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Kapellenweg

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Mecklenburg hat einen neuen Pilgerpfad

In Domherrenhagen steht diese Kapellen-Ruine.
In Domherrenhagen steht diese Kapellen-Ruine.
Silke Voß

Die heiligen Orte waren fast vergessen, jetzt verbindet sie ein Pilgerweg. Damit dieser genutzt wird, sollen die Kommunen ihren Pflichten nachkommen.

Die Mecklenburger Seenplatte und die Mecklenburgische Schweiz haben einen neuen Pilgerpfad: Nun feierten Pfarrer Eckart Hübener und mehr als 70 Pilgerfreunde die offizielle Eröffnung des mehr als 30 Kilometer langen „Mecklenburger Kapellenwegs” mit sieben Abschnitten, die die Orte miteinander verbinden.

Los geht es in Domherrenhagen über Moltzow, Sagel, Lupendorf, Hinrichshagen, Tressow, Langwitz und schließlich nach Gessin. Gemeinsam mit Menschen aus der Region hat Hübener die Pilgerstätten gestaltet. Sie sollen den Menschen einen Platz für persönliche Andacht und Besinnung geben. Einen Ort des Friedens und der Mitte bilden.

Bis zu 300 Arbeitsstunden pro Station

Tressow etwa hatte einst eine Kapelle mit Glocke, doch diese wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört und nach 1662 nicht mehr erwähnt. Lange fehlte dem Dorf diese Mitte. Nun wurde dieser spezielle Ort dank Hübener und den Dorfbewohnern wieder gefunden. Und so geht es auch den anderen vom Nebel der Geschichte geschluckten Stätten. Wo einst Kapellen standen, wurde nun ein wetterfestes Kreuz mit einer Bronzetafel aufgestellt, eine Linde gepflanzt und eine Steinbank gesetzt.

200 bis 300 Arbeitsstunden sind durchschnittlich pro Station geleistet worden, um den heiligen Weg und seine Stätten fertig zu stellen. Mit dem Ergebnis ist der Pfarrer sehr zufrieden. Damit diese Strecke zukünftig aber auch genutzt wird, müssen die Kommunen ihren Pflichten nachkommen, betont er. „Die Wege müssen freigehalten werden. Und die Qualität der Wege muss noch besser werden.” Ein altes Sprichwort besage: „Ein Weg der begangen wird, wächst nicht zu, weil er notwendig ist.”