorfahren gehabt haben muss. „Es ist ein so einprägsames Tier, so dass man es bestimmt einem Besitzer zuordnen kann“, meinte sie. Denn eines ist für sie klar: Sie will in dem Fall der Katze aus der Kiste Anzeige wegen Tierquälerei erstatten und hofft nun auf Hinweise: „Man kann nicht einfach ein Tier ‚entsorgen‘, man trägt Verantwortung, die man nicht abschieben kann, schon gar nicht auf diese Art und Weise, wie es bei dieser Katze geschehen ist.“

Jede ausgesetzte Katze, die im Tierheim aufgenommen werden muss, verursacht Kosten von rund 180 Euro. Das Tier wird geimpft, wenn nötig kastriert, es bekommt einen Chip und wird gegen Parasiten behandelt. „Wer sein Tier nicht mehr haben möchte, aus welchen Gründen auch immer, sollte es nicht aussetzen. Und wenn man es im Tierheim abgeben muss, dann sollten man für die entstehenden Kosten aufkommen, das ist das Mindeste“, meinte die Tierheim-Leiterin.

Sie geht davon aus, dass die Vermittlungschancen für die Katze aus der Kiste ziemlich gut stehen: „Es ist ein schönes, zutrauliches, freundliches und verschmustes Tier“, betonte Margret Kuhlmann. Wer die Katze bei sich aufnehmen möchte, kann sich einfach im Malchower Tierheim melden. Dort werden derzeit 12 Hunde und 22 Katzen betreut.

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