VIRUS AUS CHINA

Klinik Amsee ist gut gegen Coronavirus gewappnet

In Deutschland häufen sich die Verdachtsfälle von mit Coronaviren infizierten Personen. An der Müritz ist man vorbereitet.
In der Klinik Amsee hat sieben Isolierzimmer. Dort wurde noch kein Coronavirus-Patient aufgenommen.
In der Klinik Amsee hat sieben Isolierzimmer. Dort wurde noch kein Coronavirus-Patient aufgenommen. Ritva Marx
Waren.

„Aktuell gibt es bei uns keine Anfrage, einen Verdachtsfall auf das Coronavirus unterzubringen“, sagte Christoph Schäper. Hinter dem Coronavirus verbirgt sich eine Atemwegserkrankung, die sich laut Robert-Koch-Institut mit Erkältungssymptomen äußert und zu einer Lungenentzündung führen kann. Wie der Chefarzt und Ärztlicher Direktor der Klinik Amsee weiter mitteilte, bereiten sich unter anderem die Uni-Kliniken in Rostock sowie in Greifswald darauf vor, mögliche Verdachtsfälle aufzunehmen.

In Greifswald ist das seit Donnerstag bereits der Fall. Wie Donnerstagvormittag bekannt wurde, gab es in der Hansestadt einen ersten Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus. Ein junger Mann, der kürzlich aus China zurückgekehrt war, hatte sich im Uni-Klinikum gemeldet. Der Mann klagte über leichtes Fieber und Erkältungssymptome, wie es von einem Kliniksprecher hieß. Wie es von der Klinik hieß, gehe es dem Mann gut. Dennoch sei er isoliert worden. Im brandenburgischen Potsdam gibt es seit Donnerstag einen konkreten Corona-Verdachtsfall. Dabei handelt es sich um eine chinesische Schülerin aus der Klassenstufe 10, wie das Schiller-Gymnasium auf seiner Internetseite mitteilte. Sie sei in das Ernst-von-Bergmann-Klinikum gebracht worden. Dort sei sie isoliert worden. Sie werde nun beobachtet und behandelt, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministerium mit.

Zusammenarbeit mit Uniklinik Rostock

Solche Isolierzimmer sind auch in einem Bereich der Klinik Amsee vorhanden. Damit ist ein Schleusenzimmer gemeint, das mit einer Doppeltür ausgestattet ist. Insgesamt gebe es sieben Isolierzimmer in der Klinik, erklärte Schäper, der im Laufe seines Berufslebens unter anderem in der Infektiologie der Charité arbeitete. Einige ihrer Patienten befänden sich momentan auch auf der Isolierstation. „Wir sind auf Infektionskrankheiten der Lunge spezialisiert“, sagte Schäper. Dazu zählen Krankheiten wie Tuberkulose oder Lungenentzündungen. Bei der Behandlung der Patienten kann Christoph Schäper auf ein komplettes Arztteam mit mehreren Spezialärzten zurückgreifen.

Sollte jedoch ein Coronavirus-Patient in der Klinik Amsee aufgenommen werden, bestehe sofort eine ganz enge Zusammenarbeit mit der Infektiologie der Uni-Klinik Rostock. Allerdings bestehe zwischen dieser Uni-Klinik und Amsee bereits eine enge Zusammenarbeit, da Amsee das akademische Lehrkrankenhaus für Rostock sei, so Schäper. Zudem stehe man dann auch in einer intensiven Absprache mit dem Lagus, dem Landesamt für Gesundheit und Soziales in Mecklenburg-Vorpommern. Darüber hinaus hätte das Robert-Koch-Institut einen Stab eingerichtet, der nur für die Krankenhäuser zuständig sei. „Das ist eine zusätzliche Maßnahme, um Sicherheit zu haben“, erklärte Schäper. Gegebenenfalls setze man sich dann auch noch zusätzlich mit einem Referenzzentrum wie beispielsweise dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Verbindung. In seinen Augen müsse das Thema derzeit so ernst genommen werden, da es weltweit auftrete.

Wie lange ein mit dem Coronavirus infizierte Person in der Klinik bleiben müsse, könne er so pauschal nicht sagen. „Wir Ärzte machen uns in dem individuellen Fall zunächst ein Bild von dem Patienten“, erläuterte Schäper. Läge dann ein gesicherter Fall vor, würde mit dem Referenzzentrum geklärt, wann keine Ansteckungsgefahr mehr von dem Patienten ausgeht.

 

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