Kreistagspräsident Thomas Diener (CDU) vor dem beschmierten Gedenkstein.
Kreistagspräsident Thomas Diener (CDU) vor dem beschmierten Gedenkstein. Petra Konermann
Provokation

Konsequenzen nach NPD-Aktion gefordert

Nur fünf, sechs Rechte waren es, die am Sonnabend eine Gedenkveranstaltung am Warener Kietz gestört haben. Stadtvertreter kritisieren, dass es überhaupt dazu kommen konnte.
Waren

Die Vorfälle am Gedenktag zur Befreiung des KZ Auschwitz beschäftigt die Warener, allen voran Stadtvertreter, auch noch Tage später. „Offensichtlich haben die Sicherheitskräfte hier eine falsche Strategie gefahren”, meinte Rüdiger Prehn, Vorsitzender der Linken-Fraktion. „Es war früher nicht nötig, den Stein zu schützen, jetzt schon. Das ist ein Lernprozess”, so Prehn. Der Gedenkstein, der den Toten des Retzower Außenlagers des KZ Ravensbrück gewidmet ist, wurde mit brauner Farbe beschmiert.

Es könne nicht sein, so Rüdiger Prehn, dass eine „Handvoll Gestriger”die Teilnehmer so einer Veranstaltung belästigen können. Er hoffe, dass künftig solche Vorfälle unterbunden werden. Prehn wies darauf hin, dass es tatsächlich nur eine Handvoll Provokateure gewesen waren, die am Sonnabend auftraten, deren Störungen offenbar aber lange geplant waren, wie Prehn herausgefunden hatte.

Auch Jürgen Seidel, Mitglied der CDU-Fraktion der Warener Stadtvertretung, verurteilte die Provokationen durch die Rechten. „Ziel war es ja, zu stören und zu provozieren, jemanden vielleicht zu einer unbedachten Handlung zu reizen. Das hat nicht geklappt, gut so”, meinte der CDU-Mann. Er ärgerte sich aber darüber, dass eine „paar Leute mit brauner Gesinnung” der Veranstaltung ihren Stempel aufdrücken konnten.

CDU-Stadtvertreter: NPD-Frau macht oft mit Provokationen von sich reden

„Ich finde es richtig, dass Anzeige erstattet wurde, und es müssen Konsequenzen erfolgen”, forderte Seidel. Er betonte, dass von Doris Zutt, NPD-Stadtvertreterin und eine der Störer der Veranstaltung am Sonnabend, oft nur durch Provokationen von sich reden mache: „In der Stadtvertretung kommt von ihr meist nichts. Das müssten die, die sie gewählt haben, inzwischen längst erkannt haben”, so Seidel.

Für SPD-Fraktionsvorsitzende Petra Klebba haben die Provokationen durch die Rechten „eine neue Qualität erreicht.” Auf ihrer Fraktionssitzung am Montagabend wollten die SPD-Stadtvertreter die Vorfälle vom Sonnabend zum Thema machen. „Ich plädiere dafür, fraktionsübergreifend über die Sache mit dem Stadtpräsidenten zu sprechen, um so etwas künftig zu verhindert”, betonte Petra Klebba. Das Urteil von Toralf Schnur, Vorsitzender der Fraktion FDP/MUG, steht fest: „Das was dort vorgefallen ist, ist schlimm und einfach nur peinlich.”

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