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Kreis gewährt „Galgenfrist“ für Nationalpark-Schranke

Das Material zur Befestigung des Untergrundes liegt schon bereit – hier am Kreuz Amalienhof bei Boek.  FOTO: Enders

VonElke EndersSchnell mal durchs Schutz- gebiet flitzen – für „Unbe- rechtigte“ gehört dieser Gedanke bald der Vergan- genheit an. Bis Monatsende ...

VonElke Enders

Schnell mal durchs Schutz- gebiet flitzen – für „Unbe- rechtigte“ gehört dieser Gedanke bald der Vergan- genheit an. Bis Monatsende sollen die Schlagbäume stehen – acht Wochen weiter wird ernst gemacht.

Müritzregion.Sie nehmen Gestalt an, die Schranken im Müritz-Nationalpark. Während am Pagelsee der Aufbau schon weit fortgeschritten ist, haben jetzt auch in Speck und bei Boek, am Kreuz Amalienhof, die Vorarbeiten begonnen. Ziel ist, dass die Schrankenanlage bis Ende des Monats betriebsbereit ist, wie Axel Müller, Amtsleiter für Wirtschaft, Kultur und Tourismus beim Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, erklärte. „Dann lassen wir sie noch acht Wochen offen“, sagte Müller. In jener Zeit hätten Berechtigte Gelegenheit, sich den entsprechenden Transponder, eine Art Magnetchip zum Passieren der Schlagbäume, zu besorgen.
Die Berechtigten-Regelung, die bisher galt, soll bestehen bleiben. Demnach sind Einwohner der Gemeinden Kargow, Rechlin, Roggentin und Kratzeburg berechtigt. „Theoretisch kann erstmal jeder Bürger der betreffenden Gemeinden mit Fahrzeug so einen Chip bekommen“, erklärte Müller. Hinzu kämen Ausnahmeregelungen, etwa für Leute, die im Nationalpark in der Gastronomie arbeiten oder anderweitig dienstlich zu tun haben. Auch Rettungswagen würden mit besagten Magnetkarten ausgestattet. „Aber es kann natürlich nicht sein, dass alle, die die Nationalparkroute als Abkürzung nutzen, nun einen Chip bekommen“, sieht Müller dann den Zweck verfehlt: „Im Grunde muss man sich darauf zurück ziehen: Wir haben den Nationalpark und wollen ihn schützen“, sagte er. Es gebe aber schon Überlegungen, die Schranken ab November – wenn die Masse der Touristen weg ist – offen zu lassen.
Anlaufstelle für die Vergabe der Chips sind die Einwohnermeldeämter des jeweiligen Amtes. Für die Ausnahmeberechtigungen müssen sich Betroffene an die Straßenverkehrsbehörde beim Landkreis wenden. Die Chips werden erstmalig umsonst ausgegeben, bei Verlust kostet die Beschaffung 30 Euro.
Indes hat die Gemeinde Rechlin in jüngster Sitzung dem vorliegenden Vertragspapier nun zugestimmt – nachdem eine zusätzliche Klausel eingearbeitet wurde. Demnach kommen die Betriebs- und durch Vandalismus verursachten Kosten nach zwei Jahren noch einmal auf den Prüfstand. Die Gemeinde behält sich vor, dann nochmals zu entscheiden, ob sie diese Kosten auf Dauer tragen kann.

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