RADZÄHLSTELLEN

Kleine Kästen in der Seenplatte sorgen für wichtige Verkehrs-Daten

In der Müritzregion sind in der Saison zahllose Radler unterwegs. Radzählstellen geben Auskunft, wo wie viele Leute fahren und wo Optimierungsbedarf besteht.
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Thomas Fitzke ist bei der kreislichen Wirtschaftsförderung für die touristische Infrastruktur verantwortlich und fährt deshalb viele Radwege – so wie diesen bei Röbel – selber ab. Nadine Schuldt
Gotthun.

Um bei einem Radrouten-Netz von 1400 Kilometern im Landkreis nicht den Überblick über die Nutzung zu verlieren, setzt Thomas Fitzke auf sogenannte Radzählstationen. „Wir haben zwölf Messpunkte im Landkreis und sind damit sogar Vorreiter im gesamten Bundesland“, erklärt der Referent für Touristische Infrastruktur bei der kreislichen Wirtschaftsförderung. In der Müritzregion sind diese weißen Kästen in Rechlin und Gotthun fest installiert. Darüber hinaus gibt es mobile Stationen, die immer wieder an einem anderen Standort postiert werden. „Ich möchte so ein möglichst flächendeckendes Bild erhalten“, erklärt Thomas Fitzke.

Anhand der Daten kann sich der Radrouten-Experte Fitzke ein Bild machen, wie stark welche Strecke genutzt wird. „Dadurch können wir finanzielle Mittel, beispielsweise für die Bankettpflege oder den Rückschnitt von Bäumen, bedarfsgerecht einsetzen“, erläutert Fitzke. Klar, dass der Standort in Rechlin mit seinen jährlich mehr als 100 000 Radlern ganz oben in der Prioritätenliste, Klocksin mit jährlich 3110 Pedalrittern dagegen nicht ganz so hoch steht. In Gotthun seien es jährlich um die 38 000 Radler.

Der Experte liest aus den Zählstellen-Daten aber noch mehr heraus. So werde beispielsweise in Gotthun deutlich, dass diese Trasse vor allem in der Saison, also von Mai bis Ende September, stark befahren wird. An einigen Standorten wie denen in Altentreptow und Rechlin wurden die Daten sogar auf Stunde und Tag heruntergebrochen. Das Ergebnis: Während in Rechlin Spitzenwerte in der Zeit von 12 bis 15 Uhr und vor allem am Wochenende erreicht werden, gibt es in Altentreptow vormittags um 10 und 11 Uhr sowie gegen 18 Uhr Höchstwerte – vor allem werktags. Für Thomas Fitzke ein starkes Zeichen, dass diese Strecke besonders im Alltag stark befahren wird.

Optimierung von Routen anhand der Daten

Der Radexperte kann anhand der Daten auch Routen optimieren und so die Attraktivität einer Strecke steigern. So wurde beispielsweise der Radweg zwischen Zielow und Vipperow auf Vordermann gebracht. „Der Weg verlief teilweise durch das Sumpfgebiet Dornhorst und war so schlecht, das er nicht mehr befahren werden konnte“, sagte Fitzke. Also wurden rund 100 000 Euro investiert, um diese Trasse, die zum bei Touristen sehr beliebten Müritz-Rundweg gehört, wieder instandzusetzen.

Doch nicht alle Vorhaben sind von Erfolg gekrönt. So hat das Straßenbauamt Neustrelitz einem zeitnahen Radwege-Bau entlang des Abschnittes Jabel bis zum Blücher-Denkmal bei Silz an der L 205 eine Absage erteilt. Der Radweg-Bau müsse auch deshalb zurückgestellt werden, da parallel zur Straße eine Bahnlinie verläuft und hier ebenfalls entsprechende Belange geklärt werden müssen. „Auf der Trasse gibt es ausgeprägte Kuppen und Senken, die für eine Sichtbehinderung sorgen“, erläutert Andreas Herold, stellvertretender Leiter des Straßenbauamtes Neustrelitz, einen zweiten Aspekt. Diesen „Höhenplan“ der Straße wolle man verbessern, wozu enorme Erdbewegungen nötig seien.

Das bewirke jedoch, dass ein Radweg, der parallel zur Straße verliefe, wieder verschwände. „Jetzt einen straßenbegleitenden Radweg zu bauen, wäre sinnlos“, sagt Herold mit Blick auf die hohen Kosten. Darüber hinaus gebe es derzeit einen Weg, der durch den Wald verlaufe und von Radlern genutzt werde.

Thomas Fitzke bedauert diese Entscheidung sehr. „Ein asphaltierter straßenbegleitender Radweg entlang der L 205 stand auf der Prioritätenliste im Lückenschlussprogramm für Radwege an Landesstraßen in MV durch den Landkreis auf Platz 1“, so Fitzke. Er sei nötig, weil auf der Landesstraße laut Messungen täglich mehr als 2500 Autos unterwegs seien. Gleichzeitig liege auf dieser Streck auch der regional bedeutsame Kölpinsee-Fleesensee-Rundweg, der aufgrund seiner Charakteristik als sehr familienfreundlich eingestuft werde. Er binde das Land Fleesensee, Klink, Waren und Jabel sowie Silz mit ein und biete dadurch ein enormes Entwicklungspotenzial, so Thomas Fitzke.

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