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Kultur- und Sportring vor dem Untergang?

Zum letzten Mal in dieser Saison war in Malchow Eishockey angesagt. Ohne den Sport würde der Betrieb der Halle gar nicht funktionieren.
Zum letzten Mal in dieser Saison war in Malchow Eishockey angesagt. Ohne den Sport würde der Betrieb der Halle gar nicht funktionieren.
Simone Pagenkopf

Schlimm, schlimmer, Malchow: Gerade noch hat Stadtvertretervorsteherin Elke-Annette Schmidt an die Malchower appelliert, die Vereine zu unterstützen. Sie stehen vor einer finanziellen Katastrophe, weil noch keine städtischen Zuschüsse gezahlt werden dürfen. Jetzt droht nicht nur dem Bibliotheksverein, sondern auch dem Kultur- und Sportring im April die Zahlungsunfähigkeit.

„Wir können‘s nicht aussitzen.“ Kathleen Stutz vom Kultur- und Sportring in Malchow muss handeln. Schon im Dezember hatte sie angezeigt, dass dem Verein die Insolvenz droht, wenn die Zuschüsse der Stadt ausbleiben. Nun sei der Vorstand noch einmal alle Zahlen durchgegangen. Fazit: „Wir sind nach derzeitigem Stand irgendwann im April nicht mehr zahlungsfähig“, sagt Kathleen Stutz. Jetzt wendet sie sich ans Gericht. „Wir müssen gucken, welche Hilfe wir bekommen, ob es den Insolvenzverwalter vorbei schickt oder ob wir uns doch noch einen Anwalt holen, der uns durch diese Situation hilft.“ Auf jeden Fall wolle man sich keine Verschleppung vorwerfen lassen. „Dann gehen wir als Vorstand in die Haftung und das können wir nicht riskieren“, macht Kathleen Stutz deutlich.

Erst mal pleite, später aber vielleicht doch nicht?

Dem Kultur- und Sportring, der in Malchow die Museen und die Eishalle führt, droht die vorläufige Zahlungsunfähigkeit. Wie kommt das? Die Stadtvertreter haben bereits beschlossen, dass die Vereine in diesem Jahr die gleichen Zuschüsse bekommen sollen wie 2014. Aber dafür muss erst einmal ein Haushaltsplan her, an dem bisher noch niemand arbeitet. „Wir werden im April noch keinen Haushalt haben“, stellt Kathleen Stutz denn auch nur nüchtern fest. „Und wir können nicht von Eventualitäten und Vielleichts ausgehen.“ Auf der Dienstversammlung am Dienstag sollen die Mitarbeiter über den Stand informiert werden. „Ich kann nicht sagen, wohin der Weg führt.“

Selbst hat Kathleen Stutz für ihre hauptamtliche Stelle beim Kultur- und Sportring die Kündigung zum 31. März eingereicht. Als Vorstandsvorsitzende will sie ehrenamtlich im Verein aber weiterarbeiten. „Nur übers Gehalt können wir den Gürtel enger schnallen, woanders haben wir ja nichts zu sparen. Da fällt meins mit rein. Ich kann nicht alle um mich herum rausschmeißen. Das funktioniert auch nicht.“

Alle Einrichtungen sind schon zu

Die Einrichtungen, die der Kultur- und Sportring führt, sind jetzt erst einmal alle zu. Dem DDR-Museum und dem Orgelmuseum wurde schon vor einiger Zeit aus Kostengründen Zwangspause bis Ostern verordnet. Jetzt ist auch die Saison in der Eishalle zu Ende. Aber das ganz regulär. Die Haupteinnahmequelle seien die Eiszeiten, sprich die Trainingszeiten für Eishockeyteams. Allein trage sich die Halle aber nicht. „Sie kann nur durch freiwillige Leistungen der Stadt überleben“, merkt die Chefin an.

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