RUND UM CORONA

Maskenpflicht für Schüler im Landkreis Seenplatte geplant

Wegen der hohen Infektionszahlen könnten in der Mecklenburgischen Seenplatte weitere Einschränkungen folgen. Gibt es auch bald eine Ausgangssperre?
Sollte der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte zum Risikogebiet werden, soll für Kinder ab der fünften Klasse eine
Sollte der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte zum Risikogebiet werden, soll für Kinder ab der fünften Klasse eine Maskenpflicht im Unterricht eingeführt werden. Kay Nietfeld
Neubrandenburg ·

Die Menschen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, wo die Corona-Fallzahlen zuletzt sprunghaft angestiegen waren, müssen sich wohl auf weitere Einschränkungen im Alltag einstellen. Landrat Heiko Kärger (CDU) kündigte bereits erste Maßnahmen für den möglichen Wandel des Landkreises zum Risikogebiet an. So soll dann für Kinder ab der fünften Klasse eine Maskenpflicht im Unterricht eingeführt werden. Auch weitere Kontakt-Beschränkungen gelten bei einer weiteren negativen Entwicklung als sicher.

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Kärger will sich aber noch mit der Landesregierung beraten. „Wir wünschen uns ein einheitliches Vorgehen im Land und werden deshalb zunächst die Abstimmung mit Schwerin und den anderen Städten und Landkreisen abwarten“, so Heiko Kärger. Im Schweriner Gesundheitsministerium hielt man sich mit einer Einschätzung über mögliche Einreise- und Quarantäne-Regeln – sollte die Warnampel auf Rot springen – Montagabend noch zurück.

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Die Kreisverwaltung des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte wollte am Montag keine Aussage dazu treffen, ob ein Lockdown oder eine Ausgangssperre vom Tisch sind. Allerdings hatte Landrat Heiko Kärger bislang immer betont, Schließungen möglichst verhindern zu wollen. Das Sperren von Schulen, Kitas und Büros würden die Amtsärzte nach Aussagen aus der Kreisverwaltung derzeit je nach Einzelfall anordnen. „Häufig kommt es jedoch vor, dass zu viele Kontaktpersonen einer Einrichtung in Quarantäne geschickt werden, sodass sich die Träger der Einrichtungen oder Unternehmer für eine Schließung entscheiden, weil das Personal fehlt“, teilte Landkreis-Sprecherin Haidrun Pergande mit.

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Vom Wochenende wurden der Kreisverwaltung elf neue Fälle gemeldet. Vier Reiserückkehrer schleppten offenbar Infektionen aus Belarus, Polen und Nordrhein-Westfalen ein. 40 Prozent aller Infektionen würden aber auf private Feiern zurückgehen. Jüngst seien Infektionen vor allem in den Städten Malchin, Waren und Röbel aufgetreten. Sechs Patienten seien im Klinikum in Neubrandenburg stationär aufgenommen worden. Eine Person müsse beatmet werden. Im gesamten Landkreis sind derzeit den Angaben zufolge 67 Personen mit Coronavirus im Krankenhaus.

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Die ausschlaggebenden Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner binnen einer Woche hatte sich in der Seenplatte zuletzt bedrohlich dem Grenzwert von 50 genähert, mit dem eine Region als Risikogebiet eingeordnet wird. Am Sonntag gab es schon 43,2 solcher Neuinfektionen. Am Montag lag der Wert laut Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales Mecklenburg-Vorpommern bei 37 und war damit wieder etwas zurückgegangen. In Vorpommern-Greifswald und dem Landkreis Rostock lag die Zahl mit 13,9 beziehungsweise 11,8 am Montagabend noch deutlich niedriger.

 

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