Das Kurhotel soll Arbeitsplätze und viele Touristen nach Malchow bringen.
Das Kurhotel soll Arbeitsplätze und viele Touristen nach Malchow bringen. Mauro Ota Delfino Architekt und Stadtplaner
Baupläne

Malchower geben grünes Licht für das Kurhotel

Trotz einer Initiative der Grünen für ein Bauleitverfahren hat die Mehrheit der Stadtvertreter für den Verkauf des Grundstücks für das Hotelprojekt gestimmt. Gibt die Stadt damit alle Karten aus der Hand?
Malchow

Die Malchower Stadtvertreter haben jetzt mehrheitlich ein Zeichen für die Weiterentwicklung der Inselstadt gesetzt. Die meisten Kommunalpolitiker haben mit ihrer Stimme nun einerseits den Weg für den Bau des dringend benötigten Hortzentrums frei gemacht, andererseits wurde bei der jüngsten Stadtvertretersitzung zugleich der Verkauf eines 7316 Quadratmeter großen Grundstücks am Kurpark in der August-Bebel-Straße an Bruno Jablonski beschlossen. Der Investor plant, im Kurparkbereich auf dem früheren Sägewerk-Areal ein 35 Millionen teures, fünfgeschossiges Kur- und Wellnesshotel zuerrichten. Mit insgesamt 190 Betten, 200 Restaurantplätzen sowie einer 1100 Quadratmeter großen Tagungsfläche sowie einem Sport-, Gesundheits- und Wellnessbereich soll die Einrichtung ganzjährig Touristen nach Malchow locken.

Auf die Entscheidung für den Grundstücksverkauf – der Preis beträgt etwa
585 000 Euro – musste Jablonski knapp zwei Jahre warten, nachdem er sich auf eine öffentliche Ausschreibung beworben und schon vor gut anderthalb Jahren seine Pläne für das Areal vorgestellt hatte. Ab Montag wird der Investor zusammen mit seinem Hamburger Architekten Gespräche mit der Stadt zum weiteren Vorgehen führen. Zu den weiteren Schritten gehört die Erarbeitung eines sogenannten vorhabenbezogenen Bebauungsplans. Erst danach steht das Warten auf eine Baugenehmigung an.

Bürgermeister: Stadt hat Mitspracherecht

„Hat die Stadt Eingriffsmöglichkeiten, wenn es unter anderem um Baulärm oder Staubbelastung geht?“, sorgte sich Kommunalpolitikerin Birgit Hannemann (CDU) insbesondere um möglicherweise verloren gehende Mitspracherechte der Stadt durch den Grundstücksverkauf. Malchows Bürgermeister René Putzar (parteilos) reagierte prompt und konnte nicht nur Hannemann, sondern auch anderen Stadtvertretern Ängste nehmen, dass der Investor im schlimmsten Fall etwas gestalten könnte, das nicht im Sinne der Malchower ist. Die Gemeinde behalte ihr Mitspracherecht, unter anderem durch den Abschluss eines Durchführungsvertrages, beruhigte Putzar. Die Beteiligung reiche von der Diskussion bis hin zu Vorschlägen und Auflagen, so der Bürgermeister.

Als Beispiel, dass aus einem Schandfleck ein städtebaulicher Hingucker für die Inselstadt entstehen kann, nannte der Bürgermeister die ehemalige Tuchfabrik in Malchow. Auch dort entstanden mithilfe eines Investors und über einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan Eigentumswohnungen und Ferienappartments. Auch dort redete die Stadt mit, beispielsweise bei der Lage der Parkplätze.

Linke fordern Tourismuskonzept

Zu denjenigen, die zunächst Bedenken gegen das Kurhotel-Projekt hegten, letztlich aber ihre Zustimmung erteilten, gehörten auch die Linken. Unabhängig von der Entscheidung zum Kurhotel forderte Elke-Annette Schmidt (Linke) zudem ein Tourismuskonzept samt Bewertung des touristischen Potenzials für Malchow und die Nachbargemeinden. Dazu wurde aber noch kein Beschluss gefasst.

Keinerlei Chancen mit ihren Anträgen hatten hingegen die Grünen, die vor dem Grundstücksverkauf eine langwierigere Bauleitplanung und zuletzt auch eine Vorab-Studie – Kostenpunkt: für 8568 Euro – gefordert hatte. Grünen-Fraktionsvorsitzender Joachim Stein hielt vor allem die Bauleitplanung für notwendig, damit die breite Öffentlichkeit in den Gestaltungsprozess des Kurgebietes mit einbezogen werden könne, wie er sagte.

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