FACHKRÄFTEMANGEL

Keine Tschu-Tschu-Bahn zur Müritz-Saga

Mit der Tschu-Tschu-Bahn kann man in Waren Stadtrundfahrten machen. Als Shuttle für die Müritz-Saga fällt sie 2018 aus. Kann noch eine Alternative gefunden werden?
Petra Konermann Petra Konermann
Mit der Tschu-Tschu-Bahn kann man in Waren Stadtrundfahrten erleben. Als Shuttle für die Besucher der Müritz Saga dient sie aber dieses Jahr nicht mehr. 
Mit der Tschu-Tschu-Bahn kann man in Waren Stadtrundfahrten erleben. Als Shuttle für die Besucher der Müritz Saga dient sie aber dieses Jahr nicht mehr. Petra Konermann
Waren.

In die Vorbereitungen zu dem Freiluft-Spektakel auf dem Warener Mühlenberg mischt sich gerade ein bisschen Frust. Und das hat überhaupt nichts mit den Aufführungen der Müritz-Saga selbst zu tun, die am Sonnabend Premiere feiert, sondern damit, wie die Zuschauer in diesem Jahr vom Parkplatz am Amtsbrink hinauf auf den Mühlenberg gelangen. Denn einen Shuttle-Service wie in den Jahren zuvor wird es dieses Jahr nicht geben. Das erklärte Nils Düwell, Indendant und Regisseur der Müritz-Saga, die 2018 zum 13. Mal auf die Warener Freilichtbühne gebracht wird.

In den vergangenen Jahren gab es für die Anreise der Zuschauer eine komfortable Lösung: Wer die etwa eineinhalb Kilometer lange Strecke nicht laufen wollte oder konnte, für den stand die Tschu-Tschu-Bahn zur Verfügung, die tagsüber Stadtrundfahrten in Waren anbietet und die abends als Shuttle vor und nach den Vorstellungen den Amtsbrink-Parkplatz und das Saga-Theater auf dem Mühlenberg miteinander verband.

Fachkräftemangel und Fragen der Wirtschaftlichkeit

Mike Pickran aus Malchow, Betreiber der Tschu-Tschu-Bahn in Waren, erklärte auf Nachfrage, warum er in Sachen Shuttle für die Müritz-Saga in diesem Jahr auf die Bremse getreten ist: Fachkräftemangel und Fragen der Wirtschaftlichkeit führte der Unternehmer als Gründe an.

Der Fahrer, der sonst die Tschu-Tschu-Bahn durch Waren und auch zur Müritz-Saga lenkte, hatte gekündigt. „Es war schwer, Ersatz zu finden. Das hat auch mit dem derzeitigen Fachkräfte-Mangel zu tun. Ich hatte aber Glück, denn ich konnte selbst einen Fahrer ausbilden, der dann rechtzeitig zur Saison fertig wurde“, so Pickran. Diesen neuen Fahrer wolle er nun aber nicht über die Gebühr zusätzlich belasten.

„Denn ich habe aus der Vergangenheit gelernt: Es sind einfach schwierige Arbeitszeiten, wenn man tagsüber Stadtrundfahrten mit der Tschu-Tschu-Bahn macht und dann nach einer Pause abends und an Wochenenden fürs Shuttle noch mal ran muss. Das hat wohl auch dazu geführt, dass der ursprüngliche Fahrer sich einen neuen Job gesucht hat“, machte Mike Pickran deutlich. Zudem waren die Einnahmen, die die Tschu-Tschu-Bahn mit dem Shuttle-Service zur Müritz-Saga erzielte, nicht kostendeckend. „Ich habe das die Jahre zuvor immer auch als Unterstützung für ein tolles regionales und künstlerisches Angebot gesehen. Aber jetzt ging es leider nicht mehr“, so der Malchower.

Mit MVVG und Taxis wird nach Lösungen gesucht

Für Müritz-Saga-Intendanten Nils Düwell ist das Aus des Shuttles bedauerlich. Zumal, so der Warener, es auf dem Mühlenberg keine Parkplätze für die Saga-Gäste gebe. Der Parkplatz am Amtsbrink sei der nächstgelegene große Parkplatz, der in den Abendstunden genügend Stellflächen für die Zuschauer biete. Noch aber hat Düwell nicht aufgegeben, er sucht weiter nach Lösungen, möglicherweise mit einem Taxi-Unternehmen. Oder aber gemeinsam mit der MVVG, dem kommunalen Busunternehmen der Seenplatte.

Sigrid Leder, stellvertretende MVVG-Geschäftsführerin und verantwortlich für den Standort Waren, sagte dem Nordkurier, man suche derzeit intensiv ebenfalls nach einer Lösung. „Wir haben geprüft, ob es Möglichkeiten gibt, den Shuttle im Rahmen der neuen City-Line abzudecken. Das ist aber nicht möglich“, sagte sie. Eine Lösung ließe sich eventuell mit Beginn der Ferienzeit finden, wenn MVVG-Fahrer nicht mehr im Schulbus-Verkehr eingebunden seien. „Eine Lösung haben wir aber noch nicht, wir prüfen noch“, betonte Sigrid Leder.

Für die Müritz-Saga-Gäste heißt es daher, sich zumindest für die erste Woche der Warener Freilichtspiele auf Schusters Rappen zu begeben. Oder vorsorglich selbst ein Taxi zu ordern.

 

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