DAK-GESUNDHEITSREPORT 2019

Krankenstand in der Seenplatte liegt über dem Durchschnitt

Die Menschen in der Seenplatte hüten häufiger das Bett als anderswo in MV – vor allem wegen Rückenschmerzen und anderer Skelett- oder Muskelprobleme.
Rückenschmerzen & Co. sind der Hauptgrund für Krankschreibungen in der Mecklenburgischen Seeplatte.
Rückenschmerzen & Co. sind der Hauptgrund für Krankschreibungen in der Mecklenburgischen Seeplatte. Arno Burgi
Seenplatte.

Der Krankenstand im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte liegt deutlich über dem Landes- und Bundesdurchschnitt. Das teilt die regionale Geschäftsstelle der Krankenkasse DAK in Neubrandenburg mit. Laut dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport waren in der Seenplatte an jedem Arbeitstag des Vorjahres 56 von 1000 Arbeitnehmern krankgeschrieben, so Carmen Bresny, Leiterin des DAK-Servicezentrums Neubrandenburg. Das entspreche einem Wert von 5,6 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern liegt diese Zahl bei 5,2 Prozent, bundesweit sogar nur bei 4,2 Prozent. In MV liegen nur der Kreis Vorpommern-Greifswald (6,1 Prozent) und die Stadt Neubrandenburg (5,8 Prozent) vor der Seenplatte. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen – im Gegenteil. Denn im Vergleich zum Vorjahr 2018 ist der Krankenstand in der Seenplatte sogar noch um 0,2 Prozent gestiegen.

Und dennoch ist etwas positives zu vermelden. Die Fehltage bei den psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Angstzuständen sanken in der Seenplatte im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent und damit am stärksten von allen Diagnosen in der Region. Das ist aber trotzdem noch kein Grund für Jubel: Denn im Jahr 2018 war jeder Arbeitnehmer durchschnittlich an 2,7 Tagen deshalb krankgeschrieben.

Auch die Muskel-Skelett-Erkrankungen haben abgenommen: Hier wurde ein Rückgang um fünf Prozent verzeichnet. Und dennoch halten die Rückenschmerzen & Co. uneingeschränkt die Spitzenposition aller Erkrankungen in der Seenplatte – jeder Arbeitnehmer beziehungsweise jede Arbeitnehmerin ist deshalb im Durchschnitt an 4,8 Tagen ausgefallen.

Dicht gefolgt von den Atemwegserkrankungen wie Bronchitis, Erkältungen und Mandelentzündungen – hiermit war im Jahr 2018 jeder Arbeitnehmer durchscnhnittlich rund 3,2 Tage krankgeschrieben. Dabei gab es ein leichtes Plus von einem Prozent. Ihr Anteil am gesamten Krankenstand beträgt in der Seenplatte mittlerweile fast 16 Prozent.

In ihrem aktuellen Gesundheitsreport geht die DAK auch ausführlich auf suchtbedingte Krankheiten ein. Landesweit stehe dabei Alkohol als Problem Nummer eins ganz vorn. Der Großteil der Krankschreibungen wegen Suchtproblemen gehe auf den Alkoholkonsum zurück – immerhin 88 Prozent. Eine Befragung von 5000 Arbveitnehmern und Arbeitnehmerinnen habe ergeben, dass 80 Prozent hierzulande Alkohol trinken. Bundesweit sei bei jedem zehnten Arbeitnehmer ein riskanter Alkoholkonsum festzustellen.

Alkoholkonsum mit Folgen für den Arbeitsalltag

„Die Zahl der Betroffenen macht uns Sorgen. Der riskante Umgang mit Alkohol bleibt ein zentrales Problem in unserer Gesellschaft, das auch gravierende Folgen in der Arbeitswelt hat“, sagt Carmen Bresny. „Sucht ist eine Krankheit, die jeden treffen kann.“ Beim Thema Alkoholprävention fehlen auch in Mecklenburg-Vorpommern flächendeckende und wirksame Angebote. Die DAK biete deshalb ein neues Online-Selbsthilfeprogramm an.

Der hohe Alkoholkonsum wirke sich auch auf den Arbeitsalltag aus. So habe jeder zehnte Arbeitnehmer mit riskantem Trinkverhalten angegeben, in den letzten drei Monaten wegen Alkohol abgelenkt oder unkonzentriert bei der Arbeit gewesen zu sein; bei Arbeitnehmern mit einer möglichen Abhängigkeit sogar fast jeder Zweite (47 Prozent).

Die verbreitetste Sucht sei aber das Rauchen von Zigaretten. 20,7 Prozent der Erwerbstätigen seien zigarettenabhängig, habe die Befragung ergeben. Dabei nehmen junge Leute zwischen 18 und 29 Jahren mit 16,3 Prozent den geringsten Teil ein. Bei den 60- bis 65-jährigen Berufstätigen raucht hingegen fast jeder Vierte (23,7 Prozent).

 

 

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