Müllentsorgung

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Seenplatte-Kreis plant Mini-Tonne und Saisontonne

Der Keis und sein Müll. Auch nach der Harmonisierung der Entsorgung sind viele Bürger nicht zufrieden mit den Regelungen.
Der Keis und sein Müll. Auch nach der Harmonisierung der Entsorgung sind viele Bürger nicht zufrieden mit den Regelungen.
Frank Rumpenhorst

Für Tausende Haushalte in der Mecklenburgischen Seenplatte ist die 60-Liter Tonne zu groß. Darum hat der Kreis Gebühren gesenkt. Doch das ist rechtswidrig. Nun gibt es eine andere Idee.

Gute Nachricht für alle kleinen Haushalte: Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte plant die Einführung der 40-Liter Tonne. Ab 2020 könnte die Mini-Tonne kommen. Sie ist Teil des vom Landrat vorgelegten Eckpunktepapiers zur Anpassung der Abfallwirtschafts- und Abfallgebührensatzung des Kreises. Im Wirtschaftsausschuss wurde die Mini-Tonne jetzt vorgestellt. Darüber entschieden wird aber erst am 24. September durch den Kreistag.

Aktuell ist die 60-Liter Tonne die kleinste Tonne. Einige Anwohner bekommen die aber gar nicht voll. In der Abfallwirtschaftssatzung ist ein Mindestvolumen von 10 Liter pro Person pro Woche festgelegt. Ausnahme ist Neubrandenburg mit 7,5 Liter pro Person pro Woche aufgrund der dort vorgeschriebenen Biotonne.

Kleine Tonnen kippen schneller

Für die Haushalte, die nur das Mindestvolumen nutzen wollen, ist die 60-Liter Tonne mit 14-täglicher Leerung zu groß. Daher hatte der Kreis eine herabgesetzte Gebühr ermöglicht, um die kleinen Haushalte zu entlasten, die eine eigene Tonne nutzen müssen. Das war gut gemeint, aber schlecht umsetzbar und zudem rechtswidrig, wie das Verwaltungsgericht Greifswald entschied.

Denn der Landkreis müsste bei jedem der mehr als 11 000 bewilligten Anträge prüfen, ob in der 60-Liter-Tonne zum Zeitpunkt der Leerung tatsächlich weniger drin ist und sogar bei Verstößen sanktionieren. Aus Sicht der Verwaltung ist diese Lösung schlichtweg nicht praktikabel. Darum soll die Mini-Tonne nun für mehr Gerechtigkeit sorgen, auch wenn der Entsorger darüber nicht sehr glücklich sei, denn die kleinen Tonnen sind nicht besonders stabil und kippen schnell.

Ferienhäuser bekommen Saisontonne

Diskussionen könnte allerdings der geplante Leerungsrhythmus aufwerfen. Bei zwei Personen geht die Rechnung gut auf. Sie verbrauchen zusammen in 14 Tagen genau 40 Liter. Die 40-Liter-Tonne wird dann alle 14 Tage abgeholt. Beim Single-Haushalt soll sie erst nach 28 Tagen geleert werden. Hygienisch durchaus problematisch, gerade im Sommer, wie einige Mitglieder des Wirtschaftsausschusses bereits anmerkten.

Sollte die Mini-Tonne im Kreistag eine Mehrheit bekommen, dann ist mit ihr aber erst 2020 zu rechnen, denn die Kreisverwaltung braucht nach eigenen Aussagen ein Übergangsjahr, um den Tonnenwechsel zu organisieren und die Bürger entsprechend darauf einzustellen.

Veränderungen soll es auch bei der Abfallentsorgung von Ferienhäusern und Wochenendhäusern geben. Derzeit können die Eigentümer nämlich den Zeitraum festlegen, in dem die Tonnen abgeholt werden und zahlen auch nur für diese Zeit die Gebühren. Für die Verwaltung bedeuten die Einzelfallregelungen aber einen enormen Aufwand und seien nicht zu kontrollieren. Darum soll nun jedes anschlusspflichtige Ferienhaus oder Wochenendhausgrundstück eine Saisontonne bekommen. Die werden nur vom 1. Mai bis zum 31. Oktober geleert. Abfälle, die außerhalb der Saison anfallen, werden durch Restmüllsäcke entsorgt.

Kommentare (1)

Wer kommt eigentlich für diesen Betrug auf? Seit Jahren haben 1-2 Personenhaushalte eine 40-Liter Tonne zu stehen, die sie/ er auch selber zahlen muss. Nun kommt ein Entsorger (Remondis) daher, zerstört die regionalen Entsorger und diktiert der Verwaltung er möchte 60-Liter statt der 40 Liter aufstellen und hinzu sollen die Kosten auf den Vermieter weiter gegeben werden. Inzwischen ist es soweit, das wir weder über die Tonnengröße noch über die Müllgebühren zu entscheiden haben. Nun mast sich ein Nicht-Gewählter Kreistag es an, über das Wohl der Menschen in einem Nicht legitimierten Landkreis zu entscheiden. Was sind das für Politiker? Und sowas nennt sich Demokratie?