Finanzierungs-Lücke
Land bietet Produktionsschule in Waren Hilfe an

Beratung in der Holzwerkstatt: Wie kann es auch nach 2021 weiter gehen mit der CJD-Produktionsschule? CJD, Landtagsabgeordnete und Verwaltung machen sich darüber Gedanken. 
Beratung in der Holzwerkstatt: Wie kann es auch nach 2021 weiter gehen mit der CJD-Produktionsschule? CJD, Landtagsabgeordnete und Verwaltung machen sich darüber Gedanken.
Petra Konermann

Für viele Jugendliche ohne Schulabschluss ist die Produktionsschule in Waren die letzte Chance. Auf eine Chance musste die Schule nun aber selbst hoffen.

Die Warener Produktionsschule des CJD ist gerettet – vorerst. Von 2019 bis 2021 kann der Träger CJD Mittel bei der Landesregierung beantragen, die für identitätsstiftende Projekte gedacht sind. Jeweils 40 000 Euro sollen so in den kommenden drei Jahren jährlich fließen. Die beiden Landtagsabgeordneten Vincent Kokert (CDU) und Peter Ritter (Die Linke) waren am Montag in die Produktionsschule gekommen, um diese gute Nachricht zu überbringen.

Komplett vom Eis ist die sprichwörtliche Kuh aber trotzdem nicht. „Es ist Geld, dass der Produktionsschule Zeit zum Luftholen gibt. Zeit, die genutzt werden muss, um ihre Finanzierung auch nach 2021 zu sichern“, forderte Ritter. Er hatte sich bereits im Jugendhilfeausschuss des Kreistages für den Erhalt der Schule stark gemacht und Chancen gesehen, die Landesregierung ins Boot zu holen. „Die Jugendlichen, die in der Produktionsschule aufgefangen werden, haben oft keine große Lobby. Gerade für diese Jugendlichen ohne Schulabschluss eine Perspektive zu eröffnen, ist identitätsstiftend“, begründete Kokert sein Engagement.

Schule muss ihre Plätze reduzieren

In den vergangenen zehn Jahren haben rund 400 Jugendliche die Berufsreife oder die Mittlere Reife geschafft. Die Vermittlungsquote dieser Jugendlichen ist hoch. „Schon jetzt sind wir zu 110 Prozent ausgelastete. Die Nachfrage nach Plätzen steigt“, sagte Schulleiter Holger Kiehn.

Trotzdem war die Finanzierung der Einrichtung in Schieflage geraten. Denn die Bundesagentur für Arbeit (BfA) hatte die Zahl ihrer Plätze, die sie für Jugendliche ohne Schulabschluss in der Warener Produktionsschule einkauft, auf fünf reduziert. Das Land schießt zu dem jährlichen Bedarf der Schule bereits einen gedeckelten Höchstbetrag von 60 Prozent zu. Und der Landkreis Seenplatte beteiligt sich derzeit mit 20 Prozent.

Die Finanzierungslücke ist mit dem Geld aus Schwerin nun zwar vorerst gestopft. Einschnitte in der Produktionsschule wird es aber dennoch geben: Eine der sechs Werkstätten muss geschlossen werden, die Zahl der angenommenen Jugendlichen wird – trotz steigender Nachfrage – um 10 auf 50 reduziert.