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Kostenlose Grünschnitt-Abgabe wäre viel teurer

Bevor die Kreispolitik über gebührenfreie Grünschnitt-Entsorgung in der Seenplatte diskutiert, hat die Verwaltung Fakten zusammengetragen. Die sprechen gegen den Plan.
Andreas Segeth Andreas Segeth
Wäre die Entsorgung von Grünschnitt kostenfrei, würde sich die Menge vervielfachen.
Wäre die Entsorgung von Grünschnitt kostenfrei, würde sich die Menge vervielfachen. Jens Schierenbeck
Waren.

Kommt die gebührenfreie Entsorgung von Grünschnitt für den gesamten Landkreis Mecklenburgische Seenplatte? Am Mittwoch wird der Kreis-Wirtschaftsausschuss in Waren über das Thema diskutieren, am 24. September soll der Kreistag darüber entscheiden. Die Fraktion der FDP/Piraten/AB/EB hatte das Thema im März auf die Tagesordnung gebracht. Der Kreistag wollte aber erst eine Stellungnahme durch die Verwaltung über die Folgen eines solchen Schrittes.

Diese Expertise liegt nun vor, die Haltung der Kreisverwaltung ist klar. Ihre Empfehlung an die Politik lautet, die acht Euro pro Kubikmeter Grünschnitt, die man im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte jetzt für die Entsorgung auf der Deponie zu zahlen hat, beizubehalten.

Erheblicher Mehranfall befürchtet

Die Kreisverwaltung beruft sich in ihrer Begründung hauptsächlich auf die eigenen Kosten, auf denen der Landkreis sitzen bleiben würde. Denn diese würden sich erheblich vervielfachen, wenn die Bürger ihren Grünschnitt kostenfrei abgeben dürften. Das hat ein Vergleich mit dem Landkreis Ludwigslust/Parchim ergeben. Bislang kommen auf jeden Bürger des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte durchschnittlich elf Kilogramm Grünschnitt, die pro Jahr über die Annahmestellen entsorgt werden.

Im Kreis Ludwigslust/Parchim, wo der Grünschnitt gebührenfrei abgegeben werden kann, sind es 134 Kilogramm. Das ist die zwölffache Menge. Es stehe zu befürchten, dass die kostenlose Grünschnittannahme auch in der Seenplatte zu erheblichen Mehrmengen und viel höheren Kosten führen würde, als dies bislang der Fall ist.

Restmüll wäre 8,5 Prozent teurer

Die Kosten müsste die Allgemeinheit tragen – also auch jene Bürger, die gar keinen Garten haben. Laut Berechnungen der Kreisverwaltung würde die Restmülltonne deshalb etwa 8,5 Prozent teurer werden. Und dabei sind noch nicht mal alle Faktoren berücksichtigt: Unter anderem die Kosten, die für die nötige Erweiterung einiger Wertstoffhöfe und den Einsatz von zusätzlichem Personal notwendig sind.

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