STREIT UM FESTIVAL

Lärzer hoffen auf Lösung für Fusion

Die Region um Lärz hat schon viel erlebt. Nun gibt es Streit um die Fusion. Die meisten Lärzer haben jedoch nichts gegen das Festival.
dpa
Die Einwohner von Lärz hoffen weiter auf eine Lösung für das Sicherheitskonzept beim Fusion-Festival.
Die Einwohner von Lärz hoffen weiter auf eine Lösung für das Sicherheitskonzept beim Fusion-Festival. Bernd Wüstneck
Lärz.

Die Einwohner von Lärz hoffen weiter auf eine Lösung für das Sicherheitskonzept beim Fusion-Festival. „70.000 Besucher sind hier gern gesehen, aber wir müssen als Gemeinde ein Höchstmaß an Sicherheit garantieren”, sagte der Bürgermeister Hartmut Lehmann (CDU) der dpa. Lehmann bot der Polizei für Ende Juni erneut das Bürgerzentrum im Dorf als Hauptsitz an. Es liege etwa 500 Meter vom Festivalort entfernt. Dann müssten Beamte, wenn etwas passiert, trotzdem schnellen und freien Zugang zum Gelände haben. „Das müsste doch zu regeln sein.”

Der 63-Jährige ist seit 20 Jahren Bürgermeister und kennt die Fusion samt Verein Kulturkosmos gut. Wenn etwas passiere, wie in Duisburg bei der Love Parade mit 21 Toten, dann führe das zu Reaktionen bei den Sicherheitsbehörden. Ob eine Polizeiwache und Streifen bei diesem Festival das richtige Mittel sind, um schlimme Ereignisse zu verhindern, wisse er nicht. „Eins ist aber klar: Ein kleiner Teil der Gäste sieht in der Polizei das absolute Feindbild.” Diese Gäste kämen aus den entsprechenden Szenen in Berlin und Hamburg, weiß Lehmann.

„Ich kann nur Gutes über das Fusion-Festival in Lärz sagen”, bemerkt hingegen Claudia Steinemann. Sie führt den „Lindenkrug”, die einzige Gaststätte im Dorf. Der Ort mit 500 Einwohnern ist durch den Streit um das alternative Musik- und Kulturfestival „Fusion” weithin bekannt geworden. Wie viele andere Lärzer versteht die 33-Jährige die Aufregung nicht, die es um eine Polizeiwache oder „anlasslose Polizeistreifen” auf dem Festgelände gibt. „Die Welt ist hier zu Gast, denn die Festivalbesucher kommen aus Frankreich, Russland, China oder den Vereinigten Staaten”, sagt sie. Nach ihrer Erfahrung kommt es auf Dorffesten, die sie manchmal veranstaltet, eher zu Schlägereien.

Taxifahrer beklagt Polizei-Schikane

„Ich kann die Polizei verstehen. Bei der Masse von Leuten gibt es keine Gewähr, dass es ruhig bleibt”, so Norbert Siewert, ein Schlosser, der besonders dicht am Festival-Gelände wohnt. Insgesamt könne das Dorf aber gut mit dem Festival leben: „Die machen auch alles wieder sauber.” Einmal wurde der Landmaschinenfachmann geholt und sollte einen Traktor der Veranstalter dringend in Gang bringen. Das klappte auch: „Die haben mich behandelt wie einen König.”

Sein Nachbar, Taxifahrer Wolfgang Heise, hat einige Fahrgäste mehr durch die Fusion. Wie auch die Busfahrer. „Zum Überleben brauche ich das Festival nicht”, sagt Heise. Aber es sei sehr friedlich und gehöre zum Dorf dazu. Er befürchtet Probleme, wenn die Polizei auf dem Fest präsent ist. „Die haben mich auch vor dem Grundstück im Wagen kontrolliert und schikaniert.” Manchen Beamten sei die Warterei wohl zuviel.

„Sie machen ihre eigene Steuerpolitik”

Dass es solche Probleme gab, weiß auch Bürgermeister Lehmann. „Das haben wir mal bei einer Zusammenkunft mit der Polizei angesprochen, danach ging das.” Für Lehmann könnten die Fusion-Veranstalter mehr für die Gemeinschaft tun. Man habe nachgerechnet, dass der Umsatz beim Festival – wo eine Karte 145 Euro kostet – mit Standgebühren und anderen Einnahmen bei zwölf Millionen Euro liegen müsste. Gewerbesteuer zahle der Verein aber so gut wie nicht. „Sie machen ihre eigene Steuerpolitik”, moniert der Bürgermeister. Anders als die Kommune haben eher Einkaufsmärkte, Tankstellen und Busunternehmen aus größeren Orten einen wirtschaftlichen Nutzen von dem Festival.

Dabei bräuchte Lärz dringend Hilfe. Viele Leute arbeiteten in der DDR in der Rechliner Werft, die nach 1990 geschlossen wurde. Fast die Hälfte der Lärzer ging seither wegen fehlender Arbeitsmöglichkeiten weg. Weil Gelder knapp sind, wurde eine Gemeindefusion mit Schwarz und Rechlin erwogen. Die Mehrheit der Lärzer votierte dagegen.

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Kommentare (1)

Hier geht's doch garnicht mehr um die besch... Drogenparty, sondern der NK hat hier eine Plattform für Polizeihetze geschaffen, wo sich alle F.S.F Anhänger und ähnliches Volk, nach belieben austoben können.
Es darf gelöscht werden!