Bäume im Trocken-Stress

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Bei Wredenhagen fiel am Mittwochabend dieser tonnenschwere Ast einer Eiche auf die Straße. Ein 28-jähriger Transporterfahrer konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen.
Bei Wredenhagen fiel am Mittwochabend dieser tonnenschwere Ast einer Eiche auf die Straße. Ein 28-jähriger Transporterfahrer konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen.
Susan Ebel

Die anhaltende Trockenheit wird jetzt auch zum Problem für Autofahrer in der Seenplatte. Denn bestimmte Baumarten werfen auch scheinbar völlig gesunde Äste plötzlich ab.

Die lang anhaltende Trockenperiode hat der Natur in der Seenplatte mächtig zugesetzt. Nachdem am Mittwoch bei Röbel ein tonnenschwerer Ast unmittelbar vor einem Transporter auf die Fahrbahn krachte, warnt das Straßenbauamt Neustrelitz vor herabstürzenden Ästen.

Die Blätter sind zwar grün und die Bäume wirken gesund, doch tatsächlich sind die Äste komplett trocken, heißt es. „Äußerlich geht es den Bäumen gut. Innerhalb sind jedoch ihre Strukturen beschädigt“, sagte Michael Nickel, Sachgebietsleiter Umwelt beim Straßenbauamt Neustrelitz, auf Nordkurier-Nachfrage. „Wir können dieses Problem nicht kontrollieren. Das ist höhere Gewalt, da kann man nicht vorsorgen.”

Eichen haben besonders viele Früchte

Es handele sich vor allem um Pappeln, Buchen oder Kastanien, die dazu neigen, nach einer Trockenperiode ihre grünen Äste abzuwerfen, sagt Nickel. Die Wissenschaftler seien sich noch nicht ganz einig, warum die Bäume so auf die Dürreperiode reagieren. „Eine Theorie besagt, dass die Bäume wohl versuchen, ihre Verdunstung einzudämmen.” Doch nicht nur die Trockenheit macht den Bäumen zu schaffen und sorgt für herabstürzende Äste. Bereits jetzt tragen Eichenbäume besonders viele Früchte, was ein enormes Gewicht bedeutet.

Diplom-Meteorologe und Klimaexperte Dominik Jung blickt voraus: „Die ganz große Hitze mit Temperaturen um die 30 Grad ist wohl vorbei. Nächste Woche wird es herbstlich mit Regenschauern.” Dennoch stellt Nickel klar: „Es kann jederzeit zu einem Astbruch kommen, denn die Strukturen sind nach wie vor geschwächt. Es kann auch krachen, wenn es windstill ist.”

Warnung vor Waldspaziergängen

In Hamburg und Brandenburg werden die Bürger schon gebeten, in Wäldern und an Waldrändern besonders achtsam zu sein sowie längere Aufenthalte vor allem unter Eichen und Kastanien zu vermeiden. Besonders bei heftigem Wind sollen Waldspaziergänge unterlassen werden, warnen die Behörden.

So weit möchte die Landesregierung in MV aber noch nicht gehen. Sie teilt auf Nordkurier-Anfrage mit, dass man keine offizielle Warnung herausgegeben habe. „Bei uns besteht keine Notwendigkeit”, sagt Martina Plothe, Pressesprecherin des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt.

Kommentare (2)

Das kommt aber auch vom vielen Streusalz im Winter. Wenn wieder viel zu viel auf die Straße davon ausgebracht wird, erleiden früher oder später die Bäume einen Schaden davon. Aber darüber wird natürlich nicht von gesprochen.

ach Streusalz..., was für eine Verschwörung! Ich dachte schon die Flüchtlinge oder die Bundeskanzlerin oder irgendein Gesetz von 1948 wie sonst immer sind daran Schuld... Vielleicht waren es aber auch die Gutmenschen....