HILFE FÜR BEDÜRFTIGE

Lange Tafel soll die Tafel zum Thema machen

Es gibt viele Müritzer, die ohne die Unterstützung der Warener Tafel nur schwer oder gar nicht über die Runden kommen. Täglich sind Ehrenamtler dafür im Einsatz.
Ingmar Nehls Ingmar Nehls
Wer wer ist, weiß niemand und es spielt auch keine Rolle. Alle sitzen gemeinsam auf Augenhöhe an den langen Tischen mitten auf dem Markt.
Wer wer ist, weiß niemand und es spielt auch keine Rolle. Alle sitzen gemeinsam auf Augenhöhe an den langen Tischen mitten auf dem Markt. NK-Archiv
Waren.

Es ist eine Arbeit, die im Stillen stattfindet. Ohne die es vielen Leuten rund um die Müritz aber sehr schlecht gehen würde. Denn wer zur Tafel geht, für den reicht es hinten und vorne nicht, wie André Rath sagt. Er ist der neue Leiter der sozialen Dienste der Diakonie Malchin, die seit vielen Jahren die Tafel an der Müritz organisieren.

Die Warener Tafel unterstützt in und um Waren rund 3500 Bedürftige, die froh sind, gegen eine kleine Spende Lebensmittel zu bekommen. „Für einige ist es ein Hilfsangebot, das sie nur für eine kurze Zeit nutzen, bis sich die finanzielle Situation verbessert hat. Wir haben aber auch viele Leute, die schon sehr lange zu uns kommen“, sagt Rath.

Helfen, nicht Politik machen

Vier Transportfahrzeuge, die fast täglich unterwegs sind, legen im Jahr insgesamt 160.000 Kilometer zurück, um Lebensmittel abzuholen, damit sie dann sortiert und verteilt werden können. Malchow, Penzlin, Möllenhagen, Röbel, Rechlin – überall an der Müritz gibt es Lebensmittelausgabestellen.

Dorthin kommen ganz unterschiedliche Menschen. Dass eine bestimmte Personengruppe dabei zugenommen habe, könne André Rath nicht beobachten. Es sind alleinerziehende Mütter, Rentner, Hartz IV-Empfänger und zwischenzeitlich auch Geflüchtete. Unterschieden wird nicht. „Wir wollen Leuten helfen und nicht Politik machen. Aber da, wo wenig ist, kommt es auch schnell zu Konflikten und Streit“, sagt André Rath.

Die Bedürftigen können auch nicht zu wählerisch sein, denn sie bekommen nur das, was der Handel aussortiert und dafür müssen André Rath und sein Team zum Teil weite Wege bis nach Magdeburg zu zentralen Lebensmittel-Sammelstationen zurücklegen. Denn die Supermärkte kalkulieren ganz genau und versuchen, immer weniger Überschuss zu haben.

Tafeln auf Augenhöhe

„Verteilen statt vernichten“, ist die Devise der Tafel und das kann nur funktionieren mit Spendengeldern und vielen ehrenamtlichen Helfern. „Ohne die geht es nicht und die sind auch nicht so leicht zu finden, denn wir brauchen Leute, die uns verbindlich und dauerhaft unterstützen“, sagt André Rath.

Vielleicht findet sich ja einer am kommenden Mittwoch. Denn es ist in Waren zur schönen Tradition geworden, einmal im Jahr mitten auf dem Marktplatz an einer langen Tafel Platz zu nehmen, um gemeinsam zu tafeln. Am 1. August von 10.30 Uhr bis 15 Uhr findet dieses Schmausen bereits zum 15. Mal statt. Politiker, Helfer, Tafelnutzer, Urlauber und Einheimische sitzen nebeneinander, auf Augenhöhe, und kommen miteinander ins Gespräch.

Sehr viele Bedürftige nehmen an der Veranstaltung teil. Es spricht sich schnell herum und an den Verteilstationen hängen Plakate. „Schamgefühl gibt es dabei nicht, denn es weiß ja auch keiner, wer wer ist“, sagt André Rath.

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