MEGA-FESTIVAL IN LäRZ

Liberale, Grüne und Linke stellen sich hinter die Fusion

Politiker fordern, das Festival, bei dem jedes Jahr rund 70.000 Menschen friedlich feiern, zu unterstützen. Sogar ein Sonderkreistag zu dem Thema wird nicht ausgeschlossen. Die Linke indes stellt eine Kleine Anfrage an die Landesregierung.
Andreas Segeth Andreas Segeth
Die Polizei kritisiert das Sicherheitskonzept der Fusion.
Die Polizei kritisiert das Sicherheitskonzept der Fusion. Alexander Müller
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Jetzt reagiert auch die Politik auf den Konflikt zwischen den Fusion-Veranstaltern und der Polizei, die das Sicherheitskonzept der Veranstaltung in Frage stellt. Die FDP fordert, dass der Landkreis dafür Sorge trägt, dass die Veranstaltung stattfinden kann. Im Zweifel wollen die Liberalen prüfen, einen Sonderkreistag zu dem Thema einzuberufen, sagt Toralf Schnur, Kreisvorsitzender der FDP Seenplatte. Hintergrund sei neben der Werbung für den Landstrich unter anderem die enorme Wertschöpfung, die die 70 000 Gäste der Fusion jedes Jahr in die südliche Seenplatte bringen.

Am Dienstag hat die Polizei in einer Pressekonferenz in Neubrandenburg Stellung zum Streit um das Festival genommen. Hier können Sie sich die Pressekonferenz der Polizei zur Fusion in Gänze ansehen:

 

Bislang als sicher eingestuft

Auch die Grünen sehen die Fusion als Wirtschaftsfaktor und kulturelles Highlight in unserer Region. „Die Fusion existiert seit mehr als 20 Jahren und hat in dieser Zeit erfolgreich mit den lokalen Behörden zusammengearbeitet, um einen sicheren Ablauf zu garantieren”, so Jutta Wegner, Sprecherin des Kreisverbandes der Grünen. „Warum dies plötzlich in Frage gestellt wird, kann ich nicht nachvollziehen. Die Polizei selbst hat das Festival in der Vergangenheit als sicher eingestuft und auch die Einsatzstatistik mit Gewalttaten im niedrigen einstelligen Bereich zeigt, wie sicher und friedlich der Ablauf des Festivals ist.“

Mathias Engling aus dem Landesvorstand der Grünen meint: „Die Behörden sollten gemeinsam daran arbeiten, das Festival zu erhalten. Unser Land braucht nicht weniger, sondern mehr solcher Orte des kreativen Miteinanders! Dies ist ein Beispiel was bei weiteren Verschärfungen des Polizeigesetzes auf dem Spiel steht: die Freiheit der Bürger und die Freiheit von Kunst und Kultur.“

Peter Ritter von der Landtagsfraktion der Linken indes fragt: "Das Sicherheitskonzept der Fusion, das sich seit Bestehen in den letzten beiden Jahrzehnten immer weiter professionalisierte, soll von jetzt auf gleich nicht mehr ausreichend sein? Da stellt sich mir schon die Frage, welche bundesweit geltenden Bestimmungen sich seit dem letzten Jahr derart verändert haben, dass das Polizeipräsidium nun seine Zustimmung zum Festival verweigern will."  Aus diesem Grunde hat er im Landtag eine Kleine Anfrage gestellt, sodass sich auch die Landesregierung mit dieser Frage befassen muss.

Bislang habe es keine Ereignisse gegeben, die die Einrichtung einer mobilen Wache sowie die Bestreifung des Geländes dringlich erscheinen lassen, so Ritter. Von daher sehe er "absolut keine Notwendigkeit den Organisatoren des Festivals diese Zwangsauflagen zu erteilen. Statt Veranstaltungen, wie der Fusion, Steine in den Weg zu legen, sollte die unabhängige und unkommerzielle Kulturlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern gestärkt werden und unsere Unterstützung genießen.“

 
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Kommentare (1)

Diese Frage werden unsere Kinder bald stellen, wenn sie merken, dass von einer Polizei nichts zu merken ist. Wann, bitteschön, hat sich die Polizei als kooperativer Förderer einer Anhebung der Lebensqualität gezeigt ? Dass Kultur und Festivals zur Lebensqualität gezählt werden, mag ja den uniformierten Mitbürgern bisher entgangen sein - wie denn auch - sie leisten doch all zu viele Überstunden, wie soll da noch Zeit bleiben, sich mit Kultur das eigene, geschweige denn, das Leben anderer Bürger zu verschönern.... Peter Ritter von der Landtagsfraktion der Linken hat die richtigen Fragen gestellt, und ich füge hinzu, die Polizei hat ihren geistigen, technischen und personellen Möglichkeiten viel dazu beigetragen, die Lebensqualität im Land erheblich zu verschlechtern. Beispiel: Seebad Ahlbeck - !0 geklaute Fahrräder in einer Nacht, Aufklärung = NULL, Sichtbarkeit der Polizei als fußläufige Streife in Ortschaften - NULL, Präsenz in der Öffentlichkeit - NULL, Straftaten werden herunter gespielt, Täter werden durch den Protokollanten zu Opfern herauf gelogen (Protokoll kann eingesehen werden), Polizisten gehen während der Arbeitszeit und unter Verwendung von Dienst-Kraftfahrzeugen bei ALDI einkaufen und bezeichnen dieses als "Überwachung des Parkplatzes". Ich kann bei dem Thema Polizei nur noch das große Kotzen bekommen.