Holzernte 2018

Mammutbaum bei Wertholz-Auktion in Linstow versteigert

In Linstow wurden die schönsten Laubhölzer der 2018-Ernte versteigert. Vor allem ein Baum sorgte für Aufsehen. Der teuerste war er aber bei weitem nicht.
Hannes Weidermann vermisst noch mal den Stamm mit der Nr. 173 im Katalog, den Mammutbaum.
Hannes Weidermann vermisst noch mal den Stamm mit der Nr. 173 im Katalog, den Mammutbaum. Petra Konermann
Heiner Wehmeyer aus Münster interessierte sich nicht für den Mammutbaum, er suchte nur nach den schönsten Eichenstämmen.
Heiner Wehmeyer aus Münster interessierte sich nicht für den Mammutbaum, er suchte nur nach den schönsten Eichenstämmen. Petra Konermann
Linstow

Immer dieser Mammutbaum! Im Forstamt Gädebehn bei Crivitz war man erstaunt über die vielen Fragen, die dieser eine Baum ausgelöst hatte. Zum ersten Mal in 28 Jahren kam bei der Wertholzversteigerung des Landes am Donnerstag im Van der Valk Resort in Linstow auch ein Mammutbaum unter den Hammer.

Bis vor kurzem stand dieses, für unsere Breiten eher seltene Exemplar noch im Forstamt Gädebehn. Wo genau, das soll ein Geheimnis bleiben, sagte Angela Wagner, Sachbearbeiterin für Holzvermarktung. Nur so viel: Der Wald, in dem der Mammutbaum gedieh, war einst im Besitz des Großherzogs. Vielleicht hatte der vor vielen, vielen Jahren dafür gesorgt, dass dort auch ein Mammutbaum gepflanzt wurde.

Der Hitzesommer „killte” den Mammutbaum

Der extrem trockene Sommer 2018 hatte dem „Mammut“ aber nun sehr zu schaffen gemacht. Er verlor seine Nadeln – ein sicheres Zeichen dafür, dass der Baum über kurz oder lang sterben würde. Zeit also, den Mammutbaum abzunehmen und meistbietend zu verkaufen. Als Nr. 173 tauchte der 3,90 Meter lange Stamm mit einem Durchmesser von 70 Zentimetern dann im dicken Katalog auf, der für die Käufer sämtliche Baumstämme auflistete, die meistbietend versteigert werden sollten.

In diesem Jahr waren es mehr als sonst: Genau 951 Festmeter der schönsten Laubholzstämme aus den Wäldern des Landes wurden angeboten – rund 300 Festmeter mehr als 2018. Das Gros machen auch in diesem Jahr wieder Eichenstämme aus, gefolgt von Eschen, Buchen, Ahorn und Wildkirschen.

Die teuerste Eiche kommt aus Dargun

Auch Heiner Wehmeyer aus Münster war schon am Tag vor der Versteigerung auf dem Wertholzplatz – mit einer tragbaren Spritze. Damit verteilte er Wasser, vermischt mit Spiritus, auf die Schnittstellen der Stämme. Das Gemisch ließ die Maserung der Bäume hervortreten – genau das, was Wehmeyer sehen wollte. Für den Mammutbaum interessierte sich der Firmenchef aus dem Münsterland allerdings überhaupt nicht. Er hielt ausschließlich nach Eichen Ausschau. Rund 7000 Kilometer im Jahr sind er und seine Kollegen unterwegs um die besten Eichen-Stämme zu ergattern. Seit 90 Jahren ist das Unternehmen am Markt und stellt, wie Wehmeyer erklärte, hochwertiges Furnier her. Zwischen 30.000 und 40.000 Euro wollte er in Linstow ausgeben.

Insgesamt erzielten die beteiligten Waldbesitzer des Landes nach Angaben des MV-Landwirtschaftsministeriums bei der Versteigerung einen Erlös von rund 497.000 Euro. Als Renner bei der diesjährigen Versteigerung erwies sich erneut die Eiche. Der teuerste Eichenstamm kam mit 1710 Euro pro Festmeter aus dem Forstamt Dargun. Mit seinen 5,32 Festmetern brachte dieser Stamm stattliche 9097 Euro ein. Und auch der Mammutbaum wurde verkauft: Er ging für 465 Euro an eine Holzmanufaktur aus Mecklenburg-Vorpommern.

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