ENTSORGUNGS-GEBÜHREN

Kreis Seenplatte will Müllabfuhr etwas teurer machen

Die Kreisverwaltung hat konkrete Zahlen vorgelegt. Der Bürger wird für die Entsorgung des Restmülls stärker zur Kasse gebeten – allerdings moderat.
Noch stehen die neuen Preise für die Restmüllentsorgung in der Seenplatte nicht fest. Der Kreistag will im Dezember
Noch stehen die neuen Preise für die Restmüllentsorgung in der Seenplatte nicht fest. Der Kreistag will im Dezember darüber beschließen. © philipk76 - Fotolia.com
Seenplatte.

Nach der neuesten Kalkulation der Kreisverwaltung sollen die Gebühren für die Restmüllentsorgung im kommenden Jahr für die meisten Haushalte im Landkreis leicht steigen. Beschlossene Sache ist das aber noch nicht, erst muss der Kreistag in seiner Dezembersitzung einen Beschluss fassen und die Zahlen bestätigen. Das scheint aber so gut wie sicher, der Wirtschaftsausschuss hatte bei seiner jüngsten Sitzung an der Kalkulation nichts auszusetzen.

Zwei Ausnahmen gibt es allerdings, und die werden die meisten Eigenheimbesitzer betreffen: Der neue Preis für eine 60-Liter-Tonne soll ab Januar 2020 – bei 14-täglicher Leerung – auf 115,32 Euro im Jahr sinken. Bisher beläuft er sich auf 119,28 Euro. Auch die 80-Liter-Tonne soll etwas preiswerter werden: Sie soll 150,36 Euro kosten (bisher 152,52 Euro). Kleine Haushalte sollen künftig beantragen können, dass ihre 60-Liter-Tonne nicht im 14-Tagesrhythmus abgeholt wird, sondern nur noch alle vier Wochen. Das soll dann 62,76 Euro im Jahr kosten.

Hygiene-Problem im Sommer bei Vier-Wochen-Rhythmus

Die herabgesetzte Gebühr, die bislang für kleine Haushalte mit wenig Müllaufkommen gilt, wird abgeschafft. Hintergrund ist die Tatsache, dass die verwendeten 60-Liter-Tonnen oft mit mehr Müll als erlaubt gefüllt wurden. Eine Anschaffung von speziellen 40-Liter-Tonnen sei zu teuer, diese würden auch gegen den Arbeitsschutz verstoßen, hieß es aus der Verwaltung. Zudem hatte das Verwaltungsgericht den bisherigen Modus kritisiert (der Nordkurier berichtete).

Ausschussmitglied Axel Müller aus Malchin, dort ist er Bürgermeister, hatte einen noch radikaleren Vorschlag: Er lehnte auch die Leerung im Vier-Wochen-Rhythmus ab. Der Verwaltungsaufwand dafür sei zu hoch, den zu erwartenden „Aufschrei“ der Betroffenen müsse man dann eben hinnehmen. „Eine klare eindeutige Regelung ohne Ausnahmen ist immer besser“, sagte er. Dafür fand er aber keine Mehrheit im Ausschuss.

Jobst-Peter Brach aus Waren, der für die Linke im Ausschuss mitarbeitet, meinte, dass er zuerst auch den Vier-Wochen-Rhythmus abgelehnt habe, auch aus Erwägungen der Gerechtigkeit, nun sich aber doch dafür ausspreche. Als einziges Manko sieht er die Hygiene, insbesondere in der warmen Jahreszeit: Im Sommer müsse der Nutzer aufpassen, dass ihm die Tonne „nicht wegläuft“. Allerdings gab es im Landkreis Demmin einst eine solche Regelung, das habe auch funktioniert, hieß es im Ausschuss.

Müll von kleinen Haushalten alle vier Wochen abholbar

Alle anderen Tonnen sollen im Vergleich zum Vorjahr teurer werden: Der Preis für eine 120-Liter-Tonne soll von jetzt 200,40 Euro auf 202,56 Euro pro Jahr steigen, die 240-Liter-Tonne soll künftig 395,04 Euro statt 381,24 Euro kosten. Auch die 1100 Liter fassenden Großbehälter werden teurer, sodass viele Mieter etwas mehr zahlen müssen: So soll beispielsweise der Preis für die Leerung eines 1100-Liter-Großbehälters, der alle 14 Tage abgeholt wird, von 1282,56 Euro auf 1397,52 Euro steigen. Zwar verteilt sich diese Gebühr auf 55 Personen, weil die Kreisverwaltung von einem wöchentlichen Müllaufkommen von 10 Liter pro Person ausgeht. Doch bedeutet die Steigerung eine Erhöhung der Müllgebühr um immerhin neun Prozent – was aber auch nur rund zwei Euro pro Jahr pro Person ausmacht.

Doch warum sinken die Kosten für die kleinen Tonnen, während jene für die größeren Behälter ansteigen? Die Unternehmensberatung Econum, die die Kalkulation im Auftrag des Landkreises vorgenommen hat, erklärt dies mit einer veränderten Verrechnung der Verwaltungskosten. Bislang seien diese gleichmäßig auf alle Behälter verteilt worden, jetzt aber werde das Behältervolumen mit berücksichtigt. Das führe zu stärkerer Belastung der größeren Behälter und zur Entlastung der kleineren Tonnen.

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