BAUERNGESPRÄCHSRUNDE LUDORF

Landwirte fordern neue Subventionen

Die Landwirte der Region wollen nicht länger die Prügelknaben der Nation sein. Bei einem Treffen konnten sich die Bauern jetzt ihren aufgestauten Ärger von der Seele reden. Die Politik wollen sie in die Pflicht nehmen.
Auch bei Feldbränden müssen sich Landwirte für ihre Arbeitsweisen rechtfertigen. Immer neue und verschärft
Auch bei Feldbränden müssen sich Landwirte für ihre Arbeitsweisen rechtfertigen. Immer neue und verschärfte Verordnungen werden ihnen auferlegt. © leszekglasner - stock.adobe.com
Seenplatte.

Haben die Bauern ein Imageproblem? Die Meinungen der Landwirte in der Müritzregion scheinen in diesem Punkt weitgehend identisch. Ihr Berufsstand stehe per se unter Generalverdacht. So lassen sich verschiedene Wortbeiträge der Seenplatte-Bauern bei einem Zusammentreffen mit dem Landes-Bauernpräsidenten Detlef Kurreck in diesen Tagen zusammenfassen.

Thomas Diener, der Vorsitzende des Bauernverbandes der Müritz-Region, setzte verbal noch einen drauf: „Ein ganzer Berufsstand wird kriminalisiert“, sagte Diener und bezog sich dabei auf den Umgang von Gesellschaft und Politik mit den Landwirten. Dieses „Kriminalisieren“, wie es Diener nannte, beginne beim Einhalten der Düngeverordnung, führe über das Einhalten von Randstreifenbewirtschaftung bis hin zu Regelungen, die den Schutz der Felder und angrenzender Waldflächen betreffen. Zuletzt waren die Bedingungen für Landwirte wieder einmal per Gesetz verschärft worden. Sie müssen nun einen größeren Abstand zu Waldgebieten einhalten und sollten Wassertankwagen und Pflug dabei haben, um im Ernstfall sofort eingreifen zu können. „Das sind Dinge, die wir auch hierzulande schon machen“, stellte sich Diener verbal vor die Bauern der Region. Und selbst wenn es etwa zu Feldbränden käme, das betonte der Chef des Kreisfeuerwehrverbandes Norbert Rieger, hätten die Landwirte in der Vergangenheit große Unterstützung geleistet.

Mehrfach nutzten Landwirte das Zusammentreffen, um sich ihren Frust von der Seele zu reden. Denn nicht selten seien die Betriebe in Familienhand und Generationenunternehmen. Da müsse man „sehen, wo man bleibt“, hieß es. Und einer wie Landwirt Ortwin Gessulat hat gegenwärtig das Gefühl, einerseits zwischen Auflagen und Verordnungen zu versinken und andererseits seine Existenz als Landwirt in Gefahr zu sehen. Gessulat bewirtschaftet vor allem sandige Böden. Der Ertragswert bei dieser Bodenqualität könne mit Lehmböden um Längen nicht mithalten. Doch mit all den Auflagen und Steuervorschriften würde das Geschäft, diese weniger guten Böden zu bewirtschaften, stetig unlukrativer. Warum, so stellt er die Frage an die große Politik, könne es keinen staatlichen Zuschuss für benachteiligte Böden geben – so wie es das vor Jahrzehnten zu DDR-Zeiten gab und der seit Jahrzehnten bereits abgeschafft ist. Für eine solche Entlastung – die Landwirte sprechen lieber von einer Honorierung ihrer Arbeit, Kulturlandschaften zu erhalten – sprach sich im Übrigen auch Thomas Diener aus. Das Resümee nach gut zwei Stunden Kommunikation mit Berufsvertretern: „Wir müssen lauter werden, unsere Sorgen prägnanter formulieren“, sagte Diener.

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Kommentare (2)

Das Imageproblem der Bauern ist weitestgehend selbst verschuldet. Wenn der mit Mais vollbeladene 40 Tonner mit 60 Km/h durch mein Ort rast oder die ganze Gemeinde nach der Gülle aus den Niederlanden stinkt, stößt das bei mir auf wenig Akzeptanz.

Noch ein kleiner Tipp: Nehmt doch wenigstens eure "Wir ernähren auch euch"-Plakate vom Traktor ab, wenn ihr den frisch geschredderten Mais in die Biogasanlage fährt.

... ist das Problem. Wenn Landwirt seinen Job macht, ist das kein Problem für mich. Im Gegenteil: er produziert Lebensmittel oder kostengünstigen Brennstoff. Das ist allemal besser als Sie und ich mit dem Sprücheklopfen.