KINDERBETREUUNG

Kreis-Elternrat der Seenplatte kritisiert neues Kita-Gesetz

Elternräte und die Gewerkschaft GEW lassen kaum ein gutes Haar am neuen Gesetzentwurf. Zur Beratung des Landtages am wird daher zur Demo aufgerufen.
Andreas Segeth Andreas Segeth
Am Kitagesetz muss nach Meinung der Elternräte noch gebaut werden.
Am Kitagesetz muss nach Meinung der Elternräte noch gebaut werden. photocrew - Fotolia.com
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Waren.

Der Sozialausschuss des Landtages will am Mittwoch über mehr Qualität in der Kindertagesbetreuung und die Neufassung des Gesetzes zur Kindertagesförderung beraten. Im Vorfeld der Diskussion hat der Kita-Elternrat der Mecklenburgischen Seenplatte gemeinsam mit dem Kita-Stadtelternrat Rostock harsche Kritik am neuen Gesetzentwurf geübt.

Die Elternbeitragsfreiheit gelte nicht überall, die Qualitätsentwicklung sei unzureichend, die Elternmitwirkung werde beschränkt und bleibe ohne finanzielle Absicherung, monieren Monty Schädel aus Waren und Bastian Schwennigcke aus Rostock. So sei die Freude an den geplanten Entlastungen beim Entgelt für Kitas und Horte mehr als getrübt, weil das Gesetz nicht gleichermaßen den Weg für dringend erforderliche Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung an den Einrichtungen bereite.

Gewerkschaft rut zum Aufstand

Monty Schädel, Vorsitzender des Kita-Elternrates im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, erklärt: „Entscheidend für uns Eltern mit Kindern in der Kindertagesförderung ist und bleibt die Qualität der Kindertagesförderung.“ Und Bastian Schwennigcke vom Kita-Stadtelternrat in Rostock sagt: „Der Gesetzesentwurf ändert nichts daran, dass eine Fachkraft immer noch viel zu viele Kinder betreuen muss und dass die Einrichtungen deutlich zu wenig Mittel erhalten, um Krankenstände, Leitungsaufgaben, Zeit für Vor- und Nachbereitung oder notwendige Weiterbildungen besser ausgleichen zu können.“

Monty Schädel wird an der Anhörung des Sozialausschusses teilnehmen, um den Abgeordneten die Kritik der Elternräte darzulegen und Fragen zu beantworten. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ruft unterdessen am Mittwoch unter dem Motto „Kitanotstand – Kitaaufstand“ zu einer Demo vor dem Landtag in Schwerin auf.

Auszubildende nicht auf den Fachkräfteschlüssel anrechnen

Zwar begrüßt die GEW die Kita-Beitragsfreiheit, die von 2020 an gelten soll, doch zur Verbesserung der Betreuungsqualität geht ihr der Gesetzentwurf nicht weit genug. „Gebührenfreiheit verbessert nicht die pädagogischen Bedingungen für Kinder in Kitas“, heißt es in der GEW-Stellungsnahme an den Sozialausschuss. Für echte Verbesserungen benötige man dringend einen landesweiten, gesetzlichen Mindestpersonalschlüssel und mehr Zeit für pädagogische Vor- und Nachbereitung, sagte die GEW-Vorsitzende Annett Lindner.

Zudem fordert die GEW, Auszubildende nicht mehr auf den Fachkräfteschlüssel anzurechnen, da sie noch lernen und intensiv angeleitet werden müssten. Auch eine geplante, verpflichtende Hausaufgabenbetreuung im Hort lehnt die GEW derzeit ab: Der Plan treffe auf einen viel zu geringen Personalschlüssel und sei deswegen nicht umsetzbar.

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