GRÜNEN-VORSCHLAG

Kritik an Schottergärten-Vorstoß in Waren

Die Grünen wollen gegen Schottergärten in Waren vorgehen und stattdessen lieber blühende Vorgärten sehen. Die Stadtfraktion der FDP/MUG sieht darin eine Bevormundung der Bürger.
Andreas Segeth Andreas Segeth
Parkplatz oder Vorgarten? Jutta Gerkan (Grüne) will hier eine weitere Versiegelung verhindern. Das stößt auf h
Parkplatz oder Vorgarten? Jutta Gerkan (Grüne) will hier eine weitere Versiegelung verhindern. Das stößt auf harsche Kritik der Warener Fraktion FDP/MUG. Carmen Jaspersen (Symbolbild)
Waren.

Die Idee der Warener Grünen, dem zunehmenden Trend der Schotter-Vorgärten in der Stadt den Kampf anzusagen, stößt auf harsche Kritik der Warener Fraktion FDP/MUG. Wie deren Chef Toralf Schnur mitteilt, lehne man den Vorstoß grundsätzlich ab. Ein Verbot von Steingärten wäre ein enormer und völlig überflüssiger Eingriff in Eigentumsrechte der Bürger.

Aus Sicht der Chefin des Warener Umweltausschusses, Jutta Gerkan (Grüne), machen sich immer mehr Steinwüsten statt blühender Vorgärten breit. Deshalb brauche Waren dringend eine Vorgartenerhaltungssatzung und eine Richtlinie, die Schottergärten und ähnliche Halb- und Vollversiegelungen im Gartenbereich entgegen wirkt. Zu stark solle die Reglementierung aber nicht sein, um für die Bewohner genügend Freiheiten zu ermöglichen. Gerkan verwies darauf, dass es in anderen Städten bereits ähnliche Regelungen gebe.

Die Eigentumsrechte der Bürger umfassen aber auch das Recht auf den eigenen Geschmack des Eigentümers, so Toralf Schnur. Es sei „bemerkenswert, mit was für absurden Vorschlägen hier versucht werde, die mittlerweile völlig irrationale Hysterie im Bereich des Klima- und Umweltschutzes anzustacheln“. Schnur hält den Vorschlag für „eine rein ideologische Forderung ohne jede sachliche Untersetzung“, da das geltende Recht bereits heute das Errichten von Steingärten untersagt, sofern damit der Anteil der zulässigen versiegelten Flächen überschritten werde.

Toralf Schnur: „Völliger Unsinn, eine abweichende Regelung zu erlassen”

Die sogenannte Grundflächenzahl stelle nach aktueller Rechtslage den Anteil dar, der maximal durch einen Grundstückseigentümer versiegelt werden darf. Hinzu komme, dass ein Grundstückseigentümer eine 50-prozentige Überschreitung der Grundflächenzahl durch andere Arten der Bebauung vornehmen kann, so stehe es in nahezu jedem Bebauungsplan der Stadt Waren, argumentiert Toralf Schnur.

Nehme man beispielsweise ein Grundstück von 1000 Quadratmetern und einer Grundflächenzahl von 0,4, so könne ein Gebäude von 400 Quadratmetern entstehen und dazu maximal 200 Quadratmeter als sogenannte Überschreitung über Auffahrten, Carports, Pflasterung oder Steingärten gebaut werden. Diese Regelungen gelten mit kleineren Abweichungen in nahezu allen Bereichen der Stadt die baurechtlich erfasst sind. Es sei also „völliger Unsinn, jetzt eine dazu abweichende Regelung erlassen zu wollen“.

Zumal die Möglichkeit von Steingärten im hinteren Bereich von Grundstücken durch den Vorschlag der Grünen nicht ausgeschlossen sein würden, so Schnur. Er sieht schlichtweg eine versuchte „Bevormundung“ hinter deren Ansinnen. Hier werde eine kleine Gruppe von Bürgern zu vermeintlichen „Klima- und Umweltkillern” degradiert, obwohl sie sich an geltendes Recht halte.

 

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Kommentare (3)

...Schottergarten führt nicht automatisch zu einer Versiegelung des Bodens. So ein Quatsch.
Die "Grünen" wollen dies verbieten. Die "Veganer" wollen Fleisch verbieten. Die "Klimaschützer" wollen SUV verbieten. Geht`s noch ?

Hier sickert das Wasser doch ungehindert hindurch ihr grünen APf. Wer es mag kann auch grünen Schotter nehmen mit Kurzrasenschnttprofil!

Die ganze grüne Partei ist "eine rein ideologische Forderung ohne jede sachliche Untersetzung“.