NACH HILFSAKTION

Krebskranke Mutter denkt nun an andere Betroffene

So viel Hilfsbereitschaft macht Beate Lorbeer sprachlos. Da der größte Wunsch der Röbelerin in zwei Wochen wahr werden soll, will sie etwas zurückgeben.
Nico Lorbeer lässt sich mit seiner kranken Frau Beate die kühle Brise auf der Kietzbrücke in Waren um die Nase wehen.
Nico Lorbeer lässt sich mit seiner kranken Frau Beate die kühle Brise auf der Kietzbrücke in Waren um die Nase wehen. Susann Salzmann
Röbel.

Lächelnd atmet Beate Lorbeer ein. Der Ausflug nach Waren mit ihrem Mann Nico ist eines der seltenen schönen Erlebnisse, das sich die Röbelerin nun einmal gönnen kann. Die frische Luft an der Kietzbrücke tut der an Krebs erkrankten Frau gut. Und die Vorfreude auch. „Bald geht mein größter Wunsch in Erfüllung“, sagt die 53-Jährige. Sie kann ihren Sohn nach sechs Jahren wiedersehen – ihr letzter und sehnlichster Wunsch.

Mit einem Aufruf im Nordkurier hatte sich das Paar an die Öffentlichkeit gewandt. Eine Welle der Hilfsbereitschaft überrollte sie daraufhin fast. Die Lorbeers bekamen so viel Aufmerksamkeit, dass sie nun etwas zurückgeben möchten. „Wir haben viele Hilfsangebote bekommen. Viel mehr, als wir brauchen“, erzählt Nico Lorbeer. So hatte Sebastian Kairies von der Initiative „Tätowierte gegen Krebs Wismar e. V.“ die Geschichte der krebskranken Röbelerin gelesen und ihr sofort 1000 Euro für die ersehnte Familienzusammenführung zugesichert. Das war auf einen Schlag mehr Geld, als die Röbeler je zu hoffen gewagt hatten.

Geld soll an die Krebshilfe gehen

Doch die Spendenbereitschaft riss auch danach nicht ab. In ihrem Briefkasten landeten kurz nach dem Aufruf zahlreiche Kuverts. Darin Geldsummen. Hier ein Fünfer, dort ein Zehner und auch mal ein 50-Euro-Schein. „Leider waren sie allesamt anonym“, findet es Nico Lorbeer bedauerlich, den Helfern nicht persönlich danken zu können.

Das Geld aber soll nicht vergebens sein und nun anderen Krebsbetroffenen helfen. Das Paar hat entschieden, das „Rest-Geld“ für die Deutsche Krebshilfe zu sammeln. Bisher konnten bereits knapp 200 Euro zurückgelegt werden, die der bundesweiten Hilfsorganisation zugute kommen sollen. Mit den Geldern können etwa Patientenhäuser gebaut, psychosoziale Projekte finanziert oder Krebsforschung vorangetrieben werden.

Vorfreude auf drei glückliche Tage

Schon am Freitag in zwei Wochen, am 22. Februar, soll nun ihr sehnlichster Wunsch erfüllt werden. „Nach sechs Jahren sehe ich meinen Sohn wieder – für drei ganze Tage“, freut sich die Mutter über die Erfüllung ihres Wunsches. Einer, für den weder ihr Geld noch das Geld des Sohnes ausgereicht hätte. Und die Zugfahrt ins ungefähr 800 Kilometer entfernte Neunkirchen würde zwölf Stunden dauern. Da Mutter und Sohn krank sind, wäre das kaum möglich gewesen.

Mit dem Ausblick auf diese drei gemeinsamen Tage lasse sich nun auch die Chemotherapie besser überstehen. Und: Sollte nach dem Besuch von den 1000 Euro noch etwas übrig bleiben, werde auch das Rest-Geld an die Krebshilfe weitergeleitet, beteuert Nico Lorbeer. Um Bereicherung sei es nämlich nie gegangen.

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