EXPERIMENT GESCHEITERT

Malchows Jugend hat wieder keinen Treffpunkt mehr

Wo können sich Malchower Jugendliche außerhalb von Schule und Ausbildung treffen? Diese Frage ist nach wie vor unbeantwortet. Dabei hatte die Stadt im Sommer eine unkonventionelle Lösung ausprobiert.
Petra Konermann Petra Konermann
Im Hof der Mecklenburger Straße hatten sich Jugendliche auf dem Spielplatz getroffen und vor allem nachts für Ärger bei den Anwohnern gesorgt. 
Im Hof der Mecklenburger Straße hatten sich Jugendliche auf dem Spielplatz getroffen und vor allem nachts für Ärger bei den Anwohnern gesorgt. Petra Konermann
Malchow.

Die Lösung, die Malchows Bürgermeister René Putzar (parteilos) gefunden hatte, um die „Lärmbelästigungen“ durch Jugendliche im Stadtgebiet zu minimieren, ist gescheitert. Dabei schien das ungewöhnliche Modell, das er noch im Frühsommer gefunden hatte, zunächst machbar: Ein Jugendlicher hatte die Schlüsselgewalt über den Kunstrasen-Bolzplatz an der Fleesensee-Schule bekommen.

Dieser Jugendliche sollte, so erklärte es Putzar jetzt bei der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses, dafür Sorge tragen, dass dieser Platz sauber und ordentlich nach dem Treffen von Jugendliche hinterlassen wird, vor allem aber, dass der Platz immer ordnungsgemäß verschlossen ist. „Das hat leider nicht geklappt. Es lag zudem Müll herum, offenbar auch ausgeleert aus den Containern, es gab Scherben. Eine Ecke des Kunstrasens war angekokelt“, berichtete der Bürgermeister.

Experiment hat nicht funktioniert

Er habe daraufhin die Reißleine gezogen und den Jugendlichen die Benutzung des Platzes nach Schulschluss und in den Abendstunden untersagt. „Das Experiment ist leider gescheitert. Der Platz ist nun für eine außerschulische Nutzung geschlossen“, sagte er.

Dieses Modell war zustande gekommen, nachdem sich im Mai Malchower beschwert hatten. Auf dem Innenhof, den die Wohnblocks der Mecklenburger Straße und der Straße der Jugend bilden, hatten sich über Jahre hinweg Jugendliche getroffen. Von dem Lärm, den die Jugendlichen bei ihren Treffen bis spät in die Nacht hinein verursachten, fühlten sich die Anwohner belästigt. Einer von ihnen hatte das Problem in die Stadtvertretung getragen.

Und die Verwaltung hatte gehandelt, indem der Bürgermeister die Test-Lösung mit der Schlüsselvariante fand. „Auch vor dem Hintergrund, dadurch Selbstverantwortung zu lernen“, so Putzar. Er habe nun aber einsehen müssen, dass dieser Experiment nicht funktioniert habe. Die Konsequenz: Es gibt nun in Malchow nach wie vor keinen Ort, an dem sich Jugendliche nach Schulschluss mal treffen können. „Bislang gab es keine erneute Beschwerden aus dem Wohngebiet. Bislang ist es ruhig“, sagte Putzar.

Platz nicht nutzbar: Kinder könnten sich verletzen

Ruhig, zu ruhig, ist es nun weiterhin auf dem Bolzplatz an der Fleesenseeschule. „Der Platz ist derzeit nicht nutzbar. Er müsste wahrscheinlich eine Spezialreinigung erhalten“, sagt die Schulleiterin Heike Cordes. Denn es reiche nicht aus, das Brandloch zu reparieren, den Müll zu beseitigen und die Scherben wegzunehmen. Was, so fragte sie, ist mit den Splittern, die sich möglicherweise noch zwischen den Kunststoffhalmen befinden?

„Dort kann ich keine Kinder Sport machen lassen. Es besteht die Gefahr, dass sie sich verletzen. Das ist schade, denn der Platz wurde sonst immer für die Ganztagsangebote genutzt. Wir weichen nun auf den großen Sportplatz aus“, erklärte die Schulleiterin. Sie bedauerte, dass es kein Refugium in der Inselstadt geben, an dem sich die Jugendlichen treffen können. „Da müsste eine Lösung gefunden werden“, sagte die Pädagogin.

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