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Kaufhalle: Kann nur eine geben

Der alte Edeka-Markt in der Teterower Straße in Waren könnte einem Neubau weichen. [KT_CREDIT] FOTO: Thomas Beigang

VonThomas BeigangZwei Ketten wollen, aber nur für eine ist Platz. Die Stadtvertreter in Waren müssen entscheiden, wer in der Nordstadt bauen und seine ...

VonThomas Beigang

Zwei Ketten wollen, aber nur für eine ist Platz. Die Stadtvertreter in Waren müssen entscheiden, wer in der Nordstadt bauen und seine Lebensmittel verkaufen darf.

Waren.Ein Anblick mit Seltenheitswert: Kein Stuhl mehr frei im Sitzungssaal. Die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses erreichen nur mit Mühe ihre Plätze. Dabei ist gar keine wichtige Entscheidung zu erwarten. Nur zwei Vorstellungen. Die beiden Kandidaten, die sich darum bewerben, den einzelhandelsfreien Platz in der Teterower Straße zu besetzen, stellen ihre Konzepte vor.
Aber – es kann am Ende nur einen geben. Das im Warener Rathaus in Auftrag gegebene Einzelhandelskonzept hat festgestellt, dass hier Einkaufsmöglichkeiten nötig seien – aber nicht mehr als 1500 Quadratmeter. Die beiden Supermarkt-Ketten, die „scharf“ auf den Standort sind, heißen Rewe und Edeka. Der Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses, Ralf Schütze (SPD), stellt aber klar: „Eine Entscheidung ist nicht zu erwarten. Darüber soll nach der Präsentation in den Fraktionen der Stadtvertretung beraten werden“.
Die Vertreter von Rewe schreiten als erste in die „Bütt“. Seit Langem, so heißt es, will sich die Supermarkt-Kette schon in Waren ansiedeln. Auf einem Grundstück an der Ecke Teterower/Warenshöfer Straße soll ein sogenanntes Green Building entstehen, ein energieeffizientes Gebäude mit ausreichend Parkmöglichkeiten, in dem zwischen 20 und 50 Jobs angeboten werden.
Das Problem ist das Grundstück. Noch gehört das der Deutschen Bahn, die aber sei verkaufsbereit, heißt es vom Bewerber. Damit jedoch nicht genug: Denn die gegenwärtigen Nutzer des Grundstücks, Warener Kleingärtner, werden bestimmt etwas gegen einen Neubau haben, denn noch bauen die hier selbst an: Kartoffeln, Möhren, Zwiebeln und Äpfel. Man würde sich, heißt es bei Rewe, um Ersatz für die Gärten bemühen.
Zumindest diese Sorge hat Edeka nicht. Ingolf Schubert, schon Geschäftsführer dreier anderer Edeka-Märkte in Waren, genießt den Heimvorteil, als er sein Konzept präsentiert. Etliche Mitarbeiter gewähren ihrem Chef moralische Unterstützung. Schubert will in der Teterower Straße dort neu bauen, wo immer noch die Hülle des alten Edeka-Marktes steht. Grundstück? Kein Problem, das gehört ihm schon, lässt er wissen. Eine kleine Fläche will man zusätzlich von der Stadt kaufen oder pachten. Hier soll dann auch die „Zentrale“ des Schubertschen Online-Versands einziehen. Denn die Bestellung der Lebensmittel via Internet und die Auslieferung haben Hochkonjunktur: Mit 700000 Euro Umsatz wird in der Sparte für 2013 gerechnet.

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beigang@nordkurier.de