FUSION-FESTIVAL

Machen die Organisatoren jetzt der Polizei Vorschriften?

Die Fusion in Lärz startet bei bestem Wetter, doch hinter den Kulissen scheint es zwischen Polizei und Veranstaltern weiter Machtkämpfe bei Entscheidungen zu geben.
Susann Salzmann Susann Salzmann
Die große Anreisewelle zum Fusion-Festival in Lärz begann schon am Mittwoch. Hinter den Kulissen knirscht es aber weiter bei Abstimmung zwischen Veranstalter und Polizei.
Die große Anreisewelle zum Fusion-Festival in Lärz begann schon am Mittwoch. Hinter den Kulissen knirscht es aber weiter bei Abstimmung zwischen Veranstalter und Polizei. Matthias Schütt
Lärz.

Sind es nun die Fusion-Veranstalter, die der Polizei bei der Fusion, dem größten Fest in der Müritz-Region, die Regeln diktieren? Die Polizeipräsenz auf dem Festival hatte im Vorfeld hohe Wellen geschlagen. Vereinbarte Pressestermine auf der mobilen Wache, die sich ausdrücklich nicht auf dem Festivalgelände befindet, hatte das Polizeipräsidium abgesagt. Die Begründung: Der Veranstalter habe diese Termine untersagt. Die Organisatoren stellen das Ganze nun als Mißverständnis dar.

Durch mangelnde Sicherheitsstandards und einer drohenden Absage des Festivals, geriet die Veranstaltung in den vergangenen Wochen bundesweit in die Schlagzeilen. Das Medieninteresse war groß – und ist es noch. So groß, dass die Veranstalter in diesem Jahr erstmals einen „Pressetag” einrichteten. In Begleitung der Organisatoren waren Interviews und Fotoaufnahmen bei einem Rundgang über das Festivalgelände auf dem Lärzer Flugplatz möglich. Allerdings nur zu vorgegebenen Zeiten am Donnerstag. Darüber hinaus bekomme kein Medium für die Folgetage eine Zugangsberechtigung, machten die Fusion-Macher klar. Damit solle die Privatsphäre der rund 70.000 Besucher nicht mehr als nötig gestört werden.

Wer entscheidet hier was?

Einige Pressevertreter hatten es nicht auf das Festivalgelände abgesehen, sondern auf einen Besuch der mobilen Wache – die lange Streitthema zwischen Veranstalter und Polizei war. Der Kulturkosmos-Verein als Veranstalter hatte eine Station auf dem Gelände samt anlassloser Bestreifung im Vorfeld abgelehnt. Der Kompromiss: Statt auf dem Festivalgelände befindet sich die Wache nun vor der eigentlichen Feierzone auf dem Gelände des ehemaligen Militärflugplatzes.

Die Wache ist nicht direkt auf dem Festgelände, sondern davor stationiert. Der Bereich gehört aber immer noch zum ehemaligen Militärflugplatz. Die Polizei wird nach Auskunft des Polizeipräsidiums bis zum Sonntag dort vor Ort sein – mitsamt mobiler (polizeilicher) Presseteams. Letztere sollten nach Nordkurier-Informationen mehrere Medienvertreter betreuen. Diese hatten sich für einen Besuch etwa am Wochenende angemeldet. Doch die von der Polizei zugesagten Termine wurden im Laufe weniger Stunden wieder abgesagt. Der Veranstalter habe den Besuch an den Folgetagen untersagt, Presse bei der mobilen Polizeiwache zu empfangen, hieß es aus dem Neubrandenburger Polizeipräsidium.

Offiziel läuft die Zusammenarbeit gut

Einen bitteren Beigeschmack ließ Linus Neumann, der Koordinator für Pressearbeit beim Fusion-Verein, am Donnerstagmittag nicht aufkommen. „Die Zusammenarbeit zwischen Polizei und uns könnte nicht besser sein”, lobte Neumann ausdrücklich. „Niemand verbietet etwas oder verhindert den Zugang”, erklärte er. Man sei zuvorderst bestrebt, dass die Öffentlichkeitsarbeit so geregelt wie möglich ablaufe. Vor diesem Hintergrund habe die Polizei bestimmte Medientermine auf Bitte der Fusion-Macher bereits auf den offiziellen „Presse-Donnerstag” terminiert.

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