Tierschutz

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Katzen aus Malchower Abrisshaus im Akkord kastriert

Geschafft: Diese, aus dem Malchower Abrisshaus gerettete Katze nach überstandener Kastrations-OP.
Geschafft: Diese, aus dem Malchower Abrisshaus gerettete Katze nach überstandener Kastrations-OP.
Petra Konermann

Die vielen Katzen aus dem Malchower Abrisshaus halten das Tierheim auf Trab. Am Mittwoch wurden die geretteten Tiere kastriert. So viele wie nie zuvor.

Rund 20 Katzen, die aus dem Malchower Abrisshaus gerettet wurden, haben Tierärzte am Mittwoch im Tierheim kastriert. „Noch nie mussten bei uns so viele Tiere auf einmal kastriert werden“, sagte Tierheimleiterin Margret Kuhlmann. Von ihr und ihren Mitarbeitern wurde die Aktion vor- und nachbereitet, damit die Arbeit der Tierärzte schnell vonstatten gehen konnte.

Bei den Operationen wurden zudem alle Tiere gleichzeitig mit einem Chip versehen. Noch nicht alle der insgesamt rund 30 geretteten Katzen konnten der Operation unterzogen werden, weil einige noch zu jung sind. Ihre Kastration soll in ein paar Wochen erfolgen.

Für Vermittlung noch zu früh

„Bereits in der vergangenen Woche haben wir damit begonnen, die Katzen zu impfen, das wird fortgesetzt“, so Margret Kuhlmann. Obwohl es bereits einige Anfragen gibt, können noch keine Tiere, die aus dem Abrisshaus gerettet wurden, vermittelt werden. „Die Tiere müssen zunächst zu Kräften kommen. Zudem müssen sie wieder besser an Menschen gewöhnt werden“, sagte sie.

Das ist für die Tierschützerin ein wichtiger Punkt vor allem mit Blick auf eine spätere Vermittlung der Tiere. Dafür haben sich bereits freiwillige Helfer gefunden. Wie Marion Rudat aus Kogel, die von dem Schicksal der Katzen aus dem Abrisshaus gelesen hatte. „Eine weitere Katze können wir leider nicht aufnehmen, aber ich wollte das Tierheim bei der angespannten Situation unbedingt unterstützen“, sagte sie. Marion Rudat hatte deshalb viel Zeit mitgebracht, um die scheuen und zum Teil verängstigten Katzen wieder an die gute Gesellschaft von Menschen zu gewöhnen.

Jede Hilfe zählt

Und das ging, erzählte Marion Rudat, schneller als sie gedacht hatte. „Eine Katze hat mich zu Beginn, als ich in den Raum kam, angefaucht. Nach zwei Stunden zureden lässt sie sich schon von mir streicheln“, freute sich die Kogelerin. Sie will wiederkommen, um den geretteten Katzen einen guten Start bei neuen Haltern zu ermöglichen. Margret Kuhlmann und ihre Mitstreiter sind dankbar für solche Hilfe: „Wir schaffen es bei der vielen Arbeit derzeit gerade nicht, für die vielen Katzen hier bei uns Zeit für ausgiebige Streicheleinheiten abzuzweigen. Aber gerade das ist so wichtig.“

Trotzdem freut sich der Tierschutzverein Waren e. V., der Träger des Tierheimes Malchow, auch über Geldspenden. Denn vor allem die medizinische Versorgung sowie das Futter für die nun insgesamt 60 Katzen muss bezahlt werden.

Unterdessen beschäftigt sich auch das Veterinäramt des Landkreises weiter mit den geretteten Katzen. Das Amt prüfe, so Kreissprecherin Haidrun Pergande, den Besitzern ein Tierhaltungs- und Betreuungsverbot auszusprechen. Darüber hinaus werden Maßnahmen in Bezug auf Straf- bzw. Bußgeldvorschriften geprüft. Auf Grund des laufenden Verfahrens könne man dazu keine weiteren Angaben machen, sagte sie auf Nordkurier-Nachfrage.