Klinker Klinik
Klosterschwestern sollen Personalnot an der Müritz lindern

Schwester Carmella (2. Reihe, 4. v. l.) mit ihren Schwestern vor ihrem aktuellen Wirkungsort in Aachen. In dieser Tracht werden auch die Inderinnen leben, die in der Gemeinde Klink im Klinikum arbeiten und in der Nähe in einem kleinen neuen Kloster leben werden. 
Schwester Carmella (2. Reihe, 4. v. l.) mit ihren Schwestern vor ihrem aktuellen Wirkungsort in Aachen. In dieser Tracht werden auch die Inderinnen leben, die in der Gemeinde Klink im Klinikum arbeiten und in der Nähe in einem kleinen neuen Kloster leben werden.
privat

An der Müritz soll ein kleines Kloster entstehen – ganz nah an der Klinik in Klink. Krankenschwestern aus Indien werden dann bei der Pflege unterstützen. Denn Ordensschwestern sind längst gefragte Arbeitskräfte.

Ora et labora (bete und arbeite!) Das steht für das klassische Klosterleben. Und das dringt immer mehr aus seinen mächtigen Mauern. Nicht nur, weil Menschen sich in Stress und Hektik nach einer stillen Auszeit sehnen, sondern weil die Ordensmitglieder auch im atheistischen Alltag gebraucht werden. Als Personal.

Was bislang meist im Ausland oder in südlichen deutschen Gefilden selbstverständlich ist, das ist nun auch in Mecklenburg-Vorpommern angekommen. Die Müritz Klinik Klink an der Mecklenburgischen Seenplatte plant dieses Novum im Norden und möchte ein kleines Kloster bauen. Nah am Klinikum. Bis zu zwei Millionen Euro will die Avila Gruppe mit Sitz in Berlin für dieses Haus der Klosterfrauen „Sisters of the Little Flower of Bethany” (Schwestern der „Kleinen Blume von Bethanien”) in die Hand nehmen, wie Avila-Sprecher Thorsten Eckert, auf Nachfrage sagte.

Krankenschwestern aus Indien

Raum für Gebete, persönlichen Rückzug, Gemeinschaft, die Strukturen des monastischen Lebens. Fünf bis sechs der ausgebildeten Krankenschwestern aus Indien, die deutsch könnten, würden frühestens im Sommer nächsten Jahres an die Müritz ziehen.

Dann wird auch Schwester Carmella die eine oder andere Ordensfrau aus ihrer Mitte auf Mecklenburg-Mission schicken. Rund 700 Kilometer entfernt von Aachen. Im St. Laurentius Orden lebt sie mit knapp 20 Schwestern. Ein Dasein mit und für Gott und für die Menschen das prägt ihr Tun. „Es ist alles noch recht frisch. Wir wissen noch nicht, wer und wie viele Schwestern genau dort hingehen werden.

„Eine wunderbare Aufgabe!”

Ich war aber schon zwei Mal in Klink und habe mir die Klinik und den Ort angesehen, an dem das neue Haus stehen wird”, berichtet Schwester Carmella. In einer Klinik trifft man auf alle möglichen Schicksale, Charaktere. „Eine wunderbare Aufgabe!”

Nur in ihrer Tracht werden sie sich von den Kolleginnen unterscheiden. Denn Sprache und Ausbildung seien kein Problem. Und auch im Lohn? „Wir bekommen als Schwestern ein Gestellungsgeld. Alle Bischöfe in Deutschland legen fest, wie viel das in den Gruppen 1 bis 4 ist”, erklärt die Ordensfrau.

Qualifiziertes Personal

Gibt es keinen Lohn wie für das andere Pflegepersonal? „Selbstverständlich”, klärt Avila-Sprecher Eckert auf: „Die Schwestern sollen genauso bezahlt werden wie die anderen in ihrem Job auch. Es geht nicht darum, Leute einzustellen, die für besonders wenig Geld arbeiten, sondern mehr qualifiziertes Personal zu haben, das wir auf anderem Wege und in der Region einfach nicht finden.”

Dass man sich auf die indischen Schwestern besann, das habe quasi vor der Haustür gelegen, denn es gebe bereits Kontakte zu ihnen – in Berlin Tempelhof, in einer Ordensniederlassung. Was dort gut funktioniere, das gelte nun als Chance für Klink. Nicht direkt am Wasser, nicht im Zentrum der Gemeinde werde das kleine Haus gebaut werden, sondern neben der Klinik, in Richtung Waren.